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Der Kolonialismus des faschistischen Italien
Mythos, Propaganda und Realität
Karoline Enter
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Gualtiero Boaglio
DOI
10.25365/thesis.21243
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30189.25445.686362-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Der Kolonialismus, welchen das faschistische Italien unter Benito Mussolini durchführte, ist ein erst in den letzten Jahrzehnten stärker in den Fokus der wissenschaftlichen Betrachtung gerücktes Thema. Dies ist insofern verwunderlich, als der italienische Kolonialismus auf dem afrikanischen Kontinent sehr wichtige gesamtpolitische Auswirkungen auf das damalige Italien hatte. So lässt sich feststellen, dass dieses politische Thema nicht nur ein Moment des maximalen Konsens zum faschistischen Regime bedeutete, sondern gleichzeitig auch den Beginn seines Niedergangs.
Der Fokus der vorliegenden Arbeit liegt insbesondere auf der Untersuchung der Motive und Argumente, welche die Faschisten instrumentalisierten, um ihre Vorhaben auf dem afrikanischen Kontinent durchsetzen zu können. Da diese Motive und Argumente immer in Verbindung mit Sprache bestanden, wurde auch der Analyse des faschistischen Sprachgebrauchs zu diesem Thema eine hohe Relevanz beigemessen.
Die Annäherung an das Thema erfolgt schrittweise: einer historischen Betrachtungsweise folgt eine Kontrastierung mit faschistischen Quellen. Im Analyseteil wird mit Hilfe einerseits einer diskursanalytischen, andererseits einer semantischen Analysemethode der wissenschaftliche Blick auf die Sprache der Faschisten gelegt und Zitate, spezielle Wortgebräuche und faschistische Kampflieder bezüglich des Kolonialismus in Afrika untersucht.
Wie der Zusatztitel der Diplomarbeit „Mythos, Propaganda und Realität“ bereits anklingen lässt, bestand über weite Strecken eine starke Diskrepanz zwischen der erschaffenen Realität der Faschisten, welche ihnen dazu dienen sollte, ihre Argumente rechtfertigen zu können, und der tatsächlichen realen Situation im Italien der Zwischenkriegszeit. Im Laufe der Arbeit werden genau diese teilweise sehr weit auseinanderliegenden „Realitäten“ aufgezeigt.
Der Faschismus befand sich bezüglich seines Vorhabens, durch ein koloniales Unternehmen ein Impero in Übersee erschaffen zu können, unter permanentem Legitimationsdruck, welchen er auf verschiedene Art und Weise versuchte zu bewältigen. Dabei kamen verschiedene Strategien der Konstruktion nationaler Identität, ein persuasiver und propagandistischer Sprachgebrauch und eine teilweise sehr einseitig konnotierte Wortwahl zum Einsatz. Im Laufe der Diplomarbeit werden diese aufgezeigt und sichtbar gemacht, denn es besteht die These, dass einzelne Satzkonstruktionen und sogar einzelne Wörter eine sehr bewusste und keineswegs zufällige Anwendung fanden.
Unter diesen Gesichtspunkten weisen das erarbeitete Thema und seine Ergebnisse eine hohe Relevanz auf, denn sie liefern ein Beispiel für den Sprachgebrauch eines totalitären Regimes bezüglich eines ausgewählten politischen Vorhabens, zeigen aber gleichzeitig beispielhaft persuasive und strategische Mechanismen auf, die man auch heute, gut 80 Jahre danach, noch in der politischen Sprache antreffen kann. Die Wahrnehmung dahingehend zu schärfen, ist eine herausfordernde, aber erkenntnisbringende Angelegenheit.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Italien Afrika Faschismus Kolonialismus Zwischenkriegszeit
Autor*innen
Karoline Enter
Haupttitel (Deutsch)
Der Kolonialismus des faschistischen Italien
Hauptuntertitel (Deutsch)
Mythos, Propaganda und Realität
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
135 S. : Kt.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Gualtiero Boaglio
Klassifikation
15 Geschichte > 15.06 Politische Geschichte
AC Nummer
AC09584627
Utheses ID
19003
Studienkennzahl
UA | 236 | 349 | |
