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Der neue Mensch
das Kind in austromarxistischen Inszenierungen
Lisa Sinowatz
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Klara Löffler
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.21337
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30207.70176.544170-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
„Die Hauptstadt des Kindes in Europa“ – keine geringeren Worte fand der Schweizer Pädagoge Adolphe Ferrière nach einem Besuch im Wien der Zwischenkriegszeit. Und in der Tat: Leistungen wie der kommunale Wohnbau, ein ambitioniertes Fürsorgewesen und die flächendeckende Installierung progressiver pädagogischer Einrichtungen zählten damals zur internationalen Avantgarde ihrer Zeit. Die vorliegende Arbeit möchte diese spezifische Hinwendung des Roten Wien zum Kind einer kulturwissenschaftlichen Betrachtung unterziehen, in deren Zentrum zwei zentrale Erkenntnisinteressen stehen. Erstens: Welche Rolle und Funktion spielte das Kind in austromarxistischen Inszenierungen und offiziellen Diskursen der sozialdemokratischen Kommunalverwaltung der Ersten Republik? Welche Motive und Wirkungsweisen können identifiziert werden und welche Strategien, Methoden und Instrumente kamen dabei zum Einsatz? Zweitens: Was kann das Kind als Medium über Atmosphäre und Ideologie des Alltags im Roten Wien aussagen? Basierend auf ethnografischen Mikroanalysen versteht sich die Arbeit als Versuch einer dichten Beschreibung im Sinne des gleichnamigen Klassikers von Clifford Geertz, der die Beschreibung von Kultur als Formulierung von Bedeutungsstrukturen und deren gesellschaftlichen Ursprüngen und Wirkungsweisen definiert. Ausgangspunkt der Arbeit bildet die Messe „Frau und Kind“, die 1928 in Wien veranstaltet wurde und als exemplarisch für die allgemeinen zeitgenössischen Diskurse um das Kind verstanden werden kann. Analog zur inhaltlichen Gliederung dieser Veranstaltung werden fünf Dispositive aus austromarxistischem Kontext ausgewählt und analysiert. „Dispositive“ meinen dabei Analyseeinheiten im Sinn konkreter Quellen, die als Schauplätze bzw. Umschlagsorte austromarxistischer Kultur des Jahres 1928 lesbar sind. Die Quellenbasis umfasst Fotografien, programmatische Schriften und Zeitungsartikel ebenso wie Gedichte, Kinderliteratur und Plakate. Anhand dieser Medien sollen die wichtigsten Abstraktionen, Ideologien und Implikationen des kulturellen Feldes des Roten Wien veranschaulicht werden. In einem weiteren Schritt werden die den Dispositiven eingeschriebenen Codes einer Detailanalyse unterzogen. Gemeint sind damit formelhafte Kennungssignale, die ein Maximum von Inhalten mit einem Minimum kombinationsfähiger Elemente kommunizieren. Beispiele dafür sind ideologische Kampfbegriffe, gesellschaftliche „Reizwörter“ oder zeitgenössische Megatrends. Im Gegensatz zu den Dispositiven, die sich als konkrete Quellen darstellen, handelt es sich bei den Codes um abstrakte Kategorien und Atmosphärisches. Diese „Essenzen des Zeitgenössischen“ geben Aufschluss über die Ideologie des Alltags im Roten Wien 1928. Um den Erkenntnisgewinn der ethnografischen Annäherung abzubilden und die Ergebnisse der Mikroanalysen mit den formulierten Forschungsinteressen abzugleichen, werden die zentralen Aspekte der austromarxistischen Inszenierung des Kindes abschließend zu Thesen verdichtet. Ein Epilog widmet sich der forscherischen Selbstreflexion und Überlegungen zu den inhaltlichen und methodischen Problemen des ethnografischen Forschungsprozesses.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Austromarxismus Kind Alltagskultur politische Ästhetik Rotes Wien Erste Republik
Autor*innen
Lisa Sinowatz
Haupttitel (Deutsch)
Der neue Mensch
Hauptuntertitel (Deutsch)
das Kind in austromarxistischen Inszenierungen
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
127 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Klara Löffler
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.07 Kulturgeschichte ,
15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte ,
73 Ethnologie > 73.06 Ethnographie ,
73 Ethnologie > 73.83 Regionale Volkskunde ,
80 Pädagogik > 80.80 Pädagogisches Umfeld: Allgemeines
AC Nummer
AC09409322
Utheses ID
19086
Studienkennzahl
UA | 308 | | |
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