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Bauer sein im Gföhler Raum
zwischen "Stabilem Grundsteuerkataster" und "Grundsteuerregulierung"
Christiane Raidl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Ernst Bruckmüller
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.1922
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29929.22655.108262-1
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Für den Bezirk Gföhl wurde eine Darstellung der Lebens- und Wirtschaftsbedingungen der Bauern versucht. Der Hauptteil der Arbeit liegt in der Auswertung der Operate des Franzis-zeischen Katasters. Dieser war 1817 durch ein Patent Kaiser Franz I in Auftrag gegeben worden. Die Arbeiten hatten in Niederösterreich begonnen, daher war dieses Kronland Vor-bild für alle anderen. Der zeitliche Rahmen ist mit der Aufnahme des Stabilen Katasters, und der Vollendung der Grundsteuerregulierung gewählt worden. Das 19. Jahrhundert brachte eine Verbesserung der Geräte und den Beginn der Verbreitung von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, die die Arbeiten rationalisierten und die Erträge steigerten. Die Reinerträge der einzelnen Kulturgattungen konnten aus den Operaten ermittelt und den Ergebnissen der Grundsteuerregulierung gegenübergestellt werden. In die Bearbeitung sind die 60 Katastralgemeinden des Bezirkes, soweit die Quellen erhalten blieben, und die Gemeinde Droßeramt, die nicht zum Bezirk Gföhl gehörte, jedoch in der untertänigen Zeit eines der Waldämter der Herrschaft Gföhl bildete, eingegangen. Dabei ergaben sich zwischen den beiden Aufnahmen flächenmäßige Verschiebungen in den einzelnen Kulturgattungen, die sich vorwiegend in einer neuen Definition der Hutweiden ausdrückten. Der Anteil dieser ging in der Aufnahme der Grundsteuerregulierung stark zurück, wobei er für manche Gemeinden nur noch 10% der Fläche, die im Stabilen Kataster ausgewiesen war, betrug. Die Differenz ordnete man vorwiegend den Wiesen, wenn es sich um bessere Bonitäten handelte, oder den Waldflächen zu. Die Reinerträge erfuhren bei den Äckern und Wäldern 1883 eine beträcht-liche Anhebung, während teilweise die Wiesen und besonders die Hutweiden eine Verminde-rung erfuhren. Neben den Reinerträgen brachte die Anschätzung vom Ende der 1820er Jahre ein Bild der kultivierten Feldfrüchte. Für dieses Gebiet zeigte sich in vielen Gemeinden eine geringe Vielfalt. Es war an der Dreifelderwirtschaft festgehalten und höchstens in die Brachfelder etwas Kartoffeln bzw. Klee gebaut worden. Der durchschnittliche Anteil der Brache lag im Untersuchungsgebiet nach dem Stabilen Kataster bei 28,12 %, nach einer Erntestatistik der Landwirtschaftsgesellschaft, für das k. k. Ackerbauministerium 1869 erstellt, noch immer bei 20,42 %. Dieser Wert berücksichtigte aber nicht die unterschiedliche Bewirtschaftung von bäuerlichen und Gutsbetrieben. Bei den Bauern könnte dadurch der Anteil noch immer höher liegen. Der Kataster ging von einer gemeindeüblichen Wirtschaftsweise aus, während die Erntestatistik die Region als Ganzes ansah. Die Hauptfrüchte blieben während der ganzen Periode Korn, Hafer und Kartoffel, wobei der Hafer an Bedeutung etwas eingebüßt hatte. Die Flächen der Kartoffel erhöhten sich kaum, doch war der Ertrag pro Joch angestiegen. Nebenfrüchte bildeten Weizen, Gerste, Halmrübe und Flachs. Die Flächenprozente von Weizen und besonders der Gerste hatten sich verdoppelt bzw. mehr als verachtfacht, der Anbau der Halmrübe nahm etwas ab. Den Flachs kultivierte man zur Zeit des stabilen Katasters in den meisten Gemeinden, doch hauptsächlich für den Eigenbedarf. Nur in den westlichen Gemeinden war die Fläche so bedeutend, dass sie in die Ertragsanschätzung einging. In die Erntestatistik war dieses Produkt nicht mehr aufgenommen worden. Die Flächen für den Grünfutterbau erfuhren eine Zunahme. Betrachtet man die Verhältnisse nach der Grundentlastung muss man feststellen, dass dieses Gebiet keine besondere Förderung oder Betreuung erfuhr. Die Institution der Landwirtschafts-gesellschaft wirkte lange nicht flächendeckend in diesem Raum über ihre Bezirksstellen oder Casinos. Erst zu Beginn der 1890er Jahren erfolgte eine Reihe von Gründungen. Die Projekte, die in den 1870er Jahren erarbeitet wurden, waren alle nicht auf diesen Bezirk bezogen. Für das Waldviertel förderte man nur den Flachsbau, der aber zu dieser Zeit im Gföhler Raum keine Bedeutung mehr hatte, das Zentrum dieser Kultur lag westlicher. Die einzige landwirtschaftliche Ausbildungsstätte in Großau verlor das Gebiet an Feldsberg. Die Wirtschaftsbesitzer blieben mit ihren Problemen alleine gelassen. Sie versuchten durch Erzeugung von Holzwerkzeugen, Schindeln und Weingartenpfählen das nötige Bargeld aufzubringen, das sie aus ihren kleinen Höfen nicht jedes Jahr erwirtschaften konnten. Es handelte sich hier um eine bevölkerungsschwache Übergangszone vom Weinland zum oberen Waldviertel.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Franziszeischer Kataster Gföhl Grudsteuerregulierung
Autor*innen
Christiane Raidl
Haupttitel (Deutsch)
Bauer sein im Gföhler Raum
Hauptuntertitel (Deutsch)
zwischen "Stabilem Grundsteuerkataster" und "Grundsteuerregulierung"
Publikationsjahr
2008
Umfangsangabe
223 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ernst Bruckmüller
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.09 Wirtschaftsgeschichte ,
15 Geschichte > 15.60 Schweiz, Österreich-Ungarn, Österreich
AC Nummer
AC07072454
Utheses ID
1586
Studienkennzahl
UA | 312 | 295 | |
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