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Jugonostalgie
Erinnerungskultur der postjugoslawischen Diaspora in Wien
Nikolaj Philip Grilc
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Gerald Faschingeder
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.17259
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29643.17843.700653-3
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In dieser Diplomarbeit wird die Erinnerungskultur der postjugoslawischen Diaspora in Wien untersucht und die auftretende Form der Jugonostalgie analysiert. Dabei wird Wien als Mikrokosmos Jugoslawiens verstanden, in dem alle Volksgruppen der Nachfolgestaaten vertreten sind und unterschiedliche Erinnerungen an den ehemaligen Vielvölkerstaat hegen. Der Fokus liegt dabei allerdings nur auf der Gruppe der JugonostalgikerInnen, die aus jungen Erwachsenen besteht und die auf ex-jugoslawische Wurzeln zurückgreift, deren Jugonostalgie aber auf tradierten Erzählungen älterer Generationen basiert. Die Erinnerungskultur der postjugoslawischen Diaspora wird in dieser Diplomarbeit kurzum mit dem Begriff der „Jugonostalgie“ gleichgestellt, da es sich dabei um das kollektive Idealisierung einer gemeinsame Geschichte handelt, aus der heraus eine Identifikation mit der Diasporagruppe geschaffen wird. Dabei wird der Frage nachgegangen, welchen Einfluss die Jugonostalgie der postjugoslawischen Diaspora auf die Vergangenheitsaufarbeitung der zerrütteten Volksgruppen des ehemaligen Jugoslawiens hat. Als theoretische Erklärungsansätze dienen dabei die Gedächtnistheorie und die Theorie der Identitätskonstruktion, da die Annahme verfolgt wird, dass die nostalgischen Erinnerungen an gemeinsame Erfahrungen (d.h. das Gedächtnis) das Zusammengehörigkeitsgefühl (d.h. die Identität) einer Gruppe verfestigen und zur Aufarbeitung der Vergangenheit führen können. Im Zuge der empirischen Untersuchung wurden zehn ProbandInnen in halb-strukturierten Interviews zu den Zusammenhängen von Gedächtnis und Identität, sowie zur Jugonostalgie und Vergangenheitsaufarbeitung befragt. Dabei wurde festgestellt, dass sich das kollektive Gedächtnis sehr wohl auf die Identitätskonstruktion auswirkt, der Einfluss der Jugonostalgie auf die Vergangenheitsaufarbeitung der zerrütteten Volksgruppen Ex-Jugoslawiens aber als marginal bezeichnet werden kann. Die Jugonostalgie löst die Konflikte zwischen den verfeindeten Volksgruppen zwar nicht, führt aber in der Rolle als verbindendes Element zur Herausbildung identitätsstiftender Faktoren wie Solidarität und Kohärenz und kann zur Einleitung eines Aufarbeitungsdialoges führen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Jugonostalgie postsozialistische Nostalgie Diaspora
Autor*innen
Nikolaj Philip Grilc
Haupttitel (Deutsch)
Jugonostalgie
Hauptuntertitel (Deutsch)
Erinnerungskultur der postjugoslawischen Diaspora in Wien
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
113 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Gerald Faschingeder
Klassifikationen
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.00 Geisteswissenschaften allgemein: Allgemeines ,
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.99 Sozialwissenschaften allgemein: Sonstiges
AC Nummer
AC08852996
Utheses ID
15470
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
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