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"Schlampige Verhältnisse"
Sexarbeit und Migration in Österreich
Kim-Natalie Cizek
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Franz Eder
DOI
10.25365/thesis.21405
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29382.01074.870361-7
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit untersucht (migrante) Sexarbeit in Österreich aus Perspektive der Migrationsforschung. Es gilt zu klären, inwiefern sich diskursive Praktiken von Medien, Parteien, Regierungen sowie verschiedener Institutionen auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen von (migrierten) Sexarbeiter_innen in Österreich auswirken. Die erste Hypothese geht davon aus, dass es durch framing, also durch die Art und Weise wie ein Phänomen sprachlich repräsentiert wird, politischer Debatten und medialer Texte allgemein zur Viktimisierung, Kriminalisierung, Diskriminierung
und Feminisierung von (migranten) Sexarbeiter_innen in der österreichischen Sexindustrie kommt und somit zur Reproduktion von gängigen Stereotypen in der Gesellschaft beiträgt. Die Folge ist eine allgemeine Verschlechterung in der Wahrnehmung von (migrantischen) Sexarbeiter_innen, die sich in zunehmender
Diskriminierung und Rassismus, in Darstellungen als Opfer und/oder
Frauenhandel widerspiegeln. Ängste und Widerstände auf Seiten der autochthonen Bevölkerung werden dadurch geschürt bzw. erst geschaffen. Die zweite Hypothese besagt, dass der Staat Österreich zur Stellung von Sexarbeit unterschiedliche Positionen bezieht, was sich maßgeblich auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen von (migrierten) Sexarbeiter_innen auswirkt. In Folge entstehen korrelierende oder einander untergrabende spezifische Lösungsvorschläge und Handlungsanweisungen, die dann als logische Konsequenz der Problemwahrnehmung
gelten. Die dritte Hypothese nimmt an, dass die Art, in der Gesellschaft das Thema (migrante) Sexarbeit aufgreift, gekennzeichnet wird durch „Postemotionalismus“ (Meštrović 1997). Dadurch entsteht eine neue Hybridform von intellektualisierten, mechanischen, massenproduzierten Emotionen, die allerdings keine Motivation mit sich tragen, tatsächlich in (Re-)Aktion zu treten. Folglich wird das Thema aufgrund „abgestumpfter“ Gefühle ignoriert und es gibt keine sichtbaren Auswirkungen auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen migrantischer Sexarbeiter_innen. Dieser anhaltende Zustand kann allerdings dazu führen, dass es zu einer Verschlechterung der bestehenden Realitäten kommt. Die anzuwendende Methodik zur Überprüfung der Hypothesen stellt eine Nachrichtenframing-
Analyse sowie eine Medieninhaltsanalyse dar.
Abstract
(Englisch)
This diploma thesis examines (migrant) sex work in Austria utilizing migration research. The main research interest of the study is to discover what kind of knowledge is produced and represented in the discourse on sex work and what social reality is thereby created. It therefore seeks to analyze the extent of impact that the discursive practices of the media, political parties, governments and various institutions have on the living and working conditions of (migrant) sex workers in Austria. The first hypothesis assumes that it is generally by framing that political debates and media texts lead to the victimization, criminalization, discrimination and feminization of (migrated) sex workers in the Austrian sex industry and thus reproduce common stereotypes within society. In consequence, this results in deterioration in the perception of (migrant) sex workers that is reflected in increasing discrimination and racism, and in discourses about victims and trafficking in women. Fear and resistance on the part of indigenous people are thereby fueled or set. The second hypothesis is that Austria considered as the
state has varying views on sex work which has a significant influence on the living and working conditions of (migrated) sex workers. As a result, there are correlating or eroding specific approaches and instructions arising that apply as a logical
consequence of the perception of the problem. Third, the author hypothesizes that the way in which society considers the theme of (migrated) sex work is characterized by postemotionalism (Mestrovic 1997). This means that there is a new hybrid form of intellectualized, mechanical, mass-produced emotions that carry
no motivation with them to actually trigger (re-)action. Consequently, the issue is ignored due to emotional callousness and there is no visible impact on the living and working conditions of (migrant) sex workers in Austria. However, this ongoing situation can lead to the deterioration of existing realities. The methodology applied to test the hypotheses is news framing analysis and media content analysis.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
sex work migration globalization labour migration transnationalism Austria
Schlagwörter
(Deutsch)
Sexarbeit Migration Globalisierung Arbeitsmigration Transnationalismus Österreich
Autor*innen
Kim-Natalie Cizek
Haupttitel (Deutsch)
"Schlampige Verhältnisse"
Hauptuntertitel (Deutsch)
Sexarbeit und Migration in Österreich
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
161 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Franz Eder
AC Nummer
AC09400182
Utheses ID
19140
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
