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"Theater ist Angst vor Gewöhnlichkeit"
Nis-Momme Stockmanns Theatertexte
Valentina Scharrer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Hilde Haider-Pregler
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.20059
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29251.79330.326665-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Der deutsche Jung-Dramatiker Nis-Momme Stockmann sucht die von Intendanten und Dramaturgen geforderten nachhaltigen Inhalte für neue Werke in der Familie und im Gewöhnlichen. Daher thematisieren seine mehrfach nachgespielten Theaterstücke die Banalität des Alltags und präsentieren Figuren mit einer die Handlung überdauernden Lebensgeschichte. Auch eine theoretische Schrift, eine von ihm 2010 vorgetragene Rede und ein Blog-Eintrag in zwei Teilen verdeutlichen seine Vorstellungen vom Wesen des Autors sowie dessen Intention und beschreiben ebenso den Umgang der Theaterhäuser mit neuen dramatischen Werken sowie die Macht der diese Bewertenden. Ausgegangen von einer Besprechung des postdramatischen Theaters und der Begriffe Dialog und Monolog werden die Texte Der Mann der die Welt aß, Das blaue blaue Meer, Kein Schiff wird kommen – Eine Fläche, Inga und Lutz Oder: Die potentielle Holistik eines Schnellkochtopfs im Kosmos des modernen Seins und Die Ängstlichen und die Brutalen dramaturgisch analysiert. Neben der häufig anzutreffenden Vater-Sohn-Konstellation fokussieren sie Gewalt in familiären Beziehungen, den Verlust von Freunden und Familie sowie des Arbeitsplatzes, das Altern und den Tod, finanzielle Nöte und das Überleben im Kapitalstaat, das Vegetieren im deutschen Plattenbau und die beschwerliche Recherche eines Theaterautors sowie den Willen der Personen zum Ausbruch aus ihrer aktuellen Lage und deren Hoffnungslosigkeit. Analogien treten etwa hinsichtlich des Findens des Unglücks in der Familie, der Gestaltung der Figurenrede, der Determination der Gegenwart durch die Vergangenheit, eines Sehnsuchtsortes und der Melancholie sowie des erfolglosen Handelns der dramatis personae zu den Dramen Henrik Ibsens, Anton Tschechows und Arthur Millers auf. Eine Inszenierung des Schauspiels Frankfurt unter der Regie von Marc Lunghuß sowie eine Radioadaption des Rundfunks Berlin-Brandenburg von Regine Ahrem verdeutlichen den praktischen Umgang mit Stockmanns Das blaue blaue Meer. Nis-Momme Stockmann verfasst seine Stücke weder ausschließlich nach klassischen Dramentheorien noch nach postdramatischen, dessen Spezifika nach Hans-Thies Lehmann von einer Vielzahl von Widersprüchen und einer vergangenen Zeit im Theater zeugen: Die Untersuchung mündet schließlich in die Forderung nach neuen Termini für das Gegenwartsdrama einer postpostdramatischen Ära.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
zeitgenössisches Theater postdramatisches Theater Hausautor/ Dramaturgie Nis-Momme Stockmann Hans-Thies Lehmann Schauspielhaus Frankfurt
Autor*innen
Valentina Scharrer
Haupttitel (Deutsch)
"Theater ist Angst vor Gewöhnlichkeit"
Hauptuntertitel (Deutsch)
Nis-Momme Stockmanns Theatertexte
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
194 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Hilde Haider-Pregler
Klassifikation
24 Theater > 24.12 Regie, Dramaturgie
AC Nummer
AC09417569
Utheses ID
17933
Studienkennzahl
UA | 317 | | |
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