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Territorien des Widerstandes
Entstehungshintergründe und Perspektiven der autonomen Besetzungen in Rio de Janeiro
Alice Hamdi
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Ulrich Brand
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.20298
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29163.60719.599462-9
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit untersucht die autonomen Besetzungen in der Hafenzone Rio de Janeiros als Widerstandsterritorien. Diese sind Teil der Sem-Teto-Bewegungen (Wohnungslosen Bewegungen) in Brasilien und setzen sich für Demokratisierung und die Verringerung der sozialen Ungleichheiten im urbanen Kontext ein. Für die Untersuchung wurde ein dreimonatiger Feldforschungsaufenthalt absolviert und mittels Interviews und teilnehmender Beobachtung die erforderlichen Daten erhoben. Theoretisch verortet sich die Arbeit im Kontext der Sozialen Bewegungsforschung: Dabei werden ausgehend von der Machtkonzeption Michel Foucaults und dem Autonomiebegriff Cornelius Castoriadis, zentrale Annahmen des lateinamerikanischen Cultural-Politics-Ansatzes mit raumtheoretischen Überlegungen zu Sozialen Bewegungen kombiniert. Die untersuchte Soziale Bewegung wird im Zuge dessen, als kollektive Akteurinnen verstanden, die innerhalb ihrer Räume eine eigene politische Kultur hervorbringt. In Anlehnung an Foucaults dezentralen Machtbegriff zeigt sich, dass multiple Macht- und Herrschaftsverhältnisse (auch) diese „Territorien des Widerstandes“ durchkreuzen und die Alltagsebene eine nicht zu vernachlässigende Komponente im Kampf gegen Herrschaftsverhältnisse darstellt. Gleichzeitig stehen die Territorien im Konflikt mit den staatlichen Institutionen und der Zivilgesellschaft, die andere politische Projekte verfolgen und den Raum nach ihren Vorstellungen produzieren. Die Arbeit gibt Aufschluss über den Entstehungsprozess, die politische Identität und die räumlichen Praktiken der Besetzer_innen, sowie über die aktuellen Konflikte in der Stadt Rio de Janeiro, und stellt ausgehend davon die Frage nach den Potenzialen autonomer Raumaneignung im Hinblick auf gesellschaftliche Transformationsprozesse. Dabei zeigen die Erfahrungen der Sem-Teto-Bewegung in Rio de Janeiro, dass durch autonome Politik und Raumaneignung nicht nur Lebensverhältnisse für die von sozialen, kulturellen und ökonomischen Gütern Ausgeschlossenen geschaffen werden, sondern auch wie innerhalb heterogener Gesellschaften, die Basis für neue Formen der gesellschaftlichen Organisation gelegt werden können.
Abstract
(Englisch)
The present Master-thesis examines the autonomous squats in the harbor area in Rio de Janeiro as „territories of resistance“. These are part of the Sem-Teto movements (homeless movement) in Brazil, fighting for the democratization and the reduction of social injustice in the urban context. In the course of the research a three month fieldwork in Rio de Janeiro has been done, using participatory observation and interviews to collect the necessary data. The work is theoretically situated in the context of the research into social movement and based on the power conception of Michel Foucault and the notion of autonomy from Cornelius Castoriadis. Furthermore, the work combines some central assumptions from the Latin-American cultural politics approach and spatialtheoretical thoughts on social movement. Social movements are therefore understood as collective actors, who develop within their space an own political culture. According to Foucault`s decentralized power concept, the work shows that multiple relations of power and domination cross these „territories of resistance” and that the everyday life aspect plays an important role within the struggle against domination. At the same time those territories are in conflict with governmental institutions and the civil society, who pursue other political projects and produce the space due to their own perceptions. The work sheds light on the process of formation, the political identity and the spatial practices of the autonomous squatters, as well as on the actual conflict in the city of Rio de Janeiro and asks for the potential of autonomous acquisition of space in regard to the transformation of society. Thus the experiences of the Sem-Teto-movement in Rio de Janeiro show that autonomous politics and the acquisition of space not only create living conditions for those who are excluded from social, cultural and economic benefits, but also provide a basis for new forms of organization within heterogeneous societies.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
social movements territories of resistance cultural politics squats Rio de Janeiro
Schlagwörter
(Deutsch)
Soziale Bewegungen Territorien des Widerstandes cultural politics Besetzungen Rio de Janeiro
Autor*innen
Alice Hamdi
Haupttitel (Deutsch)
Territorien des Widerstandes
Hauptuntertitel (Deutsch)
Entstehungshintergründe und Perspektiven der autonomen Besetzungen in Rio de Janeiro
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
116 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ulrich Brand
Klassifikation
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.99 Geisteswissenschaften allgemein: Sonstiges
AC Nummer
AC09445610
Utheses ID
18154
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1