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Die Angst des Zetteldichters vor dem Zerpflücktwerden
Helmut Seethaler im systemischen Kontext
Stefan Palmetshofer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Michael Rohrwasser
DOI
10.25365/thesis.17589
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29148.28017.422363-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Der Wiener Zetteldichter Helmut Seethaler ist seit 40 Jahren im öffentlichen Raum tätig. Bekannt für seine „Literatur zum Pflücken“ gilt der widerspenstige Künstler heute als fester, wenn auch isolierter Bestandteil des kulturellen Wiens.
In Anlehnung an bekannte Sozialtheorien untersucht die vorliegende Arbeit das Schaffen des Zetteldichters aus drei Blickpunkten: dem Funktionssystem des Rechts, dem Funktionssystem der Kulturpolitik und dem Funktionssystem der Wissenschaft. Um die verschiedenen Disziplinen und gesellschaftlichen Bereiche in einer Arbeit erfassen zu können, muss deshalb ein breiter methodischer Rahmen formuliert werden.
Elemente der Diskursanalyse werden mit Elementen von Pierre Bourdieus Feldtheorie und Niklas Luhmanns Systemtheorie verbunden, um anschließend im anarchischen Methodenpluralismus von Paul Feyerabend zu enden. Aufgrund Seethalers eigenwilliger Rechtschreibung muss teilweise auf gängige wissenschaftliche Regeln verzichtet werden, um dem Untersuchungsgegenstand wissenschaftlich gerecht zu werden.
Im juristischen Teil wird auf die rechtlichen Rahmenbedingungen eingegangen, in denen Seethaler agiert. Im kulturpolitischen Teil werden die verschiedenen kulturellen Förderungen diskutiert, die für die Zettelliteratur wichtig sind.
Im ausführlichsten Teil der Arbeit werden verschiedene mögliche, wissenschaftliche Anätze zur Zettelliteratur besprochen. Die Theaterwissenschaft und die Kunstwissenschaft können hier den spärlichen literaturwissenschaftlichen Forschungsstand erweitern. Es zeigt sich, dass Seethalers Schaffen den Flugblättern des 19. Jahrhunderts ebenso ähnelt, wie es sich als mediatisierte Performance beschreiben lässt, die eine Nähe zu Graffiti und Street-Art-Diskursen andeutet.
Auf diese Weise wird ersichtlich, dass Helmut Seethaler seit mehreren Jahrzehnten einen Weg der Literaturverbreitung einschlägt, der heute als modern bis postmodern gewertet werden kann. Die Aktualität seines Schaffens wird betont und Ansätze für weitere Forschung vorgestellt.
Abstract
(Englisch)
For almost 40 year now has the Viennese “Zetteldichter” (Note Poet) Helmut Seethaler been active in public space. The unruly poet, famous for his “Literatur zum Pflücken” (literature to pluck), is nowadays a solid, though isolated part of cultural life in Vienna.
The following study, influenced by common social theories, deals with the Zetteldichter’s work from three different angles: the functional system of law, the functional system of cultural politics and the functional system of science. Elements of discourse analysis, elements of Bourdieu’s field theory and Luhmann’s systems theory will all be unified, to conclude in an anarchic approach of methodical pluralisms in the manner of Paul Feyerabend. Seethaler’s writing will be cited uncorrected, neglecting common rules of academic writing, that otherwise would hinder a scientific analysis of the topic at hand.
The juridical part of the study deals with Helmut Seethaler legal issues concerning his “Zettelliteratur” (Note Poetry), while the cultural political part discusses the different means of cultural and financial support he receives. .
The most elaborate part of the study deals with different scientific approaches to the Zettelliteratur. Theories from Theatre studies and Art studies will further aid the understanding of Seethaler’s work. It will show that his artistic activities resemble the 19th century’s “Flugblätter” (pamphlets) and can also be defined as a specific mediatised performance that incorporates forms of Graffiti and Street-Art-discourses.
In conclusion, this paper stresses the actuality of Seethaler’s modern and postmodern work and offers approaches for future studies.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Helmut Seethaler Note Poet Note Poetry Systems theory Law Cultural politics Austria Graffiti Street Art Multidisciplinarity
Schlagwörter
(Deutsch)
Helmut Seethaler Zetteldichter Zettelliteratur Systemtheorie Recht Kulturpolitik Österreich Graffiti Street Art Multidisziplinarität
Autor*innen
Stefan Palmetshofer
Haupttitel (Deutsch)
Die Angst des Zetteldichters vor dem Zerpflücktwerden
Hauptuntertitel (Deutsch)
Helmut Seethaler im systemischen Kontext
Paralleltitel (Englisch)
The Note Poet's fear of being plucked to pieces
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
125 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Michael Rohrwasser
Klassifikationen
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.15 Wissenschaftspolitik, Kulturpolitik ,
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.03 Methoden und Techniken der geisteswissenschaftlichen Forschung ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.03 Theorie und Methoden der Sprach- und Literaturwissenschaft ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.87 Besondere Literaturkategorien ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.90 Literatur in Beziehung zu anderen Bereichen von Wissenschaft und Kultur ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.94 Literarische Einflüsse und Beziehungen, Rezeption ,
21 Einzelne Kunstformen > 21.98 Mediale Kunst ,
24 Theater > 24.03 Theorie und Ästhetik des Theaters ,
86 Recht > 86.43 Öffentliches Recht: Allgemeines ,
86 Recht > 86.59 Medienrecht
AC Nummer
AC08876225
Utheses ID
15765
Studienkennzahl
UA | 332 | | |
