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Kritik des Integrationsparadigmas
Integration als multiple Ausgrenzungspraxis?
Hannah Krumschnabel
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Ulrich Brand
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30493.72171.262153-7
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ein allgemeiner „Integrationsbedarf“ von ImmigrantInnen scheint in der öffentlichen Wahrnehmung ausgemachte Sache zu sein. Obwohl sich eine Flut von wissenschaftlichen wie politischen Konzepten, Programmen und Grundsatzpapieren mit dem Thema beschäftigt, fehlt eine gemeinsame Definition, Problemwahrnehmung oder gar Zielsetzung vollends. Vielmehr fungiert der Ruf nach Integration als für verschiedenste Interessenslagen beliebig dehn- und einsetzbare „catch-all-phrase“ und hat in seiner normativen Nichthinterfragbarkeit inzwischen paradigmatischen Charakter erlangt. Kritische AutorInnen im deutschsprachigen Raum beginnen jedoch, ausgehend von der Gehaltlosigkeit des Begriffes einerseits und von seiner herrschaftsstabilisierenden Wirkung andererseits, das Integrationsparadigma anzugreifen. Sie stellen die Frage nach seinen rassistischen Implikationen und seinem Zwangscharakter, aber auch nach seiner sozioökonomischen Einbettung und Funktion. Ausgehend davon fragt die vorliegende Arbeit aus kritischer Perspektive nach Sinn und Unsinn des Integrationsbegriffes. Zu diesem Zweck untersucht sie die allgemeine Definitionsproblematik von Integration im Kontext der Einwanderung und versucht, die historische Genese des Integrationsparadigmas in Österreich und Deutschland vom Gastarbeiterregime bis heute nachzuvollziehen. Aufbauend darauf wird die bestehende radikal integrationskritische Literatur - vertreten vor allem durch die theoretischen Strömungen des Postkolonialismus, des Transnationalismus, der Autonomie der Migration und durch den Autor Mark Terkessidis - systematisch bearbeitet. Diese Auswertung ergibt drei zentrale Ausgrenzungsdimensionen, die das Integrationsparadigma perpetuiert und verstärkt: Rassismus, Neoliberalismus und Kontrollpolitik. Jene abstrahierten Kritikpunkte werden in der Arbeit ausführlich diskutiert, aber auch in Form einer Illustration auf ausgewählte integrationspolitische Handlungsfelder angewandt.
Abstract
(Englisch)
Whenever immigrants are the subjects of public discussion, their need to integrate seems to be decided. Even though huge amounts of scientific and political concepts, programs and manifestos are published, there’s a significant lack of common definitions, problem recognition and objectives. Instead, the call for integration functions as a catch-all-phrase that is open to any interpretation or use. Due to its normative unquestionableness it has attained paradigmatic character. However, critical authors in the German-speaking world are now beginning to contest the paradigm of integration – because of the term’s lack of substance on the one hand, because of its consolidating function on the other. They raise the question of its racist implications and coercive characteristics but also of how it is part of socioeconomic coherences. Thus this paper radically questions the term “integration” and its object from a critical point of view. In order to do that, it reflects upon the general problem of defining integration in the context of immigration and also tries to reconstruct the historical emergence of the integration paradigm, starting with the “gastarbeiter“ regime. Based upon this, the existing critical literature – mostly represented by the critical approaches of Postcolonialism, Transnationalism, Autonomy of Migration and researcher Mark Terkessidis – will be systematically reviewed. This evaluation reveals three major dimensions of exclusion which are perpetuated and reinforced by the paradigm of integration: racism, neoliberalism and control policy. The paper thoroughly discusses those abstracted points of criticism but also applies them to some selected fields of integration policy.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
integration migration racism
Schlagwörter
(Deutsch)
Integration Migration Rassismus
Autor*innen
Hannah Krumschnabel
Haupttitel (Deutsch)
Kritik des Integrationsparadigmas
Hauptuntertitel (Deutsch)
Integration als multiple Ausgrenzungspraxis?
Paralleltitel (Englisch)
Critique of the paradigm of integration ; integration as an exclusionary practice on multiple levels?
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
IV, 167 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ulrich Brand
Klassifikationen
89 Politologie > 89.05 Politische Theorie ,
89 Politologie > 89.22 Nationalismus ,
89 Politologie > 89.42 Staat und Bürger ,
89 Politologie > 89.62 Politische Bewegungen
AC Nummer
AC08969171
Utheses ID
16419
Studienkennzahl
UA | 300 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1