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Reason and transmission in the epistemology of testimony
a critique of Jennifer Lackey's discussion of reductionism and non-reductionism
Alexander Brunner
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Betreuer*in
Martin Kusch
DOI
10.25365/thesis.20937
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29082.46207.935562-6
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Zeugenschaft ist eine zentrale Quelle von Wissen. Es ist daher eine wichtige Aufgabe der Epistemologie, zu erklären, wie wir durch das gesprochene und geschriebene Wort anderer zu Wissen kommen können.
In der jüngeren philosophischen Literatur hat die Fragestellung, wie eine Person vernünftigerweise eine gerechtfertigte Meinung durch Zeugenschaft erlangen kann, zu einer komplexen und umstrittenen Debatte geführt. Auf der einen Seite behaupten Reduktionisten, dass es vernünftig sei, eine getätigte Aussage im Hinblick auf den reichhaltigen Schatz an induktivem Beweismaterial, das uns durch unsere Erfahrung gegeben ist, zu akzeptieren. Auf der anderen Seite verteidigen Nicht-Reduktionisten die Ansicht, dass wir durch die Aussagen anderer Wissen erlangen, weil unser vermeintliches Verständnis eine apriorische Berechtigung darstellt, eine Aussage als wahr zu akzeptieren.
In der Auseinandersetzung mit Jennifer Lackeys wegweisendem Buch Learning from Words (2008), ist die Hauptaussage meiner Diplomarbeit, dass eine dichotome Unterteilung in ein reduktionistisches und ein nicht-reduktionistisches Lager nicht in der Lage ist, substantiellen Fortschritt in der epistemologischen Debatte herbeizuführen. Durch philosophische Gegenbeispiele versucht Lackey, beide Ansichten zu widerlegen und den Fokus bei Unterredungen weg von den Überzeugungen des Sprechers, hin zu den Aussagen selbst zu verlegen. Ich behaupte, dass dieser Versuch erfolglos bleibt. Insbesondere behaupte ich, dass ihre Gegenbeispiele nicht überzeugend genug sind, um die etablierte Ansicht zu widerlegen, dass Zeugenschaft am besten als Ausdruck einer Überzeugung gefasst wird.
Letztendlich erscheint Lackeys Entwurf, die Überzeugungen von Sprechern als epistemisch irrelevant zu verwerfen, unfruchtbar. Um zu verstehen, wie Wissen durch Zeugenschaft anderer erlangt werden kann, ist es wichtig, die Intentionalität von Sprechern zu begreifen. Nimmt man Sprecher als Personen ernst, scheint sowohl Reduktionismus als auch Nicht-Reduktionismus in der Lage, auf richtige und relevante Herausforderungen von Unterredungsszenarien antworten zu können. In diesem Sinne ist die Idee, dass es eine hinreichende Begründung geben muss, um das Verstehen einer Aussage als rational begreifen zu können, ein Gedanke, den beide Lager begrüßen können, damit eine daraus resultierende Überzeugung gerechtfertigt sein kann.
Abstract
(Englisch)
Testimony is a rich source of knowledge. It is therefore an important epistemological task to explain how we can obtain knowledge through the spoken and written words of others.
In the recent philosophical literature, the issue of how a person may reasonably acquire a justified testimonial belief has fostered a complex and controversial debate. On the one side, reductionists claim that it is reasonable to believe a proffered statement in view of the substantive body of inductive evidence that is provided by experience. On the other side, non-reductionists maintain that we may come to know from a report because our putative understanding provides an a priori entitlement to accept a statement as true.
In grappling with Jennifer Lackey’s seminal (2008) Learning from Words, my main claim in this thesis is that a dichotomous divide between the reductionist and the non-reductionist camp is unable to yield substantial progress in the epistemological debate. By means of philosophical counterexamples, Lackey tries to reject both views and shift the focus in interlocution from a speaker’s beliefs to her proffered statements. I argue that her rejections fail. In particular, I hold that her counterexamples are not convincing enough to provide a basis from which to refute the established view that testimony is best conceptualised as the expression of a belief.
Ultimately, Lackey’s project to discard a speaker’s beliefs as epistemically irrelevant appears to be misguided. In order to understand how knowledge may be obtained through the testimony of others it is important to appreciate the speaker’s intentionality. With the notion of personhood taken seriously, both reductionism and non-reductionism seem to be able to respond to real and relevant challenges of interlocution scenarios. In this regard, the idea that there has to be enough of a reason to render the understanding of a proffered report rational in order for the resulting testimonial belief to be justified is a common notion both camps can appreciate.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Epistemologie Zeugenschaft Begründung Übertragung Reduktionismus Nicht-Reduktionismus
Autor*innen
Alexander Brunner
Haupttitel (Englisch)
Reason and transmission in the epistemology of testimony
Hauptuntertitel (Englisch)
a critique of Jennifer Lackey's discussion of reductionism and non-reductionism
Paralleltitel (Deutsch)
Begründung und Übertragung in der Epistemologie der Zeugenschaft
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
125 S.
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Martin Kusch
Klassifikation
08 Philosophie > 08.32 Erkenntnistheorie
AC Nummer
AC09018670
Utheses ID
18724
Studienkennzahl
UA | 296 | | |
