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Anthropologische Mutation des Begehrens
zu einer Ethik des Körpers im Frühwerk von Karl Marx
Karin Feichtinger
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Betreuer*in
Arno Böhler
DOI
10.25365/thesis.21447
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29404.14487.229669-2
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In der vorliegenden Arbeit wird der Frage nach einer möglichen anthropologischen Mu-tation des Begehrens nachgegangen, die sich ausgelöst durch einen bestimmten Produk-tionsmodus von Welt zeigt - dem kapitalistischen. Eine zentrale These der Arbeit ist, dass mit der kapitalistischen Produktion von Welt in erster Linie ein Entzug von Mög-lichkeit produziert wird. Mit einem Verständnis von dialektischer Materie, das diese vor allem als In-der-Möglichkeit-stehend sieht, wird dieser Entzug als Proletarisierung des Körpers interpretiert, der gerade die dem Körper mögliche Dimension des Begehrens proletarisiert und damit die Möglichkeit einer Welt in Gemeinschaft prekarisiert. In ei-nem ersten Teil wird der Begriff des Körpers bei Karl Marx in den Ökonomisch-philosophischen Manuskripten beleuchtet und als ein stets anzueignender Bezug zwi-schen Subjekt und Welt verstanden. Körper bei Marx steht in der Möglichkeit in der angeeigneten Produktion von Welt das „menschliche Bedürfnis“ zu produzieren, das ich als Begehren verstehe. Dieser Körper bildet gesellschaftliche Organe aus und vermag potenziell weltweit zu werden. In einem zweiten Teil wird diesem Entzug von Mög-lichkeit, der sich als Proletarisierung des Körpers zeigt, psychoanalytisch auf den Grund gegangen. Wie die kapitalistische Produktion bei Marx so ist Lacans Diskurs des Kapi-talisten Motor der Proletarisierung des Körpers und damit der Prekarisierung einer ge-meinsamen Welt. Im Diskurs des Kapitalisten zeigt sich dies in der Anwerfung einer „Maschine des Genießens“, die das Feld des Intersubjektiven aushöhlt, indem sie auf ein Genießen drängt, dass seine volle und einzige Befriedigung in der Weltabgewandt-heit der Ware und nicht im Anderen findet. In einem letzten Teil wird der somit erzeug-ten Spur der Zerstörung mit einer Symptomatologie des Körpers nachgegangen, um die freigesetzten dramatisch (selbst-) zerstörerischen Kräfte zu beleuchtet. Ich folge darin hauptsächlich dem noch nicht ins Deutsche übersetzten Werk L’uomo senza inconscio des italienischen Theoretikers und Psychoanalytikers Massimo Recalcati.
Abstract
(Englisch)
The thesis deals with the question of a possible anthropological mutation of desire, which is caused by a certain way of production of the world – the capitalist one. A cen-tral hypothesis to the thesis is that the capitalist way of production produces primarily deprivation of potentiality. Understanding dialectic matter as potentiality, this depriva-tion shows as proletarianization of the body, which proletarianizes the body by depri-ving it´s potentiality for desire. The proletarianization of the body indicates a precariza-tion of a possible world in community. The first part of the thesis elaborates on the no-tion of the body in Karl Marx´s Ökonomisch-philosophische Manuskripte. It is under-stood as relatedness of subject and the world, which is to be acquired. Body in Marx has the potential to produce the „human need“, which I read as desire, by acquisition of the external world. In a state of acquisition of the world the body shows the potentiality to form social organs and therefore to grow worldwide, to become global.
The second part elaborates on this deprivation of potentiality from a psychoanalytic point of view. Like the capitalist production in Marx, here the discourse of the capitalist presents itself as the engine of the protearianization of the body and therefore as a pre-carization of a truly „global world“. The discourse of the capitalist starts a „machine of enjoyment/jouissance“ which tends to destroy the sphere of intersubjectivity by forcing into an enjoyment, that satisfies itself only and exclusively in the commodity, beyond the Other. The last part deals with the symptomatic trace of this development by elabo-rating on a symptomatology of the body. The aim is to reveal the destructive forces of the discourse of the capitalist. The work to which I refer mostly here is by the italian psychoanalyst Massimo Recalcati L’uomo senza inconscio, which is not yet translated into german.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Proletarisierung des Körpers Begehren Körper im Hyperkapitalismus
Autor*innen
Karin Feichtinger
Haupttitel (Deutsch)
Anthropologische Mutation des Begehrens
Hauptuntertitel (Deutsch)
zu einer Ethik des Körpers im Frühwerk von Karl Marx
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
110 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Arno Böhler
Klassifikation
08 Philosophie > 08.45 Politische Philosophie
AC Nummer
AC09387963
Utheses ID
19177
Studienkennzahl
UA | 296 | | |
