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Neue alte Feinde
Islamophobie und Antisemitismus in der politischen Gegenwart Europas
Jana Kübel
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Hans-Georg Heinrich
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29568.05226.188059-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Dissertation untersucht Feindbildstrukturen Europas. Hierzu wurden die Phänomene der Islamophobie und des Antisemitismus gewählt. Die Islamophobie wird als neues Phänomen beschrieben, dem sich politische Strategien europaweit aufgrund des sich bietenden Wahlkapitals bedienen. Der Antisemitismus bildet eine vermeintlich alte Feindbildkategorie, dem die Islamophobie folgt und, der durch diese offenbar ersetzt scheint. Untersucht wurden zwei Moscheebaukonflikte in Deutschland und Österreich anhand qualitativer Interviews. Es wurde analysiert, inwiefern sich die Rhetorik gegen das vermeintlich neue Feindbild der MuslimInnen hier äußert und ob sich in den policy-Prozessen Ähnlichkeiten in der Verwendung der antisemitischen und islamophoben Muster erkennen lassen. Nicht nur Argumentationen der GegnerInnen, sondern die aller eingebundenen AkteurInnen wurden betrachtet. Zum einen zeigte sich, dass sich das Feindbild des Muslims, der Muslimin innerhalb gesellschaftlicher Konflikte manifestiert hat. Die Feindbildmuster und die Argumentation gegen das Andere, das heißt dem Juden/der Jüdin oder dem/der MuslimIn gegenüber, ähneln sich in der Abneigung des Religiösen, in der Markierung des Fremden, in der Vermutung einer vermeintlich angestrebten Weltherrschaft und der Darstellung einer Geschlechterungleichheit. Auch in Moschee- und Synagogenbau-Prozessen ließen sich Ähnlichkeiten erkennen. In beiden Formen der Bau-Projekte besteht (weiterhin) ein gesellschaftlicher Konflikt. Deutlich wurden aber gerade in diesem Punkt die Unterschiede: Während die Proteste gegen Moscheebauten offen formuliert werden, ist der Protest gegen den Synagogenbau ein Tabu. Auch formuliert sich der Antisemitismus weiterhin antielitär und – kapitalistisch, was auf die Islamophobie nicht zutrifft. Auch die Überschneidung von Islamophobie und Antisemitismus, im Sinne der Beziehung der beiden „fremden Religionen“ zueinander, ist ein wesentlicher Punkt. Der Begriff der Opferkonkurrenz spielt hier ebenso eine wesentliche Rolle, wie neue Formen der Feindschaft, zum Beispiel durch muslimisch geprägten Antisemitismus. Die Kommunikation und gegenseitige Unterstützung ist aber insbesondere für die Akzeptanz der MuslimInnen in Europa wesentlich.
Abstract
(Englisch)
This doctoral dissertation analyses the In- and Outgroup- process in Europe. Anti-Semitism and Islamophobia are chosen as the comparing phenomena of enemy stereotyping. Islamophobia is a new phenomenon that is used as a political strategy because oft the benefit seen in political campaigning and election votes. Anti-Semitism symbolizes an old enemy-category that is substituted with Islamophobia. Does Islamophobia follow Anti-Semitism in its structures? Two mosque-conflicts – one in Germany and one in Austria – have been analyzed in using the method of qualitative interviews. The rhetoric used against the „new enemy“ found in Muslims is a key part of the analysis as well as the use of “old” structures of policy making in the history of Anti-Semitism. The goal is to see where similarities are and the differences between making the “old” and the “new” enemy. The rhetoric of all political players not only the opponents of mosques are in focus of this work. One of the first results is the “new enemy” image of “the Muslim” is stereotyped already. The enemy stereotyping and the argumentation against this Outgroup - whether it´s against Jews or Muslims – has the fundamental basis in the aversion of religion, in marking the other, in the belief of an intended world dominance of the other and the representation of the inequality of genders. In processes of building mosques and synagogues there are similarities. A conflict about the religious representation in society (still) exists. But this is also where the main difference between Anti-Semitism and Islamophobia lies. While protests against mosques and the argumentation against Islam is a very “loud” conflict, protests against synagogues are taboo. Another main difference is that Anti-Semitism is formed against the (imagined) “elite”, and this is not existent in Islamophobia. Also the intersection between Islamophobia and Anti-Semitism, means the relationship between the “others”, is a very important point in this dissertation. In being competitive victims there are new specialties to take care of, for example the Muslim Anti-Semitism. Communication between the “others” is very important especially for the acceptance of Muslims in Europe.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Islamophobia mosque Jews Muslims Antisemitism conflict Germany Austria foreign policy
Schlagwörter
(Deutsch)
Moscheebaukonflikt Moschee Muslime Juden Islamophobie Antisemitismus Deutschland Österreich Integration Glauben Religion Türkei Judentum Israel Orientalismus Islam
Autor*innen
Jana Kübel
Haupttitel (Deutsch)
Neue alte Feinde
Hauptuntertitel (Deutsch)
Islamophobie und Antisemitismus in der politischen Gegenwart Europas
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
243 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Hans-Georg Heinrich
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.45 Politische Philosophie ,
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.00 Geisteswissenschaften allgemein: Allgemeines ,
89 Politologie > 89.05 Politische Theorie ,
89 Politologie > 89.10 Politische Richtungen: Allgemeines ,
89 Politologie > 89.21 Faschismus ,
89 Politologie > 89.22 Nationalismus ,
89 Politologie > 89.50 Politische Prozesse: Allgemeines ,
89 Politologie > 89.53 Politische Kultur ,
89 Politologie > 89.57 Politische Beteiligung ,
89 Politologie > 89.99 Politologie: Sonstiges
AC Nummer
AC09411154
Utheses ID
16689
Studienkennzahl
UA | 092 | 300 | |
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