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Komplexe Identitäten
Studien zur Gesellschaft des Frühen Mittelalters in Südwestdeutschland ; eine weitergehende Analyse zu Christleins Qualitätsgruppen A und B
Constanze Döhrer
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Claudia Theune-Vogt
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30145.39081.837366-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die von Rainer Christlein 1968 entwickelten „Qualitätsgruppen“ A bis D waren eines der ersten Klassifizierungswerkzeuge für frühmittelalterliche Grabinventare, das vergleichende Analysen jenseits einer schriftquellen-basierten Interpretation ermöglichte.
In den letzten 30 Jahren mehrte sich jedoch Kritik an Christleins Ansatz. Neben methodischen Mängeln ist vor allem zu berücksichtigen, dass Bestattungen nicht mehr als „Spiegel des Lebens“ betrachtet werden. Vielmehr gehen gegenwärtige Modelle zu Bestattungsritualen des Frühen Mittelalters vermehrt davon aus, dass darin eine idealisierte Identität („Toten-Identität“) für das verstorbene Individuum geschaffen wurde. Die Darstellung dieser Identität erfolgte dabei unter anderem über die Beigaben und deren vielschichtige Einbindung in die Vorstellungswelt der Gemeinschaft.
Die inhaltliche Vielfalt bzw. Komplexität der Inventare wurde daher in dieser Arbeit als Basis für eine neue Klassifikation gewählt. Es handelt sich dabei um ein Werkzeug zur abstrahierenden Beschreibung, das vor allem die Arbeit mit Bestattungen der Qualitätsgruppen A und B erleichtern soll. 7306 Bestattungen aus 23 Gräberfeldern des südwestdeutschen Raumes und der nördlichen Schweiz wurden in eine Datenbank aufgenommen. Anhand der Inventare wurde überprüft, ob eine Korrelation zwischen der Komplexität und Beigabenmenge besteht.
Als Maß für die Komplexität eines Beigabenensembles wurden für die Bearbeitung zwei Einheiten geschaffen: Kategorien beschreiben verschiedene Objektfunktionen oder Nutzungskontexte. Beigabengruppen dagegen gliedern die Kategorien nach Beigabe-Häufigkeit der einzelnen Objektarten auf.
Die Analyse zeigte einen nachweisbaren Zusammenhang zwischen der inhaltlichen Vielfalt und dem Umfang der Beigabenensembles. Zudem konnte mit Hilfe der Kategorien und Beigabengruppen eine neue Klassifikation zur Beschreibung frühmittelalterliche Bestattungen erarbeitet werden.
Abstract
(Englisch)
Rainer Christlein’s concept of analysing combinations of grave-goods - rather than interpreting singular objects as signs of a legal status - had a big impact on the archaeology of early medieval burial sites in the nineteen-seventies. Ever since, his „Qualitätsgruppen“ have been used to describe burial sites and build models of social status. However, especially over the past two decades it has been pointed out that Christlein's concept is insensitive to regional and chronological variations in burial rites. Furthermore, the interpretation of grave-goods as a mirror of the social status had to be abandoned.
In this dissertation a new tool for the analysis of burial sites is provided. To this end, a different method of describing furnished graves has been developed for 23 sites with 5th to early 8th century AD Row-Graves in southwest Germany and northern Switzerland.
Neither single symbolic objects nor specific combinations can be placed at the centre of burial-description, since static and generally held patterns of meaning are not to be expected in the construction of a new identity for the deceased.
Instead, as a result of this dissertation, complexity and variety of the grave-good ensemble are shown to be important dimensions in understanding burial. A statistical correlation of burial wealth and the thematic variety of grave-goods is the basis for this new tool and leads to a different view on the choice of objects for burial in the early Middle Ages.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
early middle ages burial society Christlein
Schlagwörter
(Deutsch)
Frühmittelalter Bestattungen Gesellschaft Christlein
Autor*innen
Constanze Döhrer
Haupttitel (Deutsch)
Komplexe Identitäten
Hauptuntertitel (Deutsch)
Studien zur Gesellschaft des Frühen Mittelalters in Südwestdeutschland ; eine weitergehende Analyse zu Christleins Qualitätsgruppen A und B
Paralleltitel (Englisch)
Complex identities - studies on early medieval social structure in south-west Germany. ; a new analysis on Christlein's
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
428 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Claudia Theune-Vogt ,
Sebastian Brather
AC Nummer
AC08931392
Utheses ID
15517
Studienkennzahl
UA | 092 | 309 | |
