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Wählen mit 16 im Burgenland
eine Analyse der politischen Intention, Rezeption in einem partizipativen Kontext und Perzeption ausgehend von den Landtagswahlen 2005
Roland Fürst
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Karl Ucakar
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.16958
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29164.89206.303562-1
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Am 5. Juni 2007 wurde im Nationalrat eine Reform des Wahlrechts auf Bundesebene beschlossen. Ein Eckpfeiler der Wahlrechtsreform war die Senkung des aktiven Wahlalters von 18 auf 16 Jahre. Mit diesem Jugendwahlrecht nimmt Österreich eine internationale Vorreiterrolle ein. "Wählen mit 16" zählt als Beteiligungspraxis zur wichtigsten und gleichzeitig auch zur sozial egalitärsten politischen Partizipationsform (vgl. Rosenberger/ Seeber 2008, 7). In diesem Kontext wurde auch die Hauptthesen der Dissertation formuliert, die als Basis für das gesamte Forschungsprojekt fungiert haben: Die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre (aktives Wahlrecht) als verbindlichste Form der demokratischen Einbindung bringt eine neue Dynamik in das weite Feld der Jugendpartizipation, führt aber nicht automatisch zu einem höheren Politikinteresse und Mitgestaltungswillen bei Jugendlichen bzw. würde weitere (aktivierende) Maßnahmen erfordern. Das Thema „Wählen mit 16“ wird von den verschiedenen AkteurInnen und Strukturen (verantwortliche PolitikerInnen, 16 und 17-jährige ErstwählerInnen, Politische BildnerInnen im Burgenland) in ihrer jeweiligen sozialen Wirklichkeit unterschiedlich konstruiert. Als Forschungsfeld wurde das Burgenland ausgewählt, weil das Burgenland als erstes Bundesland „Wählen mit 16“ auf allen politischen Ebenen ermöglichte. Zur Bearbeitung der relevanten forschungsleitenden Hypothesen wurde die sozialwissenschaftliche Methode der Triangulation gewählt. Bei der Triangulation wird die Betrachtung im Forschungsprozess von zwei und mehr Punkten aus durch die Verwendung verschiedener methodischer Zugänge realisiert und ist auch für den konstruktivistischen Zugang dieser Forschungsarbeit relevant. Die politische Intention wurde durch sieben leitfadengestützte qualitative ExpertInneninterviews exploriert. In einem quantitativen Forschungsdesign wurde eine Fragebogenstudie - mit einem hohen Rücklauf von 75 % - mit Politischen BildnerInnen an burgenländischen Schulen durchgeführt, um deren Perzeption von „Wählen mit 16“ zu erforschen. Empirisch erforscht – mittels Onlinefokusgruppe - wurde letztlich die Rezeption in einem partizipativen Kontext von jungen BurgenländerInnen zum Thema „Wählen mit 16“. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass durch die Einführung von „Wählen mit 16“ auf allen politischen Ebenen eine Dynamik in den diversen Feldern der Jugendpartizipation entstanden ist. Zumindest die Erhöhung des Politikinteresses konnte aufgrund von „Wählen mit 16“ eindeutig wahrgenommen werden. „Wählen mit 16“ wird von den befragten DiskussionsteilnehmerInnen als selbstverständlich, als Recht und Pflicht konstruiert. Die befragten ExpertInnen konstruieren „Wählen mit 16“ vorwiegend als „institutionelle Möglichkeit“, Jugendliche und junge Erwachsene in „die Politik“ zu bekommen. Die PädagogInnen konstruieren mehrheitlich „Wählen mit 16“ als eine Maßnahme, die nicht unbedingt nötig wäre, weil zu wenig Interesse und mangelnde politische Reife konstatiert wird. Letztlich konnten noch verschiedene Ergebnisse gewonnen werden, die für das politik-wissenschaftliche Erkenntnisinteress relevant sind, z.B.: - Das Burgenland war für die flächendeckende Implementierung von „Wählen mit 16“ politisches Vorbild für andere Bundesländer und die Bundesparteien. - Die hohe Ablehnung von „Wählen mit 16“ der politischen BildnerInnen an den burgenländischen Schulen, sowie die sich in der Studie offenbarende (negative) Haltung gegenüber den PolitikerInnen, welches das Dilemma (Filzmaier 2011, 3) „Politik ist schlecht, Politische Bildung ist gut“ manifestiert.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
"Wählen mit 16" Wahlen und Wählen Politische Bildung Partizipation Methodentriangulation
Autor*innen
Roland Fürst
Haupttitel (Deutsch)
Wählen mit 16 im Burgenland
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Analyse der politischen Intention, Rezeption in einem partizipativen Kontext und Perzeption ausgehend von den Landtagswahlen 2005
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
263 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Karl Ucakar ,
Peter Gerlich
Klassifikation
89 Politologie > 89.00 Politologie: Allgemeines
AC Nummer
AC08974569
Utheses ID
15200
Studienkennzahl
UA | 092 | 300 | |
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