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Wenn ein Suchender in einer dunklen Nacht
kafkaeske Selbstfindungsaventüren im Lichte von San Juan de la Cruz' "Noche oscura" in Peter Handkes "In einer dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus", Marie NDiayes "En famille" und Agustin Gomez-Arcos' "Ana non"
Elisabeth Milota
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Barbara Agnese
DOI
10.25365/thesis.19278
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29156.93496.844365-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die drei in dieser Arbeit behandelten Romane – Peter Handkes In einer dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus (1997), Marie NDiayes En famille (1990) und Agustin Gomez-Arcos’ Ana non (1977) – handeln allesamt von Menschen, die sich einem existentiellen Vakuum (Vgl. Viktor Frankl) befinden. Der Apotheker von Taxham, Fanny, Ana non – jeder/jede der drei Protagonisten leidet auf seine/ihre Weise unter Ortsschwund, unter Raumentzug, Entdinglichung oder »Ich«-Unsicherheit (Vgl. Peter Handke) und alle drei brechen sie aus ihrem bisherigen Leben aus und begeben sich auf die Suche – auf eine Suche, die oberflächlich ein bestimmtes Ziel verfolgt – Wiedersehen mit einer geheimnisvollen Frau, Ausfindigmachen einer verschollen Tante, Besuch des Sohnes im Gefängnis –, die aber vielmehr eine Suche nach Erfüllung und Begegnung (Vgl. Frankl) ist und bei der sich der Weg als das eigentliche Ziel erweist.
Alle drei Romane weisen außerdem magisch-realistische Züge auf – sowie intertextuelle Bezüge zu Franz Kafka (gesamtes Werk), zu San Juan de la Cruz (Noche oscura) und zu mittelalterlichen Epen, insbesondere zur Artus-Dichtung (Hartmann von Aue (Erec, Iwein) und Wolfram von Eschenbach (Parzival) bzw. Chrétien de Troyes (Erec et Enide, Le Chevalier au Lion ou le Roman d’Yvain, Le Conte du Graal ou le Roman de Perceval).
Weiters werden Handke, NDiaye und Gomez-Arcos dadurch vereint, dass sie alle drei international leben – zwischen zwei oder mehreren Kulturen stehen bzw. in mehreren Ländern leben – sich im Konflikt mit ihrer Herkunft, Heimat, Kultur oder Muttersprache befinden – politisch interessiert sind – sich Minderheiten und nicht Mehrheiten zugehörig fühlen, jedoch in der Sprache einer Mehrheit schreiben – und eben alle drei von Kafka beeinflusst wurden/ werden – d.h. sie lassen sich alle drei im weitesten Sinne als Vertreter einer littérature mineure nach der Definition von Deleuze und Guattari bezeichnen.
Ziel dieser Arbeit war es, durch Analyse und Vergleich der drei Romane aufzuzeigen, inwieweit darin intertextuelle Bezüge zu Kafka, San Juan de la Cruz und den mittelalterlichen Artus-Epen konkret oder sinngemäß feststellbar sind, und deren Funktion im Text zu erforschen.
Fazit ist, dass die drei Texte zahlreiche und auch zum Teil unvermutete Bezüge zu den Vergleichswerken aufweisen – sie bezeugen die fortdauernde internationale Präsenz und Bedeutung dieser Säulen des europäischen literarischen Kanons in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie das universelle Bedürfnis des Menschen nach Erkenntnis und Sinn im Leben.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Kafka, Franz San Juan de la Cruz Handke, Peter NDiaye, Marie Gomez-Arcos, Agustin Selbstfindung Aventüre dunkle Nacht
Autor*innen
Elisabeth Milota
Haupttitel (Deutsch)
Wenn ein Suchender in einer dunklen Nacht
Hauptuntertitel (Deutsch)
kafkaeske Selbstfindungsaventüren im Lichte von San Juan de la Cruz' "Noche oscura" in Peter Handkes "In einer dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus", Marie NDiayes "En famille" und Agustin Gomez-Arcos' "Ana non"
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
187 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Barbara Agnese
Klassifikationen
AC Nummer
AC08975435
Utheses ID
17266
Studienkennzahl
UA | 393 | | |
