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Die Konstruktion des "Eigenen" und des "Fremden" im asylpolitischen Diskurs in Kärnten/Koroška
Janine Wulz
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Sieglinde Rosenberger
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.17985
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29775.59697.191266-3
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Konstruktion des „Eigenen“ und des „Fremden“ im asylpolitischen Diskurs in Kärnten/Koroška. Basierend auf Sekundärliteratur zu Identitätskonstruktion, Identitätspolitik sowie Asylpolitik in Österreich und in Kärnten/Koroška, wurde eine Diskursanalyse des medialen Diskurses der Kärntner Asylpolitik zwischen 2008 und 2010 durchgeführt. Dazu wurden Artikel der Kleinen Zeitung sowie Presseaussendungen über den Originaltextservice der APA (Austria Presse Agentur) mit der Methode der Diskursanalyse nach Siegfried Jäger bearbeitet. Verschiedene Themen, wie das Asylquartier auf der Saualm, die Diskussion über ein Erstaufnahmezentrum für AsylwerberInnen in Kärnten/Koroška, der Umgang mit AsylwerberInnen aus Tschetschenien, ein Brand in einem Asylquartier in Klagenfurt/Celovec sowie allgemeine Texte zur Asylpolitik wurden grob analysiert. Daran anschließend wurden einzelne Aussagen verschiedener AkteurInnen im Detail betrachtet. Aus dieser Analyse ergibt sich, dass AsylwerberInnen in Kärnten/Koroška innerhalb eines hauptsächlich von FPK (ehm. BZÖ) und Landesregierung geführten hegemonialen Diskurses als Sicherheitsrisiko, kriminell, gewalttätig und „straffällig“ konstruiert werden. TschetschenInnen werden im asylpolitischen Diskurs häufig als einzelne Gruppe erwähnt und als besonders gewalttätig konstruiert. Demgegenüber werden KärntnerInnen als bedrohte, zu schützende Gruppe gezeichnet, deren Hilfsbereitschaft ausgenützt wird. Im zumeist von Grünen und NGOs geführten Gegendiskurs werden AsylwerberInnen häufig als Opfer konstruiert, denen es zu helfen gilt, während die KärntnerInnen für Menschenrechte kämpfen. Im Verlauf des Diskurses verändert sich diese klar voneinander abgegrenzten Positionen dahingehend, dass AsylwerberInnen, vorwiegend durch SPÖ und FPK, neu konstruiert werden. Nun wird zwischen „guten“, integrierten und „schlechten“, kriminellen AsylwerberInnen unterschieden. Im Wahlkampf 2009 ist Asylpolitik ein dominierendes Thema. Asylpolitik als Identitätspolitik bietet Potential für emotionale Mobilisierung und politische Profilbildung und ermöglicht es, komplexere gesellschaftliche Problemstellungen zu überdecken. Gleichzeitig werden AsylwerberInnen systematisch aus der Gesellschaft ausgeschlossen und haben auf Grund ihrer Lebenssituation in Asylquartieren (rurales Gebiet, Besuchsverbote) kaum Möglichkeiten, selbst Stellung im Diskurs über sie zu beziehen. Asylpolitik wird von unterschiedlichen AkteurInnen als Identitätspolitik betrieben. Dabei wird das „Eigene“ und das „Fremde“ unterschiedlich und anhand verschiedener Bruchlinien konstruiert. Der Anstieg von sozialpolitischen Diskursen im Wahlkampf macht deutlich, dass politische AkteurInnen in Kärnten/Koroška das Mobilisierungspotential von Identitätspolitik zumindest teilweise für ihre eigene politische Profilierung nutzen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Diskursanalyse Asly Kärnten Identitätspolitk
Autor*innen
Janine Wulz
Haupttitel (Deutsch)
Die Konstruktion des "Eigenen" und des "Fremden" im asylpolitischen Diskurs in Kärnten/Koroška
Paralleltitel (Englisch)
The construction of "us" and "them" in Carinthian discourse on asylum politics
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
143 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Sieglinde Rosenberger
Klassifikation
89 Politologie > 89.41 Staat und einzelne Gruppierungen
AC Nummer
AC10665406
Utheses ID
16104
Studienkennzahl
UA | 300 | | |
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