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Staatsbürgerschaft in Österreich
über erwählte und auferlegte Fremdheiten und Zugehörigkeiten junger Erwachsener aus dem ehemaligen Jugoslawien
Elvira Kurabasa
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Sabine Strasser
DOI
10.25365/thesis.20973
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29806.59077.780069-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Wir alle sind als StaatsbürgerInnen geboren, doch nicht alle sind StaatsbürgerInnen jenes Landes, in dem sie ihren Lebensmittelpunkt haben. Die Staatsbürgerschaft ist eine bei Geburt auferlegte Zugehörigkeit, was jedoch nicht bedeutet, dass sich jeder Mensch mit dieser Zuschreibung auch identifiziert, denn immer mehr Menschen pflegen Beziehungen zu mehr als einem Staat. So auch jene Personen, die das Thema meiner Arbeit sind. Das Ziel dieser Arbeit war es, erstens, herauszufinden, welche Bedeutung das Konzept der Staatsbürgerschaft für junge Erwachsene mit „Migrationshintergrund“ aus dem ehemaligen Jugoslawien, die in Österreich leben, hat. Zweitens wurde danach gefragt, ob sie sich mit der ihnen zugeschriebenen und/oder selbst gewählten Staatsbürgerschaft emotional identifizieren können. Aufgrund der starken Zuwanderung nach Österreich und den hohen Einbürgerungszahlen seit den 1990er Jahren wurden die Einbürgerungsbestimmungen dahingehend geändert, dass die Verleihungen der österreichischen Staatsbürgerschaft stark reduziert wurden. Die österreichischen Einbürgerungsbestimmungen gehören heute EU-weit zu den restriktivsten. Während die meisten EU-Staaten Gesetze verändern, um z.B. Kindern mit „Migrationshintergrund“ die Einbürgerung zu erleichtern, hält Österreich weiterhin am Abstammungsrecht fest, was dazu führen, dass sogar noch Angehörige der dritte Generation mit „Migrationshintergrund“ als „Fremde“ geboren werden können. Es bedeutet, dass die in Österreich geborenen und/oder sozialisierten Kinder nicht-österreichischer StaatsbürgerInnen keinen besonders erleichterten Zugang zur österreichischen Staatsbürgerschaft haben und dadurch auch von bestimmten Rechten und Pflichten, die an die Staatsbürgerschaft gebunden sind, ausgeschlossen werden. Da sich hinter dem Konzept der Staatsbürgerschaft die Idee des Gemeinschaftlichen verbirgt, wird oft explizit und implizit darüber entschieden, wer zu dieser Gemeinschaft dazu zählen kann oder darf und wer nicht. Dabei kann, muss aber nicht die Staatsbürgerschaft ausschlaggebend sein; auch andere „informelle“ Elemente können zur Ein- und Ausgrenzung führen. In dieser Diplomarbeit wurde hinterfragt, inwieweit sowohl formelle (rechtliche) als auch informelle (gesellschaftlich-soziale) Ein- und Ausschlussmechanismen die Handlungs- und Wahrnehmungsmuster und die Selbstzuschreibung von jungen Erwachsenen mit „Migrationshintergrund“ beeinflussen und wie bestehende Strukturen der Schließung umgangen, hinterfragt und mitgestaltet werden. Die Interviews mit sechs Personen und die Auswertungen des auf diese Weise gesammelten Materials mit Hilfe des thematischen Kodierens nach Flick (2002) sowie Beobachtungen an der Magistratsabteilung für Einbürgerung in Wien haben gezeigt, dass Inklusions- und Exklusionsmechanismen Variationen von Zugehörigkeitskonstellationen hervorbringen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Citizenship belonging Austria young migrants former Jugoslavia
Schlagwörter
(Deutsch)
Staatsbürgerschaft Citizenship Zugehörigkeit junge Erwachsene ehemaliges Jugoslawien Migration Einbürgerung Österreich
Autor*innen
Elvira Kurabasa
Haupttitel (Deutsch)
Staatsbürgerschaft in Österreich
Hauptuntertitel (Deutsch)
über erwählte und auferlegte Fremdheiten und Zugehörigkeiten junger Erwachsener aus dem ehemaligen Jugoslawien
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
97 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Sabine Strasser
Klassifikation
73 Ethnologie > 73.08 Regionale Ethnologie
AC Nummer
AC09373625
Utheses ID
18760
Studienkennzahl
UA | 307 | | |
