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Das Spannungsfeld Klimaveränderung - Ernährungssicherheit
lokale AkteurInnen des globalen Südens und ihre Kapazitäten und Strategien für eine klimafreundliche und klimaresiliente Ernährungssicherung
Anna Maria Kassama
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Petra Gruber
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.18079
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30053.18911.671661-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Klimaveränderung zu lindern, zu bewältigen und sich an diese anzupassen, sowie eine umfassende Ernährungssicherheit weltweit zu realisieren, sind wichtige gegenwärtige und künftige Herausforderungen. Klimatische Veränderungen und die Sicherung einer adäquaten Ernährung weisen dabei zahlreiche komplexe Zusammenhänge auf, weshalb auch von einem Spannungsfeld Klimaveränderung-Ernährungssicherheit gesprochen werden kann. Einerseits trägt das Landwirtschafts- und Ernährungssystem in all seinen Bereichen – insbesondere auf der landwirtschaftlichen Ebene – zur Klimaveränderung bei. Auf der anderen Seite werden auch alle Dimensionen der Ernährungssicherheit stark durch die Klimaveränderung beeinflusst. Das Spannungsfeld Klimaveränderung-Ernährungssicherheit erreicht durch die Verbindungen mit zahlreichen ökologischen, sozioökonomischen, kulturellen und politischen Aspekten weitere Komplexität. Lokale AkteurInnen des globalen Südens sind im Spannungsfeld Klimaveränderung- Ernährungssicherheit und darüber hinaus zahlreichen Verwundbarkeiten ausgesetzt. Der Vulnerabilitätskontext wird dabei durch Schocks, langfristige Veränderungen und saisonale Gegebenheiten geformt. Die Degradierung von Ökosystemen stellt eine besondere Herausforderung für lokale AkteurInnen der südlichen Hemisphäre dar, da ihre Lebensgrundlagen häufig unmittelbar auf den Ökosystemdienstleitungen der Erde beruhen. Es bestehen jedoch auch zahlreiche Optionen für eine klimafreundliche, sowie eine klimaresiliente Ernährungssicherung auf lokaler Ebene. Demnach sind lokalen AkteurInnen des globalen Südens viele Strategien zugänglich, um die Treibhausgasemissionen zu lindern und ihre Ernährungssicherung klimafreundlich zu gestalten. Dabei bieten zahlreiche Praktiken nicht nur einen vielfältigen Nutzen für die Mitigation der Klimaveränderung, sondern gleichzeitig auch für deren Bewältigung und die Anpassung an diese, wobei die Ernährungssicherheit gefördert und ebenso die Ökosystemdienstleistungen und die Biodiversität geschützt werden können. Des Weiteren ist eine tragfähige Gestaltung der Konsummuster auch in Ländern des globalen Südens zusehends ein wichtiger Ansatzpunkt für die Mitigation der Treibhausgasemissionen. Neben den Möglichkeiten für eine klimafreundliche Ernährungssicherung auf lokaler Ebene, verfügen lokale AkteurInnen der südlichen Hemisphäre auch über umfassende Kapazitäten und Strategien für eine klimaresiliente Ernährungssicherung. Die vorhandenen und zugänglichen Ressourcenausstattungen in Form der natürlichen Ressourcen, der materiellen Basis, des Finanzkapitals, des menschlichen Potentials, des Sozialkapitals und des politischen Kapitals sind dabei von grundlegender Bedeutung. Insbesondere das Wissen, die Erfahrungen und bewährte Praktiken lokaler AkteurInnen sind ein grundlegender Aspekt ihrer Resilienz und Anpassungskapazität. Handlungsmöglichkeiten und Anpassungsstrategien lokaler AkteurInnen der südlichen Hemisphäre beinhalten die Gemeinschafts-basierte Anpassung, die Ökosystem-basierte Anpassung, oder die Diversifizierung von Lebensgrundlagen. Es bestehen im Speziellen bei der Nahrungsproduktion zahlreiche Anpassungsoptionen an die Klimaveränderung und die Klimavariabilität. In diesem Zusammenhang finden laufend Adaptionen statt, in denen lokale AkteurInnen pro-aktiv und kreativ handeln, um die Veränderungen ihrer Umwelt zu bewältigen und sich an diese anzupassen. Der soziale und kulturelle Kontext und die sozialen und kulturellen Grenzen lokaler Anpassungen sind jedenfalls wichtige Aspekte, die es bei der Anpassung an die Klimaveränderung im Kontext der Ernährungssicherung zu berücksichtigen gilt. Schließlich sind für die Möglichkeiten und Handlungen lokaler AkteurInnen des globalen Südens im Spannungsfeld Klimaveränderung- Ernährungssicherung auch zahlreiche förderliche Rahmenbedingungen vonnöten. Das gegenwärtige Landwirtschafts- und Ernährungssystem ist durch profunde Ungleichheiten gekennzeichnet und trägt maßgeblich zur Degradierung der Ökosystemdienstleistungen und der Biodiversität bei. Das Landwirtschafts- und Ernährungssystem sozial und ökologisch tragfähig zu gestalten, stellt eine umfassende Herausforderung für die Menschheit dar. Für eine weltweite Ernährungssicherung ist es generell unabdingbar, das Menschenrecht auf eine adäquate Ernährung zu berücksichtigen, die Ernährungssouveränität und lokale, demokratisierte Agrar- und Ernährungssysteme zu verwirklichen, und damit zusammenhängend die Kleinbäuerinnen und -bauern der südlichen Hemisphäre zu fördern. Die ökologische Landwirtschaft hat in diesem Zusammenhang eine bedeutende Rolle inne und kann zur Mitigation von Treibhausgasen, sowie zur Anpassung an die Klimaveränderung beitragen. Jedenfalls kann keine flächendeckende, einheitliche Gesamtstrategie für alle geographischen, ökologischen und sozioökonomischen Kontexte angewandt werden. Tragfähige Lösungsansätze sind auf der lokalen und regionalen Ebene zu identifizieren und zu realisieren. Dabei gilt es auf robuste Strategien und Ansätze zu fokussieren, die angesichts der mannigfachen und komplexen gegenwärtigen und künftigen Herausforderungen zukunftsfähig sind.
Abstract
(Englisch)
Mitigating climate change, coping with climate change and adapting to climate change as well as realizing global food security are important present and future challenges. Thereby climatic changes and the securing of an adequate nutrition have numerous complex linkages. On the one hand the food system contributes in all its areas to climate change – especially in the realm of agriculture. On the other hand all dimensions of food security are strongly influenced by climate change. Due to its linkages with a number of ecological, socio-economic, cultural and political aspects the area of tension climate change-food security gains further complexity. Local actors of the global south are exposed to many vulnerabilities in the area of tension climate change-food security and beyond. The vulnerability context is thereby formed by shocks, trends and seasonality. The degradation of ecosystems is a particular serious challenge for local actors of the southern hemisphere because their livelihoods often directly depend on ecosystem services. But there are also numerous options for a climate friendly and resilient food security on the local level. Therefore there are many strategies available to local actors of the global south to mitigate greenhouse gases and secure their food climate friendly. Thereby many practices not only offer benefits for the mitigation of climate change but at the same time also for coping with and adapting to climate change, whereby food security can be promoted and the ecosystem services and biodiversity can be protected as well. Furthermore sustainable food consumption is increasingly an important starting point for the mitigation of greenhouse gases in countries of the global south. In addition to the options for a climate friendly food security on the local level, local actors of the southern hemisphere also have many capacities and strategies for a climate resilient food security. The available and accessible livelihood assets in the form of natural capital, physical capital, financial capital, human capital, as well as social and political capital are especially important in this context. In particular local actors’ knowledge, experiences and best practices are an important aspect of their resilience and capacity to adapt. Options for action and adaptation strategies of local actors of the global south include the Community-based adaptation, the Ecosystem-based adaptation or the diversification of livelihoods. Especially concerning the production of food there are numerous options for adapting to climate change and climate variability. In this regard ongoing adaptations are happening whereby local actors act pro-actively and creatively to cope with and adapt to changes. The social and cultural context and the social and cultural limits of local adaptations are important aspects which have to be considered with regard to climate change adaptation in the context of food security. Furthermore many enabling framework requirements are necessary for the options and actions of local southern actors in the area of tension climate change-food security. The current food system is characterized by profound inequalities and contributes strongly to the degradation of ecosystem services and biodiversity. To create a social and ecological sustainable food system is a huge challenge for humanity. For a worldwide food security it is generally indispensable to consider the human right for an adequate nutrition, as well as to achieve food sovereignty and local, democratized food systems. In connection with that small scale farmers of the southern hemisphere should be promoted. Organic agriculture has an important role to play and can contribute to the mitigation of greenhouse gases as well as to the adaptation to climate change. It is important to note that there is no comprehensive, single overall strategy for all geographical, ecological and socioeconomic contexts. Sustainable solutions have to be identified and realized at the local and regional level. Thereby the focus should be on robust strategies and approaches which are sustainable given the numerous and complex present and future challenges.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
climate change food security local actors global south
Schlagwörter
(Deutsch)
Klimaveränderung Ernährungssicherheit lokale AkteurInnen globaler Süden
Autor*innen
Anna Maria Kassama
Haupttitel (Deutsch)
Das Spannungsfeld Klimaveränderung - Ernährungssicherheit
Hauptuntertitel (Deutsch)
lokale AkteurInnen des globalen Südens und ihre Kapazitäten und Strategien für eine klimafreundliche und klimaresiliente Ernährungssicherung
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
161 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Petra Gruber
Klassifikationen
43 Umweltforschung > 43.33 Umweltfreundliche Nutzung natürlicher Ressourcen ,
43 Umweltforschung > 43.47 Globale Umweltprobleme ,
43 Umweltforschung > 43.70 Entwicklungsländer und Umwelt ,
48 Land- und Forstwirtschaft > 48.16 Agrarsysteme ,
48 Land- und Forstwirtschaft > 48.30 Natürliche Ressourcen ,
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein: Allgemeines
AC Nummer
AC08945620
Utheses ID
16188
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1