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Das Bild des Banus Josip Jelačić in der kroatischen Geschichtsschreibung
Hrvoje Tokic
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Thomas Winkelbauer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.21067
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30427.45593.939364-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Darstellung des Banus bzw. des Stellvertreters des Königs in Kroatien, Josip Jelačić (1801-1859), in der kroatischen Geschichtsschreibung seit deren Entstehung Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart auseinander. In Jelačić, der sich sowohl für den Erhalt der Habsburgermonarchie als auch für nationalkroatische Ziele (gemäßigte Modernisierung, Vereinigung der „kroatischen Länder“ innerhalb der Habsburgermonarchie, Emanzipation von Ungarn) besonders in den Krisenjahren 1848/49 aber auch danach einsetzte, sehen die meisten kroatischen Historiker primär oder ausschließlich einen Protagonisten der kroatischen Nationalgeschichte. Für die Verfechter der jugoslawisch-marxistischen Strömung in der kroatischen Geschichtsschreibung nach 1945 war er dagegen nur ein „antinationales“ und „reaktionäres“ „Werkzeug der österreichischen Konterrevolution“. Ein Teil der Geschichtsschreiber im Ersten Jugoslawien (1918-1941) betonte und stilisierte die historische serbophile Politik des Banus, dieses „jugoslawischen Patrioten“, zur „Eintracht“ zwischen Kroaten und Serben in ihren Darstellungen. Auf der anderen Seite haben sich oft dieselben kroatischen Historiographen um eine möglichst sachliche, quellennahe und kritische Darstellung der politischen Tätigkeit des Banus bemüht, wie von deutschen Historikern (z. B. Wolfgang Kessler) beobachtet wurde. Im Grunde lassen sich zwei Entwicklungen der kroatischen Historiographie anhand der Jelačić-Darstellung verdeutlichen. Zum einen existiert eine Kontinuität im Hinblick auf die Professionalisierung und „Verwissenschaftlichung“ der kroatischen Historiographie, die bis zu ihren Anfängen im 19. Jahrhundert zurückreicht. Deren prominenteste Vertreter sind im Bereich der Gesamtdarstellungen der kroatischen Geschichte bzw. der Geschichtsforschung zu den Jahren 1848/49 und Jelačić: zuerst Tadija Smičiklas, dann Ferdo Šišić, Ferdo Hauptmann, Jaroslav Šidak, Nikša Stančić und zuletzt Kristina Milković. Dies bedeutet aber nicht, dass eine Geschichte der (kroatischen) Geschichtsschreibung ein linearer Prozess, ein kontinuierliches Annähern an die historische Wahrheit ist. Infolge jeder politischen Krise bzw. „Wende“ bisher (1918, 1941, 1945 und 1990/91) scheint sich der Druck auf die (professionelle) Geschichtsschreibung, die neue gesellschaftspolitische Realität historiographisch zu legitimieren, erhöht zu haben. Daher neigte die kroatische Historiographie (teilweise) zu politisch motivierter Interpretation und Darstellung der historischen Rolle des Banus Josip Jelačić, seiner Politik und seinen militärischen Leistungen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Josip Jelačić Historiographie Kroatien 1848/49
Autor*innen
Hrvoje Tokic
Haupttitel (Deutsch)
Das Bild des Banus Josip Jelačić in der kroatischen Geschichtsschreibung
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
169 S. : Kt.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Thomas Winkelbauer
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.01 Historiographie ,
15 Geschichte > 15.06 Politische Geschichte
AC Nummer
AC09588827
Utheses ID
18845
Studienkennzahl
UA | 312 | | |
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