Detailansicht
"[…] Every Second You’re Unhappy is a Waste of Time. And that’s a Sin" - challenging traditional concepts of Irish female identities
an examination of Mary Lavin's "Sarah", Edna O'Brien's "A Scandalous Woman", and Elizabeth Gill's "Goldfish Memory" in relation to gender, sexuality, and Irish culture
Rebecca Ungerboeck
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Franz-Karl Wöhrer
DOI
10.25365/thesis.20650
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29891.96836.828163-9
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Jungfrau bleiben oder Mutter werden – anhand dieser Dichotomie lässt sich, wenn auch vereinfacht formuliert, der enge für irische Frauen geltende traditionelle Identitätsbegriff erfassen. Der Staat sowie die katholische Kirche Irlands haben dieses Frauenbild geprägt und gefestigt. In der irischen Konstitution legte Eamon de Valera 1937 den Platz der Frau in der häuslichen Sphäre fest. Die Familie wurde als zentraler Bestandteil der irischen Gesellschaft definiert. Die Kirche in Irland hat die Gesetze des Staates durch ihre Dogmen unterstützt. Der Mythos der Jungfrau Maria hat dabei maßgeblich zur Identitätsbildung irischer Frauen beigetragen. Asexualität, Mutterschaft und Häuslichkeit wurden der irischen Frau vorgeschrieben. Die Abschaffung der Scheidung, der Verhütung und der Abtreibung – staatliche Maßnahmen, die in der Folge die weibliche Persönlichkeits- und Sexualitäts-entfaltung einschränkten – wurde durch die Glaubenssätze der katholischen Kirche unterstützt. Darüber hinaus wurde Femininität mit Passivität und Abhängigkeit vom Mann gleichgesetzt.
Einem Abriss des sozialhistorischen Hintergrunds der Republik Irland – ausgehend von einem Diskurs in die Vorchristenzeit, in der die Trope Irlands als Frau und auch das irische Frauenbild als eng mit Fruchtbarkeit und Fortpflanzung in Verbindung stehend wurzelt, bis hin zu einem kurzen Einblick in die Situation am Beginn des 21. Jahrhunderts – folgt die Analyse dreier Texte. Die ausgewählten Texte, die jeweils 1943, 1974 und 2003 veröffentlicht worden sind, bilden einen Querschnitt der literarischen bzw. kinematographischen Subversion traditioneller irischer Weiblichkeitskonzepte. Mary Lavins „Sarah“ und Edna O’Briens „A Scandalous Woman“ verdeutlichen, dass die Autorinnen die Kurzgeschichte in ihrer Funktion als Infragestellung repressiver Diskurse verwenden. Ihre kritische Einstellung gegenüber der katholischen Kirche kommt unter anderem durch den gekonnten Einsatz von Humor zum Ausdruck. Ihre Protagonistinnen Eily und Sarah untergraben sowohl das Jungfrauen- als auch das Mutterideal. Darüber hinaus rebellieren sie – obgleich es sich streckenweise um eine stille Rebellion handelt – gegen patriarchale Strukturen innerhalb ihrer Gesellschaft. Ihr Untergraben traditioneller Werte wird ihnen vor allem durch das Führen eines Doppellebens ermöglicht. Dass Sarahs subversives Verhalten mit ihrem Tode endet, muss nicht zwangsläufig als Triumph über die Rebellin interpretiert, sondern kann auch als Anerkennung ihrer Transgressivität verstanden werden. Die Bestrafung Sarahs und Eilys kann des Weitern als Gesellschaftskritik der Autorinnen gelesen werden. Während die beiden Charaktere Femininitätskonstrukte nur temporär umstürzen können, porträtiert Elizabeth Gill das Dublin des 21. Jahrhunderts als liberal, als von jeglicher weiblichen (sexuellen) Unterdrückung befreit.
Im Gegensatz zu Lavin und O‘Brien wählt Gill die Stadt als Schauplatz für ihren Film Goldfish Memory und ebnet ihren weiblichen Charakteren dadurch den Weg für die ultimative Subversion weiblicher Identitätskonzepte. Gill stellt eine Filmtradition in Frage, die das Ländliche in der Darstellung Irlands fokussierte. Ebenso werden die Konventionen der romantischen Komödie zerrüttet, in dem ihre Charakteristika teilweise zur Gänze adoptiert, teilweise in veränderter Form übernommen werden. Die Tatsache, dass das Ausleben jeglicher sexueller Orientierung in der Öffentlichkeit als gesellschaftlich legitim dargestellt wird, ist als grundsätzliches Unterscheidungsmerkmal von den beiden anderen Texten zu nennen. Katholische Werte werden in Hinblick auf weibliche Sexualität als dysfunktional porträtiert. Die Familie wird zudem völlig neu konzeptualisiert. Ein Kind kann zwei Mütter haben, während Väter nicht zwangsläufig als Bestandteil der Familie gelten müssen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Infragestellung repressiver patriarchaler Diskurse Untergraben der Identitätsdichotomie Jungfrau/Mutter Darstellung unkonventioneller sexueller weiblicher Identitäten Subversion des irischen Familienideals
Autor*innen
Rebecca Ungerboeck
Haupttitel (Englisch)
"[…] Every Second You’re Unhappy is a Waste of Time. And that’s a Sin" - challenging traditional concepts of Irish female identities
Hauptuntertitel (Englisch)
an examination of Mary Lavin's "Sarah", Edna O'Brien's "A Scandalous Woman", and Elizabeth Gill's "Goldfish Memory" in relation to gender, sexuality, and Irish culture
Paralleltitel (Deutsch)
"[…] Jede Sekunde des Unglücklichseins ist eine Zeitverschwendung. Und das ist eine Sünde" - wie traditionelle Konzepte irischer weiblicher Identitäten in Frage gestellt werden
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
121 S.
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Franz-Karl Wöhrer
Klassifikation
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.07 Englische Literatur außerhalb Großbritanniens und der USA
AC Nummer
AC09383631
Utheses ID
18469
Studienkennzahl
UA | 190 | 344 | 333 |
