Detailansicht
Von Toten, die leben und v.v.
ein Beitrag zu den unterschiedlichen Konzeptionen des "sozialen" Todes
Gerhild Perl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Estella Weiss-Krejci
DOI
10.25365/thesis.19841
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30198.81130.465362-4
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In dieser Arbeit versuche ich den Tod nicht als endgültige Grenze des Lebens zu verstehen, sondern ich frage nach der opaken Schwelle von Leben und Tod. Eine Analyse von verschiedenen Konzeptionen des sozialen Todes ist ein Suchen nach jenen Momenten, in denen der Tod ins Leben und das Leben in den Tod reicht. Nach welchen Kriterien ein Mensch von wem als sozial tot bezeichnet wird und unter welchen Umständen ein sozialer Tod vor bzw. nach dem biologischen Tod stattfindet, stellen die zentralen Fragen meiner Forschung dar. In einer kritischen Betrachtung der These, dass in der modernen Gesellschaft ein antizipierter sozialer Tod stattfinde und in präindustriellen Gesellschaften der soziale Tod ein postmortales Phänomen sei, versuche ich die epistemologische Trennung eines biologischen und sozialen Todes zu überwinden. Ausgehend von den Thesen Robert Hertz’ einerseits, der den Tod als Prozess auffasst und Argumente gegen die Koinzidenz von sozialem und biologischem Tod bietet, und Thomas Machos „Theorie des sozialen Todes“ andererseits, werden in dieser Diplomarbeit zwei Stränge der Kritik an diversen Konzepten des sozialen Todes entwickelt. Zunächst diskutiere ich den ungewollten sozialen Tod in medizinischen Institutionen, die historische Konstruktion des Todeszeitpunktes und das neuzeitliche Bild eines natürlichen Todes. Daran anschließend vertiefe ich einige Überlegungen zum Verhältnis von Tod und Zeit. Hierfür erörtere ich Vorstellungen einer sozial angemessenen Sterbezeit und eines adäquaten Sterbeortes, sowie diverse Konzepte eines guten Todes und deren Wirkkraft für eine vermeintliche Kontrolle des aleatorischen Charakters des Todes. Insbesondere beschäftige ich mich mit der Frage nach den Gefahren, die durch den Tod eines Einzelnen für die Gesellschaft entstehen. Das Interesse liegt hierbei auf jene sozialen Strategien, die die kollektive Solidarität wieder stabilisieren sollen. Ziel dieser Arbeit ist es, die Dichotomie eines postmortalen sozialen Todes in präindustriellen und eines antizipierten sozialen Todes in (post)industriellen Gesellschaften aufzuweichen. Denn tatsächlich kann in beiden Gesellschaftsformen sowohl ein postmortaler als auch ein antizipierter sozialer Tod stattfinden, denn die Todesdefinition gründet stets in der sozialen Anerkennung und Entscheidung des Todes. Demzufolge ist der soziale Tod nicht dem biologischen Tod entgegengesetzt, vielmehr ist der Tod immer sozial.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
sozialer Tod Schwelle von Leben und Tod Institutionen des sozialen Todes Zeitlichkeit des Todes Kontrolle der Unberechenbarkeit des Todes Lebende und Tote Ausschluss und Verweigerung
Autor*innen
Gerhild Perl
Haupttitel (Deutsch)
Von Toten, die leben und v.v.
Hauptuntertitel (Deutsch)
ein Beitrag zu den unterschiedlichen Konzeptionen des "sozialen" Todes
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
131 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Estella Weiss-Krejci
Klassifikation
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.02 Philosophie und Theorie der Sozialwissenschaften
AC Nummer
AC09034501
Utheses ID
17715
Studienkennzahl
UA | 307 | | |
