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Kritischer Vergleich der literaturtheoretischen Methodik
Martin Hermann Begle
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Rainer Just
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.17854
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29781.39054.728969-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Frage nach der richtigen Interpretation eines literarischen Werks und der damit verbundenen Anwendung einer bestimmten literaturtheoretischen Methodik sorgt nicht nur unter Literaturwissenschaftlern oft für Diskussionen. Das Werk von Franz Kafka hat dabei eine besondere Stellung, da seine Texte Ansatzpunkte und Interpretationsspielraum für so gut wie jede Literaturtheorie liefern. Aus diesem Grund wurde für diese Arbeit über einen „kritischen Vergleich der literaturtheoretischen Methodik“ eines von jenen Werken Kafkas ausgewählt, die beispielhaft für diese vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten sind. „Das Urteil“ ist eine Geschichte, die derart viel Spielraum für unterschiedliche Methoden anbietet, dass bereits unzählige Analysen verschiedener literaturwissenschaftlicher Disziplinen zu ihr vorliegen. Um diese Vielfalt zu verdeutlichen, wurde als Grundlage für die vorliegende Arbeit „Kafkas »Urteil« und die Literaturtheorie – Zehn Modellanalysen“ ausgewählt. Nach ein paar allgemeinen Überlegungen im ersten Drittel der Arbeit werden im zweiten Teil einige dieser Modellanalysen untersucht und auch miteinander in Beziehung gebracht. Die Beispiele für angewandte Hermeneutik, Strukturalismus, Psychoanalyse und Dekonstruktion weisen sehr unterschiedliche Herangehensweisen an literarische Werke auf. Erwartungsgemäß führen diese verschiedenen Methoden oft zu widersprüchlichen Ergebnissen. Dennoch gibt es bei einem Vergleich der wissenschaftlichen Methoden auch erstaunliche Parallelen und Gemeinsamkeiten bei Anwendung Ergebnissen divergenter theoretischer Modelle. Dies wird anhand der ausgewählten Beispiele veranschaulicht. Konzentrieren sich die Methoden für ihre Analysen auf unterschiedliche Eigenschaften des Textes, so bewegen sie sich trotzdem stets im selben Bereich. Ausgangspunkte all dieser Modelle sind und bleiben der zu untersuchende Text und auf Vernunft und aktuellem Wissensstand basierende Interpretationen einzelner Eigenschaften des Textes. Das rührt daher, dass sämtliche literaturwissenschaftlichen Modelle auf Basis und als Ergänzung und Erweiterung der Hermeneutik entstanden sind, indem Methoden anderer philologischer Disziplinen herangezogen und für die Literaturwissenschaft adaptiert wurden. Diese fremde Herkunft vieler theoretischer Modelle hat zu einer Fokusverschiebung in deren Anwendung geführt. Bei vielen Analysen geht es weniger darum, durch die Anwendung der für das Untersuchungsobjekt passenden Methode zu eindeutigen und nachvollziehbaren Ergebnissen zu kommen. Literaturwissenschaftler konzentrieren sich oftmals mehr darauf zu veranschaulichen, dass ihre Wahl der Untersuchungsmethode die richtige ist. Dabei geht es, wie bereits erwähnt, weniger um neue Erkenntnisse, sondern eher darum, die Möglichkeit der Anwendung einer Methode zu beweisen und damit diese Entscheidung und auch die Existenz der philologischen Denkweise als literaturwissenschaftliches Instrument zu legitimieren. Mit der Frage nach einer richtigen oder gar universell anwendbaren Theorie hat dies jedoch denkbar wenig zu tun. Um für ein Werk die „richtige“ Interpretationsmethode zu finden, ist es notwendig, unvoreingenommen an einen Text heranzugehen. Durch eine hermeneutische Untersuchung, die nach und nach durch spezifischere Modelle erweitert wird, können im Ausschlussverfahren fruchtbare und unfruchtbare Methoden identifiziert werden. So ist es möglich, im Idealfall das ganze Bedeutungsspektrum des untersuchten Textes aufzuschlüsseln. Man könnte also sagen, dass es nicht darum geht, die „richtige“ Methode, sondern die richtige Kombination aus den zur Verfügung stehenden Denkansätzen zu finden.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Literaturtheorie Literaturkritik Methodik Theorie Kritik Das Urteil Kafka
Autor*innen
Martin Hermann Begle
Haupttitel (Deutsch)
Kritischer Vergleich der literaturtheoretischen Methodik
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
93 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Rainer Just
Klassifikationen
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.02 Wissenschaftstheorie ,
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.02 Philosophie und Theorie der Geisteswissenschaften ,
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.03 Methoden und Techniken der geisteswissenschaftlichen Forschung ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.03 Theorie und Methoden der Sprach- und Literaturwissenschaft ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.73 Literaturtheorie: Allgemeines
AC Nummer
AC08888974
Utheses ID
15996
Studienkennzahl
UA | 393 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1