Detailansicht
Measuring development
validity and necessity of development indices - a critical analysis
Nora Steurer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Petra Dannecker
DOI
10.25365/thesis.20573
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29371.51354.836662-8
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Hintergrund: Entwicklung oder Fortschritt zu messen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Problemgebiete die gemessen werden haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und gelöst zu werden. Entwicklungsindizes sind Werkzeuge, durch welche Entwicklungsbemühungen gerechtfertigt werden und durch welche Entwicklung selbst definiert wird.
Nach bestem Wissen der Autorin liegt der besondere wissenschaftliche Beitrag der vorliegenden Arbeit darin, dass sie den erste Versuch darstellt, nicht nur das Datenmaterial von Entwicklungsindizes zu evaluieren, sondern die Idee Entwicklung zu messen an sich durch die Sichtweise der Post Development Theory zu evaluieren und in Frage zu stellen. Es ist der erste Versuch, Entwicklungsindikatoren durch die spezifisch Sichtweise der Post Development Theory zu betrachten und hierdurch hervorzuheben das Validität und Notwendigkeit von Entwicklungsindizes auch von dem jeweiligen theoretischen Standpunkt abhängt. Außerdem ist es weiterhin der erste Versuch, drei unterschiedliche Entwicklungsindizes durch den Blickwinkel dieser Theorie zu betrachten und miteinander zu vergleichen und hierdurch deren Potential für Willkürlichkeit hervorzuheben, aufgrund der Wahlmöglichkeiten was das Einbeziehen oder Ausschließen unterschiedlicher Entwicklungsdimensionen angeht und der daraus folgenden unterschiedlichen Entwicklungsstadien verschiedener Länder.
Methodik: Die vorliegende Arbeit basiert auf rein theoretischer Forschung. Sie stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie Fallstudien. Nach einem allgemeinen Überblick über Ideengeschichte der Entwicklungstheorie, sowie Ansprüche und Verwendung von diesen werden drei Entwicklungsindizes ausgewählt und tiefer gehend evaluiert: das BIP pro Kopf, der sog. ‚Human Development Index’ (HDI) und der sog. ‘Happy Planet Index’ (HDPI). Diese Indizes werden beurteilt anhand der Qualität ihres Datenmaterials, der Dimensionen/Indikatoren welche sie beinhalten, sowie als Index insgesamt. Vor allen Dingen aber werden sie evaluiert anhand des für diese Arbeit ausgewählten theoretischen Rahmens.
Der theoretische Rahmen besteht in der sog. ‘Post Development Theory’ und speziell den Theorien von Arturo Escobar und Wolfgang Sachs. Dieser theoretische Ansatz wurde ausgewählt, da er eine besonders kritische Haltung zu dem Konzept ‘Entwicklung’ beinhaltet. Wenn Kernwerkzeuge dieses Konzepts einem solch kritischen Ansatz ausgewetzt werden, können deren Schwächen, sowie Stärken evtl. besonders gut hervorgehoben werden.
Resultate: Validität und Notwendigkeit der hier evaluierten Indizes hängen von der spezifischen theoretischen Sichtweise, deren eigenem Anspruch sowie davon für wen und für was sie notwendig sein sollen ab.
Wenn innerhalb des Entwicklungsdiskurses with von Escobar und Sachs dargestellt bewertet, stellt sich besonders BIP pro Kopf als den Entwicklungsdiskurs bestärkend dar. Weiterhin hat dieser Index generell wenig Validität oder Notwendigkeit, da er oft als Messinstrument von generellem Fortschritt dargestellt wird, diesem Anspruch aber kaum gerecht werden kann.
Wenn der HDI innerhalb des theoretischen Rahmens evaluiert wird, so besitzt er einen gewissen Grad an Validität und Notwendigkeit, da er dazu beitrug, eine weitere Fassung von Entwicklung als bloßen ökonomischen Fortschritt zu kreieren. Auch dieser Index besitzt jedoch einige homogenisierende Elemente, da er aus Indikatoren besteht, welche Bildung, Gesundheit und Reichtum standardisieren. Weiterhin kann er seinem eigenen Anspruch, menschliche Entwicklung zu messen nicht gerecht werden. Außerdem produziert er ein Ranking welches indiziert, dass es nur eine ‚Evolution’ hin zu mehr Entwicklungsfortschritt gibt. Was Datenmaterial angeht, so kann Qualität und Verfügbarkeit nicht immer garantiert werden.
Auch der HPI hat einem gewissen Grad an Validität und besonders Notwendigkeit da er eine Debatte über Konzepte von Entwicklung entfacht und den westlichen Entwicklungsweg in Frage gestellt hat. Einige Einschränkungen was Datenmaterial bei Lebenszufriedenheit und Ökologischem Fußabdruck angeht bestehen jedoch.
Fazit: Entwicklungsindizes bewegen sich im Allgemeinen innerhalb des Entwicklungsdiskurses wie von Escobar beschrieben und untermauern diesen. Es gibt jedoch Unterschiede was deren Validität und Notwendigkeit angeht. Validität und Notwendigkeit hängen weiterhin von theoretischem Rahmen und politischer Absicht ab. Entwicklung in ihrer Gesamtheit zu messen hat kaum Validität, da sie zu komplex und divers ist um sie mit einem einzigen Index zu messen. Teile von ihr zu messen hat jedoch möglicherweise einen gewissen Grad an Validität wenn die entsprechenden Resultate mit der notwendigen Vorsicht gehandhabt werden.
Entwicklungsindikatoren welche problematische Aspekte in der ganzen Welt, und nicht nur in den so genannten Entwicklungsländern hervorheben sind besonders notwendig.
Abstract
(Englisch)
Background: Measuring development or progress is increasingly important: Problems that get measured have a higher chance of getting attention and thus getting addressed. Development Indices are tools with which development efforts are justified, and through which development itself is defined.
To the best knowledge of the author, the particular scientific contribution of this paper lies in it being the first attempt to look at the validity and necessity of the idea of measuring development and the neutrality of the chosen indices both through a literature review criticizing data and dimensions included as well as a specific theory lense, namely Post Development Theory. Additionally, it is the first attempt to compare the three chosen different development indices with one another through this theoretical approach and highlight through this the different development notion each represent as well as their potential for arbitrariness by having included different development dimensions and the different development statuses of nations that follows from such a choice.
Method: This research is purely theoretical. It relies on literature analysis combined with a case study approach. Following a general overview over the history of development thought, and –indices as well as claims and ways for using them, three development indices are chosen and evaluated in depth: GDP per Capita, the Human Development Index (HDI) and the Happy Planet Index (HPI). They are assessed according to the quality of their data, according to the dimensions/indicators they consist of as well as an indicator in total. Especially, they are assessed within the theoretical framework chosen for this paper.
This theoretical framework consists in Post Development Theory and the theories of Arturo Escobar and Wolfgang Sachs in particular. This theoretical approach has been chosen due to its particularly critical attitude towards the concept of ‘development’. Exposing core tools of this concept to such scrutiny may therefore highlight their shortcomings but also there strengths, if even such a critical theoretical approach should find little fault with them.
Results: Validity and necessity of the indices evaluated in general depend upon the theoretical lens, their claim and upon who and what they are supposed to be necessary for. When evaluated within the theoretical framework, particularly GDP per Capita is found to fortify development as homogenization. Additionally, if looking at the index’ claim of measuring progress in general, this index has only very limited validity or necessity.
When evaluated within the theoretical framework, the HDI has some degree of validity and necessity since it helped shape a broader notion of development. It does, however, have homogenizing elements to it in that it is composed of indicators which standardize what health, education and wealth are. Furthermore, it produces a ranking, indicating, there is one ‘evolutionary’ way towards progress. Its validity is also questioned by data quality shortcomings.
The HPI also has some degree of validity and particularly necessity as it kindled a debate about notions of development and questioned the ‘Western’ path of development. There are some data limitations where Life Satisfaction and the Ecological Footprint are concerned.
Conclusion: Development indices by and large move within and fortify the ‘development discourse’ as described by Escobar. There are, however, differences as to their validity and necessity between them, which depend on theoretical approach and policy aims among others. Measuring development it its entirety may not be valid as it is too diverse and complex to measure with a single index, but measuring a part of it may have a certain degree of validity if the results are treated with the necessary caution. Development indices which highlight problematic aspects throughout the world, not merely in so called developing nations are especially necessary.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
measuring development Development Indices Post Development Theory GDP/Capita Human Development Index Happy Planet Index
Schlagwörter
(Deutsch)
Entwicklungsmessung Entwicklungsindizes Post-Development Theorie BIP/Kopf Human Development Index Happy Planet Index
Autor*innen
Nora Steurer
Haupttitel (Englisch)
Measuring development
Hauptuntertitel (Englisch)
validity and necessity of development indices - a critical analysis
Paralleltitel (Deutsch)
Entwicklung messen ; Validität und Notwendigkeit von Entwicklungsindizes - eine kritische Analyse
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
getr. Zählung : Ill.
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Petra Dannecker
AC Nummer
AC09384633
Utheses ID
18402
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
