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Das Spiel als aushandeln von Wirklichkeit
eine anthropologische Betrachtung
Lukas Sobiech
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Betreuer*in
Josef Rhemann
DOI
10.25365/thesis.20523
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29873.91332.824861-9
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die hier vorliegende Arbeit setzt sich als Thema das Spiel philosophisch zu problematisieren. Dabei liegt der Schwerpunkt auf einer anthropologischen Analyse des Spielbegriffs, das heißt: es wird nach einer Strukturdynamik gefragt, die Teile einer Handlung so koppelt, dass hieraus ein Akt entsteht, der als Spiel wahrgenommen und bestimmt werden kann und der wiederum in seiner Konzeption zum Entwurf dessen wird, was der Mensch im Spiel erfährt, nämlich sich selbst, seine Mitmenschen und seine (Lebens-)Welt.
Vor diesem Hintergrund werden folgende Forschungsfragen näher untersucht: welche Funktion erlangt das Spiel als eine anthropologische Konstante bzw. warum muss der Mensch spielen und wie kommt es, dass das Spiel eine wirklichkeitsstiftende Entsprechung besitzt ohne sich in Wirklichkeit zu realisieren?
In jeder Beziehung ist Spiel aber ein Spiel mit etwas, eine Art Tun-als-ob, ein fiktives Geschehen. Das bedeutet: im Spiel, welches Rahmenbedingungen erschafft, in denen sich Vorstellungen, Ideen und Phantasien entwickeln können, werden Wirklichkeiten, die sich aus der biologisch-physikalischen Welt heraus aufdrängen verändert und umgedeutet. Und das gelungene Spiel zeigt sich erst daran, dass genau diese Fiktionalität ernsthaft behandelt wird. Wenn aber die Fiktionalität eine Art Zeichen für eine andere Handlung ist und zur Familie des Fiktiven gehört, dann kann gefragt werden, wie mit einer solchen Modalität des Fiktiven die Gegebenheitsweise einer Lebenswelt erfasst werden kann?
An jener Stelle gelangt die Arbeit an eine Differenzierung zwischen Wirklichkeit und Spiel und der Frage, wie es denn kommt, dass das Spiel eine Fiktionalität konstruiert, die eine wirklichkeitsstiftende Entsprechung besitzt? Verhalten sich Wirklichkeit und Spiel zueinander, wie eine Landschaft und ihre Karte? Oder kann eine philosophische Reflexion zu einem Spielbegriff vordringen, dass dem Phänomen Spiel in seinem Bedeutungsgehalt begegnet, die nicht einfach nur illusorisch ist, sondern vielmehr eine tiefe anthropologische Bedeutung besitzt.
Nun erlauben zwar klassische Erklärungsmethoden, also präskriptive und deskriptive Beschreibungen oder auch formallogische Definitionsbestimmungen, das Spiel begrifflich zu fassen und empirisch zu untersuchen. Jedoch entzieht sich das Phänomen Spiel gegen eine Festlegung von Merkmalen oder eine eindeutige Bestimmung und überführt in ein Relationsfeld, indem Mehrdeutungen und Paradoxien vorherrschen. Um diesem Dilemma stückweit zu entgehen, wird die Vielschichtigkeit und Komplexität des Spiels anerkannt und mittels einem transdisziplinären Weg – dessen zentraler Kernpunkt die anthropologische Bedeutung darstellt – zusammengeführt, um praktische, das heißt lebensweltliche, Einsichten über das Spiel-Phänomen zu gewinnen.
Kurzum: in der hier vorgestellten Philosophie des Spiels wird das Spiel sowohl vom Horizont der menschlichen Existenz, als auch hinsichtlich ihrer Grenzlinie im spezifischen Umgang mit der Fiktionalität, behandelt.
Abstract
(Englisch)
This master thesis’ aim is to problematize the process of playing philosophically. The focus of this dissertation is an anthropological analysis of the concept of playing: its structural dynamics, which link the parts of an action so that their results serve as an act, which in the end can be characterized as a game. This act in turn becomes a design of that, what people experience in the process of playing, namely themselves, their fellow men and (life-)world.
Against this background the following research questions will be examined in more detail: which function does the play obtain as an anthropological constant or, to put it differently, why must human beings play and what are the reasons for playing to have a reality-constituting correspondence without being able to realize itself?
In every sense, a playing a game is playing with something, a kind of action-as-if, a fictional event. This means that in the game, which sets the framework within which imagination, ideas and fantasies are imagined, realities that arise from the biological and physical world are transformed and reinterpreted. The success of playing manifests itself in the fact that the fictive world created by the game is taken seriously? But if the fictionality is an operation`s sign, then how can such a concept of fictionality grasp the lifeworld`s features?
Having reached this point, the thesis will differentiate between reality and play and the question, why playing constitutes a fictive world, which has a reality-creating equivalent? How do reality and playing relate to one another: like a landscape to a map of itself? Or may a philosophical reflection lead to a concept of playing that approaches the phenomenon’s meaning, which is not just an illusion, but, on the contrary, of rather profound anthropological significance.
Traditional methods of explanation, like prescriptive and descriptive approaches or formal logical ones, enable us to grasp the conception of playing and research it empirically. Playing, however, eludes an accurate characterization or unambiguous determination and thus leads to a relations area, where equivocal expressions and paradoxes prevail. In order to avoid this dilemma, the diversity and complexity of playing is conceded and a transdisciplinary approach – whose central core is the anthropological constitution of meaning – is devised to gain practical insights into the play-phenomenon with regards to the lifeworld.
In a word: This presented philosophy of playing discusses the concept of playing with regards to both the nature of human existence itself and the specific handling of fictionality.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Play Fictionality Anthropology
Schlagwörter
(Deutsch)
Spiel Fiktionalität Anthropologie
Autor*innen
Lukas Sobiech
Haupttitel (Deutsch)
Das Spiel als aushandeln von Wirklichkeit
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine anthropologische Betrachtung
Paralleltitel (Englisch)
Play as negotiate of reality
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
118 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Josef Rhemann
Klassifikation
08 Philosophie > 08.36 Philosophische Anthropologie
AC Nummer
AC09350598
Utheses ID
18364
Studienkennzahl
UA | 296 | | |
