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Interkulturelle Kommunikation im Krankenhaus: eine Fallstudie aus Italien
Debora Mantecca
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Betreuer*in
Franz Pöchhacker
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.21777
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30434.74166.804561-2
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ziel dieser Masterarbeit war es, die Kommunikation zwischen ausländischen PatientIn-nen und italienischen ÄrztInnen unter Berücksichtigung der Sprach-und Kulturbarrieren zu erforschen. Die Analyse dieser Interaktion erfolgte auf drei verschiedenen Ebenen: der gesetzlichen, der sprachlichen und der kulturellen. Zuallererst wurden die Migrationsströme und die infolgedessen getroffenen Maß-nahmen in Betracht gezogen, um die Zusammensetzung der Bevölkerung in Italien ins-besondere in der Lombardei zu bestimmen und die Anpassungen der italienischen Re-gierung festzustellen. Diese wurden später im Interview mit der Leiterin des Außenbü-ros des Krankenkauses besprochen, welches als Ausgangspunkt für weitere Recherchen diente. Im Gespräch mit der Leiterin wurde nicht nur auf die nationale Gesetzeslage, sondern auch auf die regionalen bzw. europäischen Initiativen wie das Projekt „Health Promoting Hospitals (HPH)“ eingegangen, in deren Mittelpunkt der Multikulturalismus und die Mehrsprachigkeit liegen. Um den kulturellen bzw. sprachlichen Herausforderungen gerecht zu werden, stellt das Krankenhaus seinem Personal verschiedene Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung. Diese umfassen die Beiziehung einer Dolmetscherin bzw. eines Dol-metschers, die Unterstützung einer Kulturmittlerin bzw. eines Kulturmittlers und der Einsatz schriftlicher Hilfsmittel wie des Anamnesefragebogens. Um die Vorgehensweise der ÄrztInnen mit ausländischen PatientInnen zu beobachten, wurde eine einwöchige Feldstudie in der Notaufnahme dieses lombardischen Krankenhauses geplant. Die ge-wonnenen Daten zeigten, dass professionelle DolmetscherInnen nur selten beigezogen werden und erst, wenn sich der Patient bzw. die Patientin überhaupt nicht verständigen kann. LaiendolmetscherInnen werden in allen anderen Fällen bevorzugt, auch wenn die von ihnen vermittelte Kommunikation nicht immer reibungslos verläuft. Schriftliche Hilfsmittel werden viel seltener als professionelle DolmetscherInnen eingesetzt, da sie zeitaufwendig sind. Anhand der aufgenommenen bzw. beobachteten Arztgespräche konnte man fest-stellen, dass die Kommunikation hauptsächlich in vereinfachtem Italienisch mithilfe von einigen Gesprächsstrategien wie kurzen Sätzen, Verzicht auf Fachausdrücke, Re-formulierungen, Wiederholungen und Bestätigungselementen erfolgte. Dies verhinderte jedoch nicht das Auftreten von Schwierigkeiten und Missverständnissen, die Übermitt-lung überflüssiger Informationen und Unterbrechungen seitens der ÄrztInnen infolge des Themawechsels der PatientInnen, um das medizinische Gespräch wieder auf die richtige Bahn zu lenken. Der Analyse der gewonnenen Daten kann man entnehmen, dass die Kommunika-tion teilweise auch in vereinfachtem Italienisch bzw. mithilfe von LaiendolmetscherIn-nen möglich ist, obwohl der Verzicht auf professionelle Unterstützung des Öfteren ei-nen erhöhten Zeitaufwand verursacht, den man seitens des Krankenhauses allerdings zu vermeiden sucht.
Abstract
(Englisch)
This Master’s thesis aims to analyse the communication process between Italian doctors and foreign patients with special consideration for linguistic and cultural barriers. The research has been carried out at several levels such as the legal, the linguistic and the cultural ones. First of all, migration flows are analysed in order to find out the composition of the Italian population especially in the Lombardy region, and migration laws are re-viewed to determine in which areas the Italian government has taken action. These sub-jects were discussed later in an interview with the director of external office of a hospi-tal in the Lombardy region. The information collected during the interview served as the starting-point for further research. Moreover regional and European initiatives which take multiculturalism and multilingualism into account, like the Health Promoting Hos-pitals Project (HPH), are discussed. In order to meet the cultural and linguistic challenges the Lombardian hospital promoted some of the above mentioned regional and European initiatives which enable doctors to engage professional interpreters, to be helped by cultural mediators and to use written communication aids such as medical history questionnaires. A field study was organised in the Lombardian hospital’s emergency room so as to observe the medical staff’s approach to communicating with foreign patients. The data gathered revealed that professional interpreters are primarily engaged when the patients’ language skills are so poor that they cannot communicate at all. Ad-hoc interpreters are preferred to professional ones even though the interaction did not always develop smoothly. Written communication aids are normally avoided because they are highly time-consuming. The conversations recorded and observed show that the communication developed above all in simple Italian with the help of some discourse strategies such as short sentences, avoidance of medical terms, reformulations, repetitions and the use of consent formulas. These expedients could not prevent some difficulties and misunderstandings, superfluous information and patients’ interruptions due to their sudden change of topic. The analysis of the data collected reveals that sometimes communication in simple Italian or with ad-hoc interpreters is possible although the absence of a professional interpreter often has an impact on the time requirements which doctors aim to reduce.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
intercultural communication hospital health promoting hospitals
Schlagwörter
(Deutsch)
interkulturelle Kommunikation Krankenhaus KrankenhausdolmetscherInnen LaiendolmetscherInnen schriftliche Hilfsmittel Italien
Autor*innen
Debora Mantecca
Haupttitel (Deutsch)
Interkulturelle Kommunikation im Krankenhaus: eine Fallstudie aus Italien
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
147 S.
Sprache
Deutsch
Klassifikationen
05 Kommunikationswissenschaft > 05.20 Kommunikation und Gesellschaft ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.10 Sprache in Beziehung zu anderen Bereichen der Wissenschaft und Kultur ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.26 Italienische Sprache ,
44 Medizin > 44.99 Medizin: Sonstiges
AC Nummer
AC10890172
Utheses ID
19457
Studienkennzahl
UA | 065 | 331 | 342 |
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