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Die Unterstützer des Tiberius Gracchus (cos.133)
Albert Fischer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Herbert Heftner
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29677.78387.846155-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit setzte sich zum Ziel, die Form der Unterstützung, die Motive und den Karriere- und Lebensverlauf der Unterstützer von Tiberius Gracchus darzustellen. Tiberius Gracchus hatte als Volkstribun im Jahr 133 die Neuverteilung von öffentlichem Land gegen den Widerstand der Senatsmehrheit an verarmte Bauern durchgesetzt, einen Amtskollegen, der gegen diese Maßnahme sein Veto eingesetzt hatte, vom Volk absetzen lassen und versucht, erneut als Volkstribun gewählt zu werden, woraufhin seine Gegner Tiberius Gracchus und zahlreiche seine Anhänger ermordeten. Das Gesetz für eine Neuverteilung von Grund und Boden, der dem Staat gehörte (ager publicus), dürfte vor allem die im politischen System Roms fest etablierten Politiker Appius Claudius Pulcher, Publius Licinius Crassus Dives Mucianus und Publius Mucius Scaevola ausgearbeitet haben. Der junge Tiberius Gracchus hatte nach einem Bruch mit dem mächtigen und mit ihm verwandten Scipio Aemilianus, dem Zerstörer von Karthago, neue politische Verbindungen gesucht und sich Scipios Gegner Appius Claudius Pulcher angenähert. Obwohl die von Appius Claudius Pulcher geführte politische Strömung, die Tiberius Gracchus als öffentlichen Bannerträger für ihre politischen Ziele einsetzen wollte, mit Mucius Scaevola auch den Konsul im Jahr 133 stellte, konnte sie keine Mehrheit für das Landverteilungsgesetz im Senat erreichen. Tiberius Gracchus übernahm daraufhin die Initiative, brachte das Gesetz vor die Volksversammlung und ließ seinen Amtskollegen Octavius, der das Gesetz zu verhindern versuchte, aus seinem Amt entheben. Von Appius Claudius Pulcher, Licinius Crassus und Mucius Scaevola ist keine direkte Unterstützung für diese politischen Aktionen überliefert, es lässt sich allerdings aus der Annahme des Amtes in der Kommission, die die Verteilung von öffentlichem Land überwachte, durch Appius Claudius Pulcher ablesen, dass er den Maßnahmen von Tiberius Gracchus gegenüber nicht abgeneigt war. Mucius Scaevola wiederum ging der Kampf gegen die Senatsmehrheit etwas zu weit und er versuchte als Konsul vergebens Zeit zu gewinnen und die Auseinandersetzung abzukühlen. Nach der Ermordung des Tiberius Gracchus und der anschließenden Verfolgung seiner Anhänger, die die drei Politiker schadlos überstanden, nutzte der statt Tiberius Gracchus in die Landverteilungskommission nachgerückte Licinius Crassus den Popularitätsverlust von Scipio Aemilianus und erreichte innerhalb kürzester Zeit die höchsten Ämter und schließlich das Kommando über den Feldzug in Pergamon, wo er verstarb. Auch Appius Claudius Pulchers Leben fand kurz darauf sein Ende, während sich Mucius Scaevola aus der Innenpolitik zurückzog. Mit Gaius Papirius Carbo und Marcus Fulvius Flaccus übernahm eine neue Politikergeneration die Führung dieser politischen Strömung. Carbos Karriere startete durch sein Volkstribunat im Jahr 131, indem er sich als fanatischer Anhänger des ermordeten Tiberius Gracchus präsentierte, fulminant. In weiterer Folge scheint er allerdings auf das politische Abstellgleis geraten zu sein und taucht erst zehn Jahre später wieder in der Überlieferung auf, allerdings aufseiten der Gegner der Gracchen, die ihm in einem politischen Tauschhandel das Konsulat ermöglichten. Nach Ablauf des Amtsjahres wurde er jedoch angeklagt und beging, da er in allen Lagern mißtrauisch beäugt wurde und auf keine Unterstützung mehr hoffen konnte, Selbstmord. Marcus Fulvius Flaccus, der sich in seinen Anfängen ebenfalls als Anhänger von Tiberius Gracchus präsentierte, gelang es mit dem Konsulat im Jahr 125 und einem Triumph die höchsten Ehren der römischen Politik zu erreichen. Er begnügte sich jedoch nicht damit, sondern wollte seine Reformen, vor allem die Ausweitung des römischen Bürgerrechts auf die italischen Bundesgenossen Roms, um jeden Preis durchsetzen. Daher ließ er sich in einem höchst ungewöhnlichen Schritt 123 erneut zum Volkstribun wählen. Er kämpfte bis zuletzt an der Seite von Tiberius Bruder Gaius Gracchus für eine Reformpolitik. Gaius Blossius von Cumae bekannte sich selbst nach dem Ableben von Tiberius Gracchus vor einem Verfolgungstribunal zu ihm. Er hatte zwar nicht den Status, um die Politik von Tiberius Gracchus zu steuern, dürfte jedoch diesem für seine politisch beispiellosen Aktionen einige Argumente geliefert haben. Er setzte sich schließlich aus Rom ab und unterstützte einen Aufstand in Pergamon, wo er verstarb. Cornelia, die Mutter von Tiberius und Gaius Gracchus, lenkte nach dem Tod ihres Mannes die Geschicke der Familie. Ihre hohe Bildung und ihre Unabhängigkeit machen es sehr wahrscheinlich, dass sie auch Einfluss auf die Politik ihres Sohnes Tiberius nahm. Nach dem Tod ihrer Söhne versuchte sie den Mythos der Gracchus weiter zu tradieren.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Römische Republik Tiberius Gracchus
Autor*innen
Albert Fischer
Haupttitel (Deutsch)
Die Unterstützer des Tiberius Gracchus (cos.133)
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
VI, 103 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Herbert Heftner
Klassifikation
15 Geschichte > 15.25 Alte Geschichte
AC Nummer
AC09022457
Utheses ID
16975
Studienkennzahl
UA | 312 | | |
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