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Orientalisch geprägte Artefakte im ersten Wiener Stadtbezirk
Katja Schindler
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Wolfgang Schmale
DOI
10.25365/thesis.20349
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30341.25991.504554-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Seit der römischen Grundsteinlegung bis in das 19. Jahrhundert wurde die Stadt Wien von einer Vielzahl von fremden Völkern aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt besucht. Einige blieben, wieder andere nutzen diese Stadt als Zwischenstation für Jahrzehnte oder verließen diese alsbald wieder aus den unterschiedlichsten Gründen.
In der vorliegenden Arbeit sind jedoch nur die Völker von Relevanz, die von ostwärts kamen und nach Vorstellungen der Habsburger Monarchie im orientalischen Raum des 19. Jahrhunderts als angesiedelt galten.
Da sich diese Fremden schon damals von den in Europa Lebenden durch ihre Religion, ihr Aussehen und ihren Charakter unterschieden, steht die These, dass einerseits diese ganz eigene Symbolwelt im Inneren der Stadt Wien, dem wohlbemerkt ältesten Stadtteil, noch immer nachweisbar ist und anderseits die heimische Bevölkerung veranlasst hat, sich mit dieser Andersartigkeit auseinanderzusetzen, was ebenfalls sichtbar gemacht werden konnte.
Ein Bild unterschiedlichster Ansichten über den Orient (beschrieben mit der Entstehung des Orient-Begriffes und das Verständnis der Stadt Wien zu dieser einstigen exotischen Welt), sowie neue Initiativen (Gründung von Institutionen) im 18. und 19. Jahrhundert, sind Ausgangspunkt für die Suche und Analyse orientalischer Motive im gegenwärtigen Stadtbild des 21. Jahrhunderts.
Zusammenfassend hat sich die Arbeit zum Ziel gemacht, einige prägnante „orientalisch“ wirkende Artefakte in Form von losen selbständigen Stücken, Details in Kunstwerken oder in Bauten ausfindig zu machen und auf ihren orientalischen Gehalt hin zu prüfen. Hierfür wurden eigens geschaffene Bewertungskategorien erstellt, die eine konkrete Beurteilung möglich machen.
Das Ergebnis kann vorweggenommen werden: „wirklich“ orientalische Wurzeln lassen sich nur noch selten finden. Die in Wien lebenden Menschen jedoch formten für jedes Jahrhundert immer wieder neue Vorstellungen und Inhalte von einer orientalischen Welt. Diese wurden nicht zuletzt dadurch beeinflusst, welchen Nutzen man sich vom Orient versprach oder welche Bilder der Bedrohung das Selbstverständnis der Stadt mit ihren Bürgern zu konstruieren versuchte.
Letztendlich wurde das wissenschaftliche Ziel (Rekonstruktion und Analyse der Artefakte) mit einer weiteren höher gestuften Ebene versetzt, eine vergessene Symbolwelt, die längst als „immerfort“ und „immerdar“ bezeichnet werden kann, wieder sichtbar zu machen und diese Artefakte durch eine neue Interpretation ins Bewusstsein der Menschen zu bringen.
Abstract
(Englisch)
From the Roman foundation of Vienna until the end of the 19th century, many people from different regions settled down, crossed and left that growing urban agglomeration close to the river Danube and modified it towards an important residence of the Habsburg dynasty.
Urban development is taking place as a process of transformation which is influenced by the interplay between creation and disappearance. Often the settlement and migration of foreign peoples is directly connected to different historical events.
Using the example of Vienna which has been sieged militarily and threatened by people from the eastern European continent and western Asia in the 16th and 17th century, there are also peaceful contacts in the 18th and 19th evident: Austrian emperors supported a trading network system (border cross trading) by founding companies and branch offices (Constantinople) or educating people in languages (Orientalische Akademie) and foreign diplomacy (nobility at court).
Also social movements like regaining independence by Greeks, Serbs and Romanian against the Ottoman occupation on the Balkan peninsula during the 19th century or the settlement of Armenian und Jewish people brought erratic fluctuation of immigration to Vienna’s demographic development.
No long-time event could take place without leaving one’s mark in a city’s life. The selected artefacts are erected memories and an expression of how the locals were dealing with foreigners from the East.
The analytical methods are based on the Viertelgliederung which is a traditional urban geographic structure of Vienna’s first district and trace back to medieval times. On the basis of the Viertelgliederung, the practical part of the dissertation discusses the degree to which the selected artefacts have oriental motives. Hence, it will be determined in how far they can be described as truly oriental. After the collection of all traceable historical data, the artefacts had to be reconstructed, interpreted and evaluated. By applying one’s own distinct system of categories a significant result could be established:
Every century has its own imagination of the Orient and therefore every century was dealt with that term in different ways. That is why it had to modify itself during the ages. Once it was a concept of the enemy, later on a metaphor of an exotic world and after discovering this world another partner for trading without myths and legends.
This master thesis is a reflection of ostensible oriental motives in the cityscape of Vienna and a discussion of the degree of influence by the Orient as a foreign and exotic world.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Vienna first district oriental the Orient
Schlagwörter
(Deutsch)
Wien erster Bezirk 1. Bezirk orientalisch Orient
Autor*innen
Katja Schindler
Haupttitel (Deutsch)
Orientalisch geprägte Artefakte im ersten Wiener Stadtbezirk
Paralleltitel (Englisch)
An analysis of a number of selected artefacts in the first district of Vienna which seem to have oriental motives respectively pretend to be oriental
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
III, 125 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Wolfgang Schmale
Klassifikation
15 Geschichte > 15.99 Geschichte: Sonstiges
AC Nummer
AC09043944
Utheses ID
18203
Studienkennzahl
UA | 066 | 686 | |
