Detailansicht

Kanonisierter Ausnahmezustand
historische Romane als "Moratorien des Alltags"
Michael Moser
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Norbert Bachleitner
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.18106
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29345.83355.231560-8
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Seit Jahrzehnten wird die Forschung zum historischen Erzählen von der Frage nach den Wechselwirkungen zwischen Kategorien von Historie und Fiktion dominiert. Diesmal nicht. Unsere Arbeit meint: Der historische Roman ist UnterhaltungsKUNST. Ausgehend von Manès Sperbers und Odo Marquards Konzept vom Moratorium des Alltags sowie mit Blick auf die Festtheorie von Roger Caillois soll dieses Postulat exemplarisch verifiziert werden; erprobt an Klassikern aus dem Genrekanon für das 19. Jahrhundert (Walter Scotts Waverley und Ivanhoe, Alfred de Vignys Cinq-Mars, Balzacs Les Chouans, Manzonis I promessi sposi, Flauberts Salammbô, Tolstois Война и мир / Krieg und Frieden). Der Kongruenz von Krieg und Fest wird in den Romantexten nachgespürt, ebenso dem textimmanent geäußerten Bedürfnis nach Flucht aus dem Alltagsleben bzw. nach Aufhebung der gewöhnlichen Ordnung der Dinge. Die Romane bieten einen derartigen Aufschub des Alltags ihren Leserschaften einerseits als eskapistischen Genuss an. Andererseits inszenieren die Texte jene den Alltag aufhebenden Momente bewusst als solche – sie reflektieren und gleichzeitig bedienen sie das Bedürfnis, dem Alltag zu entfliehen. Der Eskapismus wird ästhetisiert.
Abstract
(Englisch)
For decades, most studies of historical fiction have focused on the interaction between categories of history and fiction. Not this time. This paper suggests: The historical novel is an entertaining ART. Following the concept of Moratorium of everyday life by Manès Sperber and Odo Marquard, and taking Roger Caillois’s theory of festivity into consideration, this claim will be exemplarily verified on canonised genre classics of the 19th century (Walter Scott’s Waverley and Ivanhoe, Alfred de Vigny’s Cinq-Mars, Balzac’s Les Chouans, Manzoni’s I promessi sposi, Flaubert’s Salammbô, Tolstoy’s Война и мир / War and peace). A close reading will show the congruence of war and feast within these texts as well as the narrated wish to escape the daily routine and to have the common order of things suspended. The novels offer their readers such an 'evasion of everyday life' not only for mere pleasure and escapism; they also transcend the suspension of the ordinary. The desire for escapism is both stilled and reflected upon. Escapism is aestheticised.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Historical novel Canon Feast War Walter Scott Alfred de Vigny Honoré de Balzac Alessandro Manzoni Gustave Flaubert Lev Tolstoy
Schlagwörter
(Deutsch)
Historischer Roman Kanon Fest Krieg Walter Scott Alfred de Vigny Honoré de Balzac Alessandro Manzoni Gustave Flaubert Lew Tolstoi
Autor*innen
Michael Moser
Haupttitel (Deutsch)
Kanonisierter Ausnahmezustand
Hauptuntertitel (Deutsch)
historische Romane als "Moratorien des Alltags"
Paralleltitel (Englisch)
Canonised state of exception ; Hhstorical novels as "Moratorium of everyday life"
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
128 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Norbert Bachleitner
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.80 Literarische Gattungen: Allgemeines ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.81 Epik, Prosa ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.92 Vergleichende Literaturwissenschaft: Allgemeines ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.93 Literarische Stoffe, literarische Motive, literarische Themen
AC Nummer
AC08927922
Utheses ID
16214
Studienkennzahl
UA | 393 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1