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Gleichstellung der Geschlechter und statistische Risikoermittlung
Auswirkungen der EuGH-Entscheidung in der Rechtssache C-236/09 auf die österreichische Lebensversicherung
Christoph Eibensteiner
Art der Arbeit
Magisterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Betreuer*in
Jörg Finsinger
DOI
10.25365/thesis.20214
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29918.43251.541765-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der EuGH-Entscheidung in der Rechtssache C-236/09, in der ausgesprochen wurde, dass ab dem 21.12.2012 auch in privaten Versicherungsverhältnissen das Geschlecht nicht mehr als Unterscheidungsmerkmal bei der Prämienkalkulation herangezogen werden darf.
Aus Sicht der Versicherungsbetriebslehre ist es im Sinne des Äquivalenzprinzips jedoch wichtig, Versicherungsnehmer in homogene Gruppen einzuteilen. Aus diesem Grund ist es gängige Praktik, von Männern und Frauen unterschiedliche Prämien in der (hier zu behandelnden) Lebensversicherung zu verlangen, da Frauen generell eine höhere Lebenserwartung aufweisen.
Genau mit dieser statistisch nachweisbaren Männerübersterblichkeit beschäftigt sich eine große Zahl an Studien von Biologen und Verhaltensforschern. Während erstere den Grund der unterschiedlichen Lebenserwartung in der besseren biologischen Prädisposition von Frauen sehen, behaupten Soziologen, dass dieses Phänomen sich aus den von der Gesellschaft auferlegten Rollenbilder ergibt.
Diese Rollenbilder zu beseitigen und dadurch eine Gleichstellung von Mann und Frau zu erreichen, ist nun Ziel und Zweck der auf das Geschlecht bezogenen Antidiskriminierungsbestimmungen im nationalen und europäischen Rechtsbestand. So wird in der RL 2004/113/EG unter anderem auch die geschlechtsabhängige Prämiendifferenzierung in der Privatversicherung, die als „statistische Diskriminierung“ angesehen wird, verboten.
Art 5 dieser RL ermöglichte den Mitgliedstaaten jedoch, eine (unbeschränkte) Übergangsfrist einzuführen, um die Versicherer vor abrupten Änderungen in ihrer Kalkulation zu schützen. Diese hob der EuGH durch sein erwähntes Urteil nun auf, da eine aufgeschobene Verpflichtung der Versicherer gegen das gemeinschaftsrechtliche Gebot, Menschen mit gleichen biologischen Voraussetzungen ohne Rechtfertigung gleich zu behandeln, verstoße. In seiner Begründung folgte der Gerichtshof somit den Studien der Verhaltensforscher.
Die Arbeit überprüft die Validität der Entscheidung und versucht in einem theoretischen Konzept, deren möglichen Konsequenzen zu antizipieren.
Abstract
(Englisch)
This Master Thesis deals with the ECJ-Judgement in Case C-236/09 which rules that, in the insurance service sector, the derogation from the general rule of unisex premiums and benefits (Article 5 para 2 Council Directive 2004/113/EC) is invalid, because it works against the achievement of the objective of equal treatment between men and women.
According to the actuarial equivalence principle, services rendered and remuneration received must be in reasonable proportion to one another. Hence, the insurer has to differentiate his policy holders into homogeneous groups with similar probabilities of loss. Regarding the fact that women have a higher life expectancy than men and mortality risk is the only determinant which influences the calculation, women are paying other insurance rates than men. In this context it is important to know if this different life expectancy is attributable to biological or sociological reasons; there are numerous papers which try to elaborate the differences and the relative influence of both sciences.
You can find a lot of anti-discrimination regulations in the domestic law as well as in the acquis communautaire. The latter includes the Council Directive 2004/113/EC which bans all discrimination based on sex in the access to and supply of goods and services. Thus, in principle, the Directive prohibits the use of gender as a factor in the calculation of insurance premiums to avoid “statistical discrimination”. A transitional period (without any real temporal limitation) enables the member states to postpone the implementation of this general rule though.
This derogation was repealed by the ECJ due to the fact that there was a risk that EU law may permit the transitional period from the equal treatment of men and women to persist indefinitely. As a consequence, the member states are forced to implement unisex premiums with effect from 21 December 2012.
The paper tries to review the validity of the court decision and to anticipate its potential consequences in a theoretical way.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
life insurance equivalence principle unisex premium life expectancy equal treatment of men and women 2004/113/EC C-236/09 consequences
Schlagwörter
(Deutsch)
Lebensversicherung Äquivalenzprinzip Unisex-Tarif Lebenserwartung Gleichstellung der Geschlechter 2004/113/EG C-236/09 Konsequenzen
Autor*innen
Christoph Eibensteiner
Haupttitel (Deutsch)
Gleichstellung der Geschlechter und statistische Risikoermittlung
Hauptuntertitel (Deutsch)
Auswirkungen der EuGH-Entscheidung in der Rechtssache C-236/09 auf die österreichische Lebensversicherung
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
III, 114 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Jörg Finsinger
AC Nummer
AC09376961
Utheses ID
18074
Studienkennzahl
UA | 066 | 915 | |
