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Geschichtspolitik im Nachkriegs-Guatemala
eine Schulbuchanalyse
Ursina Jäger
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Berthold Molden
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.20774
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30012.00756.704166-4
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Bürgerkriege stellen radikale Einschnitte in Gesellschaften dar, deren soziopolitische Ent-grenzungen auch nach dem formalen Friedensschluss nachwirken. Der in Guatemala unter-zeichnete Friedensvertrag von 1996 schrieb fest, dass der fragmentierten Gesellschaft über verschiedene Aufarbeitungs- und Versöhnungsprozesse, über die Anerkennung von Diversität und eine profunde Bekämpfung jener sozioökonomischen Ungerechtigkeiten, die in den jahr-zehntelangen Bürgerkrieg gemündet haben, ein anhaltender Frieden garantiert werden solle. Eine zu diesem Zweck ins Leben gerufene Kommission für Historische Aufklärung präsen-tierte 1999 ihre Darstellung des Bürgerkrieges und setzte damit eine geschichtspolitische De-batte in Gang, in der unterschiedliche Interessensgruppierungen des Landes ihre jeweiligen Bürgerkriegsnarrative dominant zu etablieren versuchten. Die vorliegende Arbeit analysiert diese Aushandlungsprozesse im Nachkriegs-Guatemala, indem sie die Bürgerkriegsdarstellungen in vier neuen Geschichtsschulbüchern in den größeren Zusammenhang des diskursiven Kampfes um zeitgeschichtliche Deutungshoheit stellt. Die Schulbuchdarstellungen des Konfliktes widerspiegeln nicht nur die unterschiedlichen Erinnerungen an den Krieg, sondern auch aktuelle Machtkonstellationen und aktive Ge-schichtspolitiken. Schulbücher sind folglich nicht nur der Versuch einer Rekonstruktion des Vergangenen, sondern zugleich auch indikativ für die Entwicklungsperspektiven in der Ge-sellschaft. Dabei interessiert, wie der Bürgerkrieg „erzählt“ wird, wessen Geschichtsdeutung in die schulischen Lehrmittel Eingang findet, und ob daraus auf ein dominierendes Leitnarra-tiv geschlossen werden kann. Schulbücher als quasi offizielles Wissen werden hier als Mittel im geschichtspolitischen Kampf erkannt und die divergierenden Interessen geschichtspoliti-scher Gruppen des Landes offen gelegt und damit auf das übergeordneten Forschungsinteres-se verwiesen: Welche Bedeutung kommt der Darstellung des Bürgerkrieges in den Schulbü-chern innerhalb dieses Prozesses zu? Welche AkteurInnen und diskursive Strukturen lassen sich identifizieren?
Abstract
(Englisch)
Societies that suffered from atrocities as brutal as the Guatemalan civil war are deeply di-vided. According to the peace agreement of 1996, a complex process of reconciliation should lead the country’s population to a prosperous future. A lasting peace should be guaranteed by focus on and acknowledgment of societal diversity as well as a comprehensive set of programs designed to combat the social and economic inequalities that caused the Guatemalan civil war in the first place. As part of a multiyear peace process, a Commission for Historical Clarification was created. In 1999, its commissioners presented their twelve-volume report about the civil war and initiated a debate in the field of the politics of history and thereby questioned the dominant war narrative. Instantly, this created a battle of different war narra-tives and claims for the power of interpretation of the conflicting past. This paper aims to analyse those negotiating processes of putting a civil war narrative of four different schoolbooks within the wider context of the discursive battles over interpretational sovereignty. Different representations of the conflicting past not only mirror different memo-ries of the time, but also replicate current power relations and the politics of history. School-books are not only the forum with which to define the contested past, but also a tool for fur-ther developments in society. The author is interested in the way in which the civil war is re-flected in recent Guatemalan schoolbooks and whose interpretation of the contested past is represented. Schoolbook texts as semi-official knowledge are conceptualized as instruments in the field of the politics of history and can contribute to expose divergent interests of actors in that field. The main research interest is thus: What relevance is given to the representation of the civil war within the schoolbooks, whose side of the story is actually presented, and which actors and discursive structures can be identified?

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
politics of history Guatemala schoolbook analysis
Schlagwörter
(Deutsch)
Geschichtspolitik Guatemala Schulbuchforschung
Autor*innen
Ursina Jäger
Haupttitel (Deutsch)
Geschichtspolitik im Nachkriegs-Guatemala
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Schulbuchanalyse
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
101 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Berthold Molden
Klassifikation
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein: Allgemeines
AC Nummer
AC09446789
Utheses ID
18576
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
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