Detailansicht
Martin Gerlach jun. fotografiert Adolf Loos
Walter Moser
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Martina Pippal
DOI
10.25365/thesis.277
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29984.54554.707162-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
„Sie sehen also, die Photographie sagt nichts. Die Photographie zeichnet hübsche oder weniger hübsche Bildchen.“ Mit dieser für Adolf Loos typisch polemischen Ausdrucksweise charakterisiert er unumwunden seine Einstellung gegenüber der Architekturfotografie - diese sei nicht nur nichtssagend, sondern auch täuschend, wirkungslos und erziehe den Menschen gar falsch. Wenn auch überspitzt formuliert, ist diese Kritik bezeichnend für die Diskussion um jene fotografische Transformation, welche eine dreidimensionale Architektur in ein zweidimensionales Bild überträgt. Mit der Erörterung dieser transformatorischen Prozesse wird diese Arbeit begonnen - denn seiner ablehnenden Haltung gegenüber der Fotografie zum Trotz, ließ Loos seine Bauten für eine von seinem Schüler Heinrich Kulka 1931 herausgegebene und von ihm selbst autorisierte Monografie über sein Oeuvre fotografisch dokumentieren.
Der Wiener Architekturfotograf Martin Gerlach jun. erhielt den Auftrag, für die Monografie sämtliche Bauten des Architekten zu fotografieren. Vorliegende Arbeit wird sich jenen Bildern, welche die 1928 errichtete Villa Moller zum Gegenstand haben, widmen.
Das Bild eines Gebäudes ist nicht der Bau selbst – dies hat auch Adolf Loos erkannt: „Ich bin gegen das Photographieren von Interieurs. Es kommt dabei etwas ganz anderes heraus.“ verkündete Loos 1924. Eine „objektive Sicht“ auf Dinge oder Architektur ist nur insofern vorhanden, als der Fotograf ein abzulichtendes Objekt durch sein Objektiv auf die Platte der Kamera überträgt. „Die Bilder können erst einem Blick Autorität verleihen, der von ihnen Bestätigung sucht“ schreibt auch Hans Belting.
Vor diesem Hintergrund wird in dieser Arbeit, sowohl der Blick des Architekten als auch des Fotografen selbst auf die Architektur sowie das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen diesen beiden analysiert. Trotz seiner kritischen Haltung gegenüber der Fotografie begleitete
Loos Gerlach jun. bei seinen Aufnahmen und ließ seine Bauten oft auf sehr widersprüchliche
Art und Weise ablichten. So sind zum Beispiel die Außenaufnahmen der Villa Moller ohne
der Bildtradition des von Loos so vehement abgelehnten „Feindes“ Bauhaus nicht denkbar.
Die fotografische Umsetzung des Raumplanes war sicher eine der am schwierigsten zu lösenden Aufgaben. Um dieses komplexe Architekturprinzip bildnerisch umsetzen zu können bediente sich der Fotograf eines stringenten fotografischen Konzeptes das auch zeitgenössische Strömungen wie etwa das „Neue Sehen“ reflektiert. Mit diesen Bildern emanzipierte sich Gerlach am stärksten von den traditionellen Vorstellungen des Architekten.
Obwohl diese Fotos am überzeugendsten den Raumplan repräsentieren sind sie entweder gar nicht oder nur in veränderter Form in der Monografie abgedruckt worden – mit einem zwiespältigen Resultat.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Fotografie Architektur Adolf Loos Martin Gerlach
Autor*innen
Walter Moser
Haupttitel (Deutsch)
Martin Gerlach jun. fotografiert Adolf Loos
Publikationsjahr
2007
Umfangsangabe
85, [ca. 45] S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Martina Pippal
Klassifikation
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.00 Geisteswissenschaften allgemein: Allgemeines
AC Nummer
AC06477616
Utheses ID
193
Studienkennzahl
UA | 315 | | |
