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Quartärgeologie des Raumes Schneebergdörfl Puchberg am Schneeberg
Sabrina Seidl
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie
Betreuer*in
Michael Wagreich
DOI
10.25365/thesis.21315
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29499.57780.675964-6
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, einen Paläogletscher im östlichsten Teil der Alpen (Schneeberg) zu rekonstruieren, wobei auf Chronologie und Sedimentologie der quartären Ablagerungen besonderes Augenmerk gelegt wird. Das Einzugsgebiet lässt sich durch steile Berghänge und Kare charakterisieren. Der Gesteinsbestand baut sich überwiegend aus Kalkstein (i.w. Wettersteinkalk) auf. Auf Grund der geologischen Kartierung konnten zwei unterschiedlich alte Moränensysteme unterschieden werden. Die Moräne des älteren Systems fällt einerseits durch eine sehr ebene und glatte Geländeoberfläche, andererseits durch Fehlen von jeglichen erratischen Blöcken auf, und besteht aus stark verwittertem glazigenem Sediment (Till). Dieses System wurde von einem Kargletscher geprägt und weit vor dem Jungen System abgelagert - es ergibt sich damit ein Alter von Riß (oder älter?). Das jüngere Moränensystem wird durch eine bis zu 60m hohe Seitenmoräne (latero-frontal dump moraine) mit einem seitlich an der linken Flanke durchgebrochenen Moränenkörper charakterisiert. Sowohl große erratische Blöcke und zahlreiche kleine Depressionen an der Oberfläche, als auch die generell kaum verwitterten Sedimente lassen auf eine Entstehung dieses Systems während des LGM (Last Glacial Maximum, Würm Hochglazial) schließen. Vorwiegend besteht die Junge Moräne aus sandig bis kiesigen, matrix- bis korngestützten Diamikten, die oftmals eine leichte Karbonatzementation an der Oberfläche zeigen. Eckige Komponenten (angular bis subangular) überwiegen deutlich und abgerundete Formen (subrounded) treten eher in den Hintergrund. Die Form der Komponenten und die mächtigen erratischen Blöcke entlang des Moränenkammes lassen darauf schließen, dass der Gesteinsschutt vor der Ablagerung vorwiegend passiv, beispielsweise supraglazial und englazial transportiert wurde. Deshalb wird das Model eines schuttbedeckten Gletschers (debris covered) für die Entstehung dieser Oberflächenform favorisiert. Diese Annahme kann durch ein niedriges Akkumulations-/Ablationsverhältnis (AAR) gestützt werden. In diesem Fall kann ein AAR Verhältnis mittels Rekonstruktion der Höhenlage der Schneegrenze (equilibrium line altitude, ELA) über den höchsten Ansatzpunkt der Seitenmoräne (Methode nach Lichtenecker, 1938), ermittelt werden. Außerdem gibt es keine Anzeichen auf ein früheres Gletschertor, wodurch anzunehmen ist, dass glazifluviatile Prozesse beim Sedimenttransport ins Gletschervorfeld eine eher untergeordnete Rolle spielten. Solch ein Hintergrund lässt sehr kalte und trockene Bedingungen während des Würm-Hochglazials vermuten, die auch bei der Paläoklimarekonstruktion des östlichen Vorlandes zu finden sind. Während der Bildung des älteren Systems herrschten mit Sicherheit ähnliche kühl/trockene klimatische Bedingungen wie im Würm.
Abstract
(Englisch)
The intention of this work is the reconstruction of paleo-glaciers in the easternmost part of the Alps (Schneeberg mountain) with the main focus on chronology and sedimentology of Quaternary deposits.
The area is dominantly made up of limestone bedrocks of the Northern Calcareous Alps (mainly Wetterstein Limestone) and hence characterized by steep slopes and cirques.
Two different moraine-systems can be deciphered based on geological mapping. The moraines of the older system show a comparable smooth surface without any big boulders and consist of weathered till. The older system was built up as a result of a cirque glacier and formed much earlier than the younger system (Riß/older?).
The younger moraine-system is characterized by an up to 60 m high latero-frontal dump moraine with a prominent breach-lobe moraine in a lateral position. The morphology with big boulders and small depressions on the surface as well as the generally unweathered appearance of the sediments indicate a formation of this system during the Last Glacial Maximum (LGM; Würm pleniglacial). Predominantly, the younger moraine consists of sandy to gravelly, matrix- to grain-supported diamictons, which often show a weak carbonate cementation near the surface. Clasts with angular to subangular shape are clearly dominant compared to subrounded ones.
The shape of the clasts and the abundant boulders on top of the ridges indicate a high portion of passive i.e. supraglacial and englacial transport of debris before deposition. Thus the model of a debris-covered glacier is favored to explain the whole landform. Such an assumption is backed by a low accumulation/ablation area ratio (AAR) based on the reconstruction of the ELA using the maximum elevation of lateral moraines (method of Lichtenecker, 1938). Furthermore, as there is no indication of a former glacier snout, glacio-fluvial processes should have played a limited role in sediment transport into the forefield. Such setting pinpoints to very cold-arid conditions, which are as well found in paleo-climate reconstructions of the eastern foreland. During the formation of the older system the climatic conditions were comparable cold/dry with conditions of the Würm.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Quartärgeologie Puchberg am Schneeberg Niederösterreich Ostalpen Schuttbedeckter Gletscher ELA
Autor*innen
Sabrina Seidl
Haupttitel (Deutsch)
Quartärgeologie des Raumes Schneebergdörfl Puchberg am Schneeberg
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
147 S. : Ill., graf. Darst., Kt.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Michael Wagreich
AC Nummer
AC10669584
Utheses ID
19067
Studienkennzahl
UA | 066 | 815 | |
