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Das Postwesen in Galizien von 1772 - 1820
geistesgeschichtliche und wirtschaftspolitische Grundlagen
Manfred Gur
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Thomas Winkelbauer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.17006
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29449.95204.651670-5
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Das Postwesen in Galizien von 1772-1820 Geistesgeschichtliche und wirtschaftspolitische Grundlagen Thematischer Ausgangspunkt der Arbeit ist die Entwicklung des Postwesens in Galizien und der Bukowina von der Inbesitznahme durch Österreich im Jahre 1772 bis zum Jahr 1820. Nach umfangreichen Recherchen wurde klar, dass die Behandlung dieses primären Themas ohne Berücksichtigung der wirtschaftspolitischen Faktoren vor und während des zu behandelnden Zeitabschnitts wenig Sinn machen würde. Der historische Rückblick auf die Organisation des Postwesens, speziell in dem zu untersuchenden Gebiet der Habsburgermonarchie, wäre unvollständig, würde für einschlägige Maßnahmen und Anordnungen keine Erklärung geboten werden. Aus diesem Grund musste sich die Analyse der wirtschafts- und sozialpolitischen Aspekte mit einem längeren Zeitraum beschäftigen, denn ohne zeitübergreifende Betrachtung können die spezifischen Gegebenheiten nicht erklärt werden. So wurde im Rahmen dieser Untersuchung die Handels- und Wirtschaftspolitik der angrenzenden österreichischen Erbländer und Provinzen jener in Galizien und der Bukowina gegenübergestellt. Im Spannungsfeld divergierender politischer Interessen und unterschiedlicher Betrachtungsweisen konnten allerdings nur die wesentlichsten Momente in der Arbeit Beachtung finden. Dem Kampf mit der Entfernung, diesem „ennemi numéro 1“, verdankt das moderne Postwesen („eine spezifische Einrichtung der Neuzeit“) seine Entstehung. Der anwachsende Schriftverkehr, der Versand von Zeitungen, engere wirtschaftliche Verflechtungen, der verstärkte Austausch zwischen den Regionen Europas und nicht zuletzt die zivilen und militärischen Erfordernisse der entstehenden Territorialstaaten – all das verlangte eine Neuorganisation des Postwesens. Erst Maximilian I. ging daran, ein regelmäßiges Kommunikationssystem aufzubauen. Im Jahre 1490 beauftragte er Franz von Taxis gegen eine fixe Besoldung mit der Durchführung eines funktionierenden länderübergreifenden Nachrichtensystems. Franz von Taxis eröffnete 1505 die Postlinie zwischen Spanien und dem kaiserlichen Hof. Das war der „Beginn eines internationalen Postwesens“. Die Taxis fertigten nicht einzelne Boten mit Briefen nach deren Bestimmungsort ab, sondern installierten – auf den jeweiligen Standort des Kaisers ausgerichtet – Kurse, Postreiter und Pferde, die nur einen zugewiesenen Abschnitt zu bedienen hatten. Mit dieser Methode konnte man die Beförderungsdauer um bis auf ein Sechstel verkürzen. Im Jahre 1597 verfügte Kaiser Rudolf II. die Erhebung des Postwesens im Reich zum kaiserlichen Postregal und übertrug der Familie Taxis die alleinige Nutzung in eigener wirtschaftlicher Verantwortung. In den österreichischen Erblanden nahm das Postwesen eine andere Entwicklung als im Reich. Nach der Länderteilung 1564 entwickelten sich in den habsburgischen Erbländern drei, ab 1583 vier unabhängige Postzentren. Mit der Übernahme und der Führung des Postmeisteramtes in Wien am 1. Mai 1623 durch die Familie Paar, begann die Konzentration des erbländischen Postwesens, die mit der Inkamerierung im Jahre 1722 ihr Ende fand. Die Untersuchung des Postwesens in Galizien und der Bukowina von 1772 bis 1820 ist auch vor dem wirtschaftspolitischen Hintergrund nach den beiden Kriegen gegen Preußen zu sehen. Der Krieg endete mit dem Verlust von großen Teilen Schlesiens und hinterließ ein tiefes Loch in der Staatskasse. Die Haugwitzschen Reformen, die ab 1749 einsetzten und in heutiger Terminologie als Konzentrationspolitik bezeichnet werden können, führten zu einer Zentralisierung politischer Entscheidungen und deren Umsetzung sowie zu einer direkten Überprüfung der Verwaltung durch staatliche Institutionen. Die Post spielte bei diesem Zentralisationsprozess nicht nur die Rolle eines höchst notwendigen Kommunikationssystems zwischen den politischen Stellen des Zentralstaates, sondern auch die eines strukturpolitischen Instruments. Ein umfangreicher Teil dieser Arbeit wird der politischen, verwaltungstechnischen und handelspolitischen Ausrichtung der Habsburgermonarchie in Bezug auf Galizien gewidmet, deren zunehmende Bedeutung ein funktionierendes Kommunikationssystem erforderlich machte. Der Darstellung der handelspolitischen Zielsetzungen der Monarchie und ihrer weiteren Entwicklung in Bezug auf Galizien wird breiter Raum eingeräumt. Weiter wird die Frage geklärt, inwieweit sich das Postwesen in Galizien von jenem in anderen österreichischen Ländern unterschied. Allein der Umstand, dass in Galizien das Postwesen von 1772 – 1775 dem Landesgubernium und nur mittelbar dem Staatskanzler oder anderen Hofstellen unterstellt war, deutet auf Abweichungen von den üblichen Regelungen in den Erbländern hin. Aus dem aufgefundenen Datenmaterial konnten geeignete Parameter gefunden werden, anhand derer eine Korrelation zwischen der wirtschaftspolitischen Entwicklung Galiziens und den Veränderungen der Posterträge und Postroutenfrequenz tendenziell aufgezeigt werden konnte. Die starke Zunahme des Postverkehrs machte im Jahr 1817 für Österreich, aber auch für seine Nachbarländer, eine Veränderung der Ablauforganisation notwendig. Mit dem Ende der Zeitspanne von 1772 bis 1820 schließt auch die Betrachtung des Postwesens der vorliegenden Arbeit.
Abstract
(Englisch)
The postal system in Galicia from 1772-1820 Spirit Historical and economic fundamentals The thematic starting point for this work is the development of the postal sector in Galicia and Bukovina by the possession by Austria in 1772 until 1820. After extensive research it became clear that the primary treatment of this topic would not make sense without consideration of economic factors before and during this period of time. The historical review of the organization of the postal system would be, specifically in the area to be examined, the Habsburg Monarchy, incomplete, if there wasn’t an explaination given for the relevant politic decisions and regulations at that time. For this reason the analysis of economic and social aspects needs to be reviewed for a longer timeperiode so to be able to explaine the specific circumstances. This investigation tries to confront the trade and economic policies of the neighboring Austrian hereditary lands and provinces with the ones in Galicia and Bukovina. In the tension of divergent political interests and different points of view only the most significant moments in history could find attention in this work. The struggle with the distance, this "ennemi numéro 1", owes its modern postal system ("a specific institution of modern times") its origin. The increasing correspondence, sending newspapers, closer economic ties, the increased exchanges between the regions of Europe and not least the civil and military needs of the emerging territorial states - all demanded a reorganization of the postal system. Only Maximilian I proceeded to build up a regular communication system. In 1490, he commissioned Franz von Taxis to a fixed salary with the implementation of a functioning transnational messaging system. Franz von Taxis, opened in 1505, the postal service between Spain and the imperial court. That was the "beginning of an international postal system." The Taxis did not send individual messengers with letters after their destination, but installed - geared to the specific location of the Emperor - courses, post riders and horses, to work only withint a specific section oft he country. With this method the journey time for messages was shortened by up to one sixth. In 1597, Emperor Rudolf II, announced the postal system to become „imperial Posteregal“ and transferred the right of the sole use to the Taxis family in their own economic responsibility. In the Austrian hereditary lands, the postal service took a different development than in the kingdom. After the country split in 1564 in the Habsburg hereditary lands developed three, from 1583 four independent postal centers. With the acquisition and management of the Postmaster Office in Vienna on 1 May 1623 by the family Paar began the concentration of the hereditary land‘s postal system found it’s end with the Inkamerierung in 1722. The investigation of the postal sector in Galicia and Bukovina from 1772 to 1820 is also reviewed against the background of economic policy after the two wars against Prussia, which ended with the loss of large parts of Silesia and left a deep hole in the Treasury. The Haugwitz's reforms, which began in 1749 and can be called in modern terminology a concentration policy, led to a centralization of political decisions and their implementation as well as to a direct review of the management by state institutions. The Post not only has played this centralization the role of a much-needed communication system between the political authorities of the central government, but also of a structural politic instrument. A substantial part of this work is devoted to the political, administrative and trade orientation of the Habsburg monarchy in relation to Galizien, which, because of their increasing importance, demanded a functioning communication system. The representation of the trade policy objectives of the monarchy and its further development in terms of Galicia will be given wide scope in this work. Further, the question will be clarified to what extent the postal system in Galizien differed from that in other Austrian countries. The mere fact that in Galicia, the post from 1772 - 1775 had been ruled by the “Landesgubernium” and only indirectly by the chancellor and other court offices, indicates deviations from the standard rules towards the hereditary lands. Discovered from the data could be found suitable parameters by which a correlation between the economic development of Galicia and the changes in the post-yield and post-route frequency could be shown upward trend. The strong increase of the postal service required in 1817 for Austria, but also for its neighboring countries, a change in the organizational structure of the Postal system. With the end of the period from 1772 to 1820 also closes the review about the postal system in this work.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
postal system Galicia 1772 - 1820
Schlagwörter
(Deutsch)
Postwesen Galizien 1772 - 1820
Autor*innen
Manfred Gur
Haupttitel (Deutsch)
Das Postwesen in Galizien von 1772 - 1820
Hauptuntertitel (Deutsch)
geistesgeschichtliche und wirtschaftspolitische Grundlagen
Paralleltitel (Englisch)
The postal system in Galicia from 1772-1820
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
458 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Thomas Winkelbauer ,
Lothar Höbelt
Klassifikation
15 Geschichte > 15.60 Schweiz, Österreich-Ungarn, Österreich
AC Nummer
AC08924866
Utheses ID
15237
Studienkennzahl
UA | 092 | 312 | |
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