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Selbstdarstellung und Fremdwahrnehmung bei Erstgesprächen im Suchtbereich
subjektive diagnostische Theorien
Maria Helene Ketscher
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Carmen Hagemeister
DOI
10.25365/thesis.19843
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29984.65866.866962-7
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Verfälschungen zu erkennen ist nicht nur bei Bewerbungsgesprächen im wirtschaftlichen Bereich relevant, sondern kann auch im klinischen Kontext während eines Erstgesprächs Bedeutung haben. In Anlehnung an die bisherigen Forschungsergebnisse wurde mit einem Interview-Leitfaden versucht, implizite diagnostische Theorien zum Thema Diskrepanzen zwischen Selbstdarstellung und Fremdwahrnehmung zu ermitteln. Fokussiert wurde auf BetreuerInnen von Suchteinrichtungen, wobei zwischen den drei dort arbeitenden Berufsgruppen unterschieden wurde (ÄrztInnen, PsychologInnen und SozialarbeiterInnen). Es wurden 15 BetreuerInnen in verschiedenen Suchteinrichtungen interviewt und anschließend zu jeweils drei Erstgesprächen begleitet. Die Interviews ergaben, dass die BetreuerInnen zwar Diskrepanzen zwischen den Angaben der SuchtklientInnen und dem vermittelten Eindruck immer wieder beobachteten konnten, sie diese aber häufig nicht für bewusste Manipulation hielten. Die BetreuerInnen legten selbst wenig Wert auf das Erkennen von Verfälschungen im Erstkontakt, darüber hinaus gäbe es keine Konsequenzen für falsche Angaben. Die KlientInnen würden eher vor zu viel Selbstexposition geschützt. Aufgrund der Besonderheiten in Bezug auf Selbstwahrnehmung und -darstellung des Suchtklientels ist die Validität von Aussagen im Erstgespräch nicht entscheidend, sondern wird als diagnostisches Mittel für die Eindrucksgewinnung verwendet. Es konnten einige Einflussfaktoren auf Offenheit erhoben werden, darunter Misstrauen, der Kontext, die Substanzverschreibung, die Berufsgruppe und das Gefälle zwischen BetreuerIn und KlientIn.
Abstract
(Englisch)
The detection of falsification is not just of relevance for interviews in the economic sector, but can also take on significance during initial consultations in clinics. In order to identify the discrepancies between self-portrayal and perception by others and express them as implicit diagnostic theories, an interview guideline, based on existing research results, was applied. The focus was on staff in drug treatment facilities, particularly on three groups of people: doctors, psychologists and social workers. In succession 15 advisors in different drug treatment facilities were questioned and each one of them accompanied to 3 preliminary consultations. The interviews showed that there are discrepancies but that these were not perceived as conscious manipulation. The advisors put little emphasis on detecting falsifications in their first meetings and there were no consequences for false information. The clients were rather protected from too much exposition. Due to the specific features of self-perception and -expression of drug addicts, statements during initial consultations are not considered valid, but used as diagnostic means to establish an impression. Following psychological factors were found to have influenced the level of candour: mistrust, context, medical prescription, occupational group and inclination.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
self-portrayal self-perception perception by others initial consultation falsification addiction
Schlagwörter
(Deutsch)
Selbstdarstellung Selbstwahrnehmung Fremdwahrnehmung Erstgespräch Verfälschung Sucht
Autor*innen
Maria Helene Ketscher
Haupttitel (Deutsch)
Selbstdarstellung und Fremdwahrnehmung bei Erstgesprächen im Suchtbereich
Hauptuntertitel (Deutsch)
subjektive diagnostische Theorien
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
120 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Carmen Hagemeister
Klassifikation
77 Psychologie > 77.08 Psychologische Diagnostik
AC Nummer
AC09570096
Utheses ID
17717
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
