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Akzent als Qualitätsparameter beim Simultandolmetschen
Justyna Bork
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Betreuer*in
Franz Pöchhacker
DOI
10.25365/thesis.18090
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30164.13008.375565-3
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In dieser Arbeit wird empirisch untersucht, ob und inwiefern der nichtmuttersprachliche Akzent von SimultandolmetscherInnen einen Einfluss auf die Qualitätsbeurteilung ihrer Arbeit seitens der RezipientInnen hat. Zum nichtmuttersprachlichen Akzent wird sowohl der Forschungsstand innerhalb der Dolmetschwissenschaft als auch innerhalb der Zweitsprachenerwerbsforschung, insbesondere in Hinblick auf seine Ursachen und Merkmale, vorgestellt. In der Dolmetschwissenschaft wird der nichtmuttersprachliche Akzent im Zusammenhang mit der Direktionalität und der Qualitätsforschung thematisiert. Neben dem Überblick bisheriger empirischer Untersuchungen innerhalb der Qualitätsforschung beim Simultandolmetschen, die den nichtmuttersprachlichen Akzent als Qualitätsparameter behandeln, werden die Arbeiten von Elisabeth Stévaux (2007), Andrew Cheung (2003) und Judith Rožić (2004), in denen simultane Dolmetschleistungen mit und ohne Akzent miteinander verglichen werden, detailliert vorgestellt. Auf diesen drei Arbeiten basiert das empirische Vorhaben der vorliegenden Masterarbeit. Laut den in der Dolmetschforschung aufgezeigten Tendenzen in Bezug auf die Erwartungen an Dolmetschleistungen möchten RezipientInnen, dass eine Verdolmetschung vor allem kohärent sei. Außerdem sollte die Originalrede sinngemäß und korrekt wiedergegeben werden. Außerdem wird viel Wert auf Flüssigkeit und Diktion gelegt. Handelt es sich bei den UmfrageteilnehmerInnen um DolmetscherInnen, gibt es darüber hinaus hohe Erwartungen an die Stimme der DolmetscherIn und an ihre Professionalität. Der nichtmuttersprachliche Akzent wurde in den bisherigen Studien zu Erwartungserhebungen stets an letzter Stelle angegeben. Dennoch kam in den meisten bisherigen Forschungsarbeiten bei der Beurteilung konkreter Simultandolmetschleistungen den formalen Aspekten mehr Bedeutung zu als den inhaltlichen und nichtmuttersprachliche Verdolmetschungen wurden, zumindest was die meisten Parameter betrifft, tendenziell schlechter als muttersprachliche bewertet. Zur Überprüfung der aus früheren Forschungen resultierenden Hypothese, dass der nichtmuttersprachliche Akzent einen negativen Einfluss auf die Qualitätsbewertung einer Simultandolmetschleistung hat, wird in der gegenständlichen Masterarbeit eine Online-Umfrage mit LimeSurvey unter 66 UmfrageteilnehmerInnen durchgeführt. Die UmfrageteilnehmerInnen werden gebeten, einen Fragebogen mit jeweils 10 Aussagen zu Erwartungen an eine Verdolmetschung und zur Beurteilung zweier, mithilfe von Shadowing erstellten, vergleichbaren Dolmetschleistungen, mit und ohne Akzent, auszufüllen. In der vorliegenden Studie können die in früheren Studien zur Erwartungserhebung an eine Simultanverdolmetschung aufgezeigten Tendenzen bestätigt werden. Bei der Bewertungserhebung der Studie kann die Tendenz, eine nichtmuttersprachliche Verdolmetschung schlechter als eine muttersprachliche zu bewerten, nicht bestätigt werden. Vielmehr wird in den Ergebnissen der vorliegenden Studie beobachtet, dass eine negative Auswirkung auf die Qualitätsbeurteilung einer Simultanverdolmetschung aufgrund des Parameters Akzent relativ ist, da andere Parameter in deren negativen Ausprägung die Bewertung auch bzw. mehr beeinflussen.
Abstract
(Englisch)
This MA thesis examines the influence of non-native accent of a simultaneous interpreter on the quality of his or her performance as perceived by recipients. This study is both theoretical and empirical. The author provides a comprehensive review of the current state of research of non-native accent in Interpreting Studies and focuses on theoretical considerations related to simultaneous interpreting, directionality and the actual situation of the interpreting market. A brief overview of SLA research findings concerning the non-native accent focuses on research directed at understanding the causes and characteristics of this phenomena. To probe into this field, the author made an empirical study to explore the role of non-native accent in listeners' evaluation of SI quality in terms of the criteria used by Stévaux (2007), Cheung (2003) and Rožić (2004). The results show that the recipients did not give low ratings to other quality parameters because of a non-native accent of the interpreter. The recipients were rather assessing the quality subjectively. While some perceived the non-native accent of the interpreter disturbing, the majority did not. The interpreter in her role as active communicator became a significant factor in the evaluation of the quality of her performance. Results suggest that weaknesses in other parameters than accent can have a more marked effect on quality perception and assessment. The hypothesis that foreign accent has a negative impact on the recipients’ quality judgment was not supported. The study yield results which modify previous findings.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
non-native accent interpreting quality
Schlagwörter
(Deutsch)
Akzent Qualität Simultandolmetschen
Autor*innen
Justyna Bork
Haupttitel (Deutsch)
Akzent als Qualitätsparameter beim Simultandolmetschen
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
128 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Franz Pöchhacker
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.43 Zweitsprachenerwerb ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.45 Übersetzungswissenschaft
AC Nummer
AC10664728
Utheses ID
16198
Studienkennzahl
UA | 065 | 351 | 345 |
