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Ambivalenz der Währungsunion
die Widersprüche des Euro und ihre Auswirkungen auf die Politik
Jürgen Bozsoki
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Karl Ucakar
DOI
10.25365/thesis.18216
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30441.45899.757066-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die eingereichte Dissertation analysiert die mit der Euro-Einführung verbundenen Ambivalenzen und wie sich diese auf die Politik auswirken. Der Begriff Ambivalenz leitet sich aus dem Lateinischen von „ambo“ (beide) und „valere“ (gelten) ab. Im Duden wird „ambivalent“ als „in sich widersprüchlich“ und bildungssprachlich als „zwiespältig“ definiert.
Am Beginn steht eine historische Aufarbeitung, die das ambivalente Verhältnis zwischen deutschen und französischen geldpolitischen Konzeptionen betrachtet und jene Umstände kritisch analysiert, wie sich die Währungsunion vollzogen hat.
Dies führt zur These, dass supranationale Geld- und nationale Wirtschaftspolitik auf Dauer nicht bzw. nur unzureichend funktionieren können. Nach der Einschätzung der gängigsten ökonomischen Theorien von Währungsunionen (z.B. Mundells Theorie des optimalen Währungsraums, "Ökonomisten" versus "Monetaristen") folgt eine empirische Fundierung der ökonomischen Divergenzen der Eurozone. Kritisiert wird, dass das Fehlen von ökonomischer Konvergenz nicht mehr durch Wechselkurs- sondern nur noch durch Faktorenanpassung (z.B. Löhne) vorgenommen werden kann. Supranationale Geld- und weitgehend nationale Wirtschaftspolitik führen automatisch zu wirtschaftlichen (inneren) Ungleichgewichten (Leistungsbilanz, Wettbewerbsfähigkeit etc.). Diese Aspekte wurden bis zur Finanzkrise 2008 nicht ausreichend beachtet und mündeten deshalb in einer Krise der Währungsunion. Die Dissertation analysiert zudem den Zusammenhang zwischen den deregulierten Finanzmärkten und den Konsequenzen für die Eurozone. Die große Schwäche der Währungsunion liegt darin, dass Probleme von einzelnen Staaten automatisch "vergemeinschaftet" werden, die Politik aber nur sehr zögerlich europäische Lösungen sucht. In der Arbeit werden fünf Möglichkeiten zur "Neukonstruktion" der Währungsunion präsentiert, ihre Vor- und Nachteile geprüft und europäische Möglichkeiten zur Regulierung der Finanzmärkte vorgestellt. Dargestellt werden zudem jene Ambivalenzen, mit denen sich die Europäische Zentralbank (EZB) auseinandersetzen muss.
Abschließend ergibt sich die Fragestellung, welche Auswirkungen die komplexen Widersprüche für die Politik mit sich bringt. Auffallend ist dabei eine zunehmende "Entstaatlichung der Politik" sowie das Fehlen eines klaren Ziels der europäischen Integration. In dieses Vakuum stoßen Populisten, die dem Integrationsprozess grundsätzlich ablehnend gegenüberstehen.
Fazit der Dissertation: Nur wenn Währungs- und Staatsgebiet deckungsgleich sind, funktioniert eine gemeinsame Währung. Die Arbeit ist ein visionäres Plädoyer für einen föderalen europäischen Bundesstaat. Denn nur dann macht der Euro wirklich Sinn.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Euro Währungsunion Wirtschaft Finanzmärkte Geldpolitik Europäische Zentralbank Wirtschaftspolitik
Autor*innen
Jürgen Bozsoki
Haupttitel (Deutsch)
Ambivalenz der Währungsunion
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Widersprüche des Euro und ihre Auswirkungen auf die Politik
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
199 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Karl Ucakar ,
Johann Dvorak
Klassifikation
89 Politologie > 89.73 Europapolitik, Europäische Union
AC Nummer
AC09381905
Utheses ID
16316
Studienkennzahl
UA | 300 | 295 | |
