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Und wenn der Hirte der Böse ist?
eine Analyse der Berichterstattung zum Missbrauchsskandal der Kathaolischen Kirche im Jahr 2010
Magdalena Schauer
Art der Arbeit
Magisterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Friedrich Hausjell
DOI
10.25365/thesis.20800
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29305.18434.509766-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Ausschlaggebend für die vorliegende Arbeit war der plötzliche und drastische Fokus der Medien auf die Schattenseiten der katholischen Kirche. Galt sie gesellschaftlich und öffentlich lange Zeit als Inbegriff öffentlicher Moral, wurde mit dem Aufdecken der Missbrauchsfälle im Canisius-Kolleg eine neue Ära eingeläutet: Eine nicht enden-wollende Flut von Missbrauchsfällen innerhalb kirchlicher Institutionen erschütterte Christen und Nicht-Christen. Durch die Arbeit der Medien wurde nun, nach langen Jahren des Schweigens, die Institution der Kirche zur Räson gerufen und anstatt Vertuschung und Verdrängung musste zwangsläufig mit Aufarbeitung, Aufklärung und Verfolgung von sexueller Gewalt begonnen werden. Mittels einer Analyse der inhaltlichen Strukturierungen als Unterform der Inhaltsanalyse nach Mayring und zusätzlicher Frequenzanalyse wurde der Zeitraum vom 1.1.2010 bis zum 31.1.2011 in den österreichischen Qualitätszeitungen Standard und Presse auf die Berichterstattung zum Missbrauchsskandal innerhalb der katholischen Kirche hin untersucht. Es galt herauszufinden, wie die mediale Berichterstattung ausgerichtet war und welche Position, Kommunikationsstrategien und Form des Krisenmanagements von Kirchenseite gewählt wurde. Außerdem wurde untersucht wie und ob sich Angeklagte und Opfer zu Wort meldeten und auch welche Rolle die Kirchenaustrittszahlen in der Berichterstattung zum Skandal spielten. Ein besonderer Fokus der Analyse lag außerdem auf den Kommentaren in beiden Tageszeitungen. Dies diente als Spiegel der medialen und öffentlichen Stimmung zum transportierten Missbrauchsthema.
Durch die Aufarbeitung wurde ein sehr heterogenes Bild in der Berichterstattung deutlich. Menschen innerhalb der Kirche reagierten sehr unterschiedlich auf die medialen und öffentlichen Anschuldigungen. Auch wenn mit Andauern des Skandals zunehmend Mut und Kampf um Aufarbeitung, Umkehr und Neuorientierung deutlich wurden, gab es permanent einzelne Stimmen die alle Vorwürfe abstritten, Verfehlungen innerhalb der Kirche leugneten und alle Schuldzuweisungen abwehrten.
In der Aufarbeitungsarbeit allerdings taten sich einzelne Persönlichkeiten besonders hervor und bewiesen, dass der Grundgedanke der katholischen Kirche als Institution von Rechtschaffenheit, Nächstenliebe, Reue und Vergebung wieder ins Zentrum gerückt und nicht länger Lügen gestraft werden sollte. Die Position von Öffentlichkeit und Medien erwies sich als zwiegespalten. Deutlicher als die Stimmen, die sich für Vergebung und Unterstützung aussprachen, waren trotzdem jene, die Wut, Verabscheuung und auch den Hass auf eine Organisation spüren ließen, die sich an ihren nach außen hin gepredigten Grundsätze derart vergangen hatte. Auch wurde der Skandal wiederholt als Anlass zu genereller Kritik am oft als nicht-zeitgemäß kritisierten Christentum und der veralteten Sexualmoral der katholischen Kirche genutzt. Dennoch kann auch von der Kirche nicht als einem schuldfreien Ort ausgegangen werden, die Kritik- und Kontrollfunktion der Medien kann und muss aber unterstützend dazu beitragen, dass viele Fehler gesühnt, aufgearbeitet und nicht wiederholt werden. Dies zu verdeutlichen und mehr Verständnis für das komplexe Phänomen zu generieren ist das Ziel dieser Arbeit.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Kirche Missbrauch Missbrauchsskandal Pädophilie Vatikanische Medienerlässe Inhaltsanalyse Frequenzanalyse
Autor*innen
Magdalena Schauer
Haupttitel (Deutsch)
Und wenn der Hirte der Böse ist?
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Analyse der Berichterstattung zum Missbrauchsskandal der Kathaolischen Kirche im Jahr 2010
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
170 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Friedrich Hausjell
AC Nummer
AC10887424
Utheses ID
18598
Studienkennzahl
UA | 066 | 841 | |
