Detailansicht

Neutralität und das "schwedische Modell"
Identitätsformierung entlang sozialdemokratischer Linien
Sarah Weissengruber
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Otmar Höll
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.19914
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29111.53411.438670-7
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In dieser Arbeit wird argumentiert, dass in Schweden eine inhaltliche Spaltung zwischen dem verbalisierten Neutralitätsdiskurs und der außen- und sicherheitspolitischen Praxis stattfindet. Als Ursache dafür wird vorgeschlagen, dass spezifische von der sozialdemokratischen Partei aus ihrer Ideologie in das politische System eingebrachte Werte und Normen das Fundament der schwedischen Identität bilden. Diese sozialdemokratischen Werte werden mit den Begriffen Gleichheit und Freiheit, Solidarität, Demokratie, ökonomische Kontrolle und soziale Sicherheit umrissen. Zur inhaltlichen Klärung und kontextuellen Einbettung wird auf Primärquellen zurückgegriffen – vor allem auf Texte der zwei wichtigsten Theoretiker der schwedischen Sozialdemokratie, Nils Karleby und Ernst Wigforss. Die Emergenz und Etablierung dieser Werte und Normen wird anhand des Norm Life Cycle-Modell von Martha Finnemore und Kathryn Sikkink nachvollzogen und im Abgleich mit der Entwicklung der sozialdemokratischen Außen- und Sicherheitspolitik geprüft. In dieser Arbeit wird gezeigt, dass die sozialdemokratischen Normen inhärent eskalierend angelegt sind. Ihre universalistische Konstruktion motiviert zur Ausweitung der Gültigkeitszone, bis hin zu einer schlussendlich globalen Relevanz. Die international etablierte Norm der Neutralität bietet hier eine Plattform zur Internationalisierung der innerstaatlichen Normen. Mit dem Erlangen einer innerstaatlich nicht mehr angefochtenen hegemonialen Position wird von der Sozialdemokratie der Versuch unternommen, die sozialdemokratischen Normen mithilfe der Neutralität aktiv auf die internationale Ebene zu exportieren. Diese verdeckten, aber wirkmächtigen Strukturen machen eine offene und konstruktive Debatte unmöglich, da sie an den Kern des Selbstverständnisses und Selbstbildes rühren. Die Erkenntnis der dualen Funktion der Neutralität als Sicherheitsdoktrin und Identitätsmerkmal ist zum Verständnis des sicherheitspolitischen Reformdiskurses unabdingbar, Verhandlungen über eine sicherheitspolitische Zukunft ohne Neutralität sind Verhandlungen über die Konstruktion schwedischer Identität.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Neutrality Sweden Social Democracy Identity Party SAP Foreign Policy Defense Policy
Schlagwörter
(Deutsch)
Neutralität Schweden Sozialdemokratie Identität Partei SAP Außenpolitik Sicherheitspolitik
Autor*innen
Sarah Weissengruber
Haupttitel (Deutsch)
Neutralität und das "schwedische Modell"
Hauptuntertitel (Deutsch)
Identitätsformierung entlang sozialdemokratischer Linien
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
122 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Otmar Höll
Klassifikationen
89 Politologie > 89.50 Politische Prozesse: Allgemeines ,
89 Politologie > 89.53 Politische Kultur ,
89 Politologie > 89.55 Politische Entscheidung ,
89 Politologie > 89.61 Politische Parteien ,
89 Politologie > 89.90 Außenpolitik, Internationale Politik
AC Nummer
AC09043151
Utheses ID
17788
Studienkennzahl
UA | 300 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1