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"Je vais faire de vous mon jouet"
das Erotische bei Leopold von Sacher-Masoch und seine Rezeption in Frankreich
Lara Samuel
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Norbert Bachleitner
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.2262
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30107.65047.520259-2
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Nachdem sich der Psychiater Richard von Krafft-Ebing 1886 Sacher-Masochs Namen bedient, um die Perversion, Lust aus Schmerz und Erniedrigung zu empfinden, war Masoch lange Zeit ein Begriff, den die meisten Menschen nur dem klinischen oder psychoanalytischen Umfeld zuschreiben konnten. Anders als Sade, dessen Werk genauso bekannt ist wie die nach ihm benannte Perversion des Sadismus, geriet Sacher-Masoch im Laufe des 20. Jahrhunderts immer mehr in Vergessenheit. Neue Ansätze versuchen sich heute in der Trennung von Sade und Masoch, die, aufgrund der Verbindung ihrer beiden Philosophien in der Psychoanalyse, auch bald in der Literatur untrennbar geworden waren. Bei näherer Betrachtung ist das Werk Sacher-Masochs jedoch weit von den Ideen Sades entfernt, ist doch die physische Gewalt kein Muss bei dem galizischen Autor, sondern eher eine logische Weiterführung der beziehungstechnischen Hierarchie seiner Figuren. Masoch kreiert in seinen Romanen eine neue Form von Erotik – vertreten durch eine herrische Frau, verbindet das Erotische bei Sacher-Masoch die Elemente Schönheit, selbstgerechte Moralvorstellungen und Vergnügen, Leid zuzufügen. Dabei ist die Frage der Moral nicht außer Acht zu lassen. In der Arbeit wird darauf eingegangen, wie die Frau in den Texten Masochs gleichzeitig die Rollen von Henker und Opfer annimmt und so, während sie mit grausamen Methoden den Identitätsverlust ihres Sklaven erzwingt, selbst mehr und mehr zu einer Rolle wird. Zur Lebenszeit des Autors wurden seine Texte vielfach verlegt, und in mehreren Ländern kam es zu einer literarischen Rezeption des Phänomens Sacher-Masoch. Die Arbeit analysiert, wieso im aktiven Rezeptionsland Frankreich besonders günstige Bedingungen für die Aufnahme von Sacher-Masochs eigentümlicher Erotik herrschten, und geht dabei, über die Texte der école lyonnaise und die religiöse Literatur Frankreichs, zurück bis auf die provenzalischen Troubadours und ihr ähnliches Konzept von Liebe und Hierarchie. Diese Kriterien im Auge behaltend wird auch Sacher-Masochs tatsächlicher Aufenthalt in Paris und die dort herrschende Euphorie um seine Person behandelt. Im Teil, der sich mit der literarischen Rezeption des Autors im Zielland Frankreich beschäftigt, werden Informationen zu den jeweils drei wichtigsten Verlagen und Periodika die zu seiner Verbreitung beigetragen haben, sowie zu den Übersetzern der respektiven Verlage im Detail dargestellt. Im Anschluss wird eine Auswahl der Artikel über Sacher-Masoch in den Zeitungen und Zeitschriften des 19. Jahrhunderts präsentiert. Als abschließender Blick in die Zukunft wird auf neuere Ansätze eingegangen, hier vor allem auf die Arbeiten von Gilles Deleuze, der als wichtigster Vermittler Masochs im Frankreich nach 1960 gilt. Für die beschriebenen Untersuchungen konzentriert sich die Arbeit auf die Analyse von drei Hauptwerken des erotischen Denkens von Sacher-Masoch: Venus im Pelz, Die Seelenfängerin und Die geschiedene Frau.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Leopold Sacher-Masoch literary reception France erotism
Schlagwörter
(Deutsch)
Rezeption Leopold Sacher-Masoch Frankreich Erotik
Autor*innen
Lara Samuel
Haupttitel (Deutsch)
"Je vais faire de vous mon jouet"
Hauptuntertitel (Deutsch)
das Erotische bei Leopold von Sacher-Masoch und seine Rezeption in Frankreich
Publikationsjahr
2008
Umfangsangabe
150 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Norbert Bachleitner
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.81 Epik, Prosa
AC Nummer
AC07122014
Utheses ID
1910
Studienkennzahl
UA | 393 | | |
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