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Der Einfluss spezifischen politischen Wissens auf politische Partizipation
eine empirische Untersuchung für die Bundesrepublik Deutschland
David Johann
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Sylvia Kritzinger
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29136.40870.845062-1
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Literatur ist weitgehend einig darin, dass umfassend über Politik informierte Bürger häufiger politisch partizipieren als Bürger, die gar nicht oder nur wenig über Politik informiert sind. Allerdings ist wenig darüber bekannt, wie sich spezifisches politisches Wissen auf die politische Partizipationsbereitschaft auswirkt. Diese Forschungslücke ist problematisch, da politisches Wissen mehrdimensional strukturiert sein kann und unterschiedliche Dimensionen politischen Faktenwissens spezifische Effekte auf politische Partizipation haben können. Die vorliegende Forschungsarbeit möchte einen Beitrag dazu leisten, diese Forschungslücke zu schließen. In dieser Arbeit werden zwei Bereiche politischen Faktenwissens unterschieden, von denen ein Effekt auf politische Partizipation zu erwarten ist: Wissen über die Spielregeln des politischen Systems und Wissen über die politischen Akteure. Ziel der Arbeit ist es, herauzufinden, wie sich spezifisches politisches Faktenwissen auf das Partizipations-verhalten der Bürger auswirkt und ob bzw. inwiefern sich die beiden Dimensionen politischen Faktenwissens in ihren Effekten auf das Partizipationsverhalten der Bürger unterscheiden. Zur Beantwortung der Forschungsfrage werden Umfragedaten des Allbus 2008 analysiert. Es wird gezeigt, dass sich die Effekte der beiden Wissenssbereiche auf politische Partizipation deutlich unterscheiden. Während von Kenntnissen über die Spielregeln des politischen Systems direkte Effekte auf die Teilnahmeabsicht an einigen Partizipationsformen jenseits des Wählens ausgehen, erweisen sich Kenntnisse über die politischen Akteure zum einen als stärkerer direkter Einflussfaktor für die Wahlbeteiligung, gleichzeitig aber auch als generell stärkerer indirekter Einflussfaktor für die Teilnahme an allen Formen legaler politischer Partizipation, insbesondere über die intervenierende Variable politisches Interesse. Die Befunde haben wichtige Implikationen: Erstens scheint eine Neuinterpretation des Zusammenhangs von politischem Wissen und politischer Partizipation notwendig. Zweitens ergeben sich praktische Implikationen aus der Tatsache, dass das Erlangen spezifischer Kenntnisse gefördert werden muss, möchte man die Bereitschaft der Bürger erhöhen, in einer bestimmten Weise politisch aktiv zu werden. Drittens haben die Ergebnisse auch methodische Implikationen: So ist die Messung von Faktenwissen eines Bereiches der Politik kein adäquater Ersatz für die Messung von Faktenwissen eines anderen Bereichs der Politik oder des politischen Faktenwissens insgesamt.
Abstract
(Englisch)
It has been established that citizens who are informed about politics tend to engage more extensively in various modes of democratic participation than less informed citizens. However, research so far fails to discuss individual differences in political participation resulting from inequality in specific political knowledge. This is problematic because political knowledge may be structured multidimensionally, and these different dimensions of political knowledge may have different repercussions on political participation. This PhD thesis investigates this matter by considering two types of individual factual political knowledge that may facilitate political activity: knowledge of the rules of the game, which describes the information citizens should hold on the political system, and knowledge of political actors, meaning information on political parties and their candidates. The main purpose of the thesis is to examine whether these different types of factual political knowledge differ in their effects on people's tendency to participate in politics. Using data from the 2008 German General Social Survey (ALLBUS), I find that specific political knowledge is linked to specific ways of engaging in politics. The results suggest, for example, that knowledge of the rules of the game has a direct effect on activities that go beyond voting, while knowledge of political actors is a major direct factor in explaining electoral turnout and a particular strong indirect factor for all legal modes of participation, especially through political interest. These results have important implications. First, since citizens’ specific political knowledge and their involvement in various modes of political participation are linked, a reinterpretation of the link between political knowledge and participatory inequality is necessary. Second, since citizens’ specific political knowledge and their involvement in various modes of political participation are linked, we must ensure that people have the appropriate information if we wish to increase engagement in politics in a particular way. And third, since domain-specific effects of political knowledge on political participation are empirically observable, the measurement of political knowledge in one domain cannot provide a reasonably good measure of knowledge in another domain or even of overall knowledge about politics.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Political Participation Political Sophistication Political Knowledge
Schlagwörter
(Deutsch)
Politische Partizipation Politisches Wissen Politische Information
Autor*innen
David Johann
Haupttitel (Deutsch)
Der Einfluss spezifischen politischen Wissens auf politische Partizipation
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine empirische Untersuchung für die Bundesrepublik Deutschland
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
XIV, 268 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Sylvia Kritzinger ,
Oliver Treib
Klassifikation
89 Politologie > 89.52 Politische Psychologie, Politische Soziologie
AC Nummer
AC09384736
Utheses ID
18394
Studienkennzahl
UA | 092 | 300 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1