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Who the fuck is Johnny?
13 Jahre Johnny - die Entwicklung einer soziopolitischen Kunstfigur der Performance Künstlerin Barbara Kraus
Angela Rottensteiner
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Gabriele Christine Pfeiffer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.21810
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30072.23301.360562-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die wissenschaftliche Forschungsarbeit „Who the fuck is Johnny?“ rückt die Untersuchung der Kunstfigur Johnny der Wiener Performance Künstlerin Barbara Kraus ins Zentrum. Johnny, der 1999 im Rahmen einer Performance von der Künstlerin entwickelt und von ihr verkörpert wurde, stellt nach dreizehnjähriger Existenz ein Phänomen dar, dass es zu erfassen gilt. Ausgehend von der Performance Wer Will Kann Kommen von 1999 wird Johnny analysiert und in Beziehung mit Barbara Kraus und ihrem künstlerischen Schaffen gesetzt. In diesem Kontext steht seine Definition als (Kunst-)Figur sowie die Frage nach Geschlechterkonstruktion im Vordergrund und es werden die Theorien zu Performativem Geschlecht der Philosophin Judith Butler sowie die darauf aufbauenden Theorien zu Performativen Identitäten des Theaterwissenschaftlers Philipp Schulte herangezogen. Die Figur Johnny wird als Konstrukt Mann verortet und die ‚männlichen‘ Eigenschaften transparent gemacht, mit welchen ihn die Künstlerin Kraus ausstattet. Daran anschließend wird die Entwicklung des Johnny ab 2000 skizziert, der im Rahmen von Aufträgen eine zentrale Position im künstlerischen Schaffen von Barbara Kraus einnimmt. Vor allem in der Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Raum entwickelt Johnny in den darauffolgenden Jahren zunehmend eine eigenständige Persönlichkeit und damit einhergehend eine Veränderung von einer Figur hin zu einer Kunstfigur. Wichtige Aufträge dieser Zeit sind ein Zusammentreffen mit dem österreichischen Kunststaatssekretär Franz Morak 2000 und eine Auseinandersetzung mit dem Innenminister Günther Platter 2008. Auch in künstlerischen Projekten von Kraus taucht Johnny über die Jahre immer wieder auf und erfährt sogar in diesem Kontext teilweise die Bewertung als eigenständige Persönlichkeit. Wichtige Projekte dieser Periode sind Demokratie ist Krieg (2005) – ein Projekt in dem Johnny zum ersten Mal mit Wohlstandsarmut konfrontiert wird, Ungeklärte Verhältnisse (2005) – eine Auseinandersetzung mit der Familie der Künstlerin und Auf der Flucht (2008-2010) – eine künstlerische Arbeit im asylpolitischen Bereich, die sich mit dem Thema der äußeren und inneren Flucht auseinandersetzt. Vor allem in Zusammenhang mit dem letzten Projekt entwickelt die ‚männlich‘ angelegte Figur Johnny Einfühlungsvermögen und Mitgefühl was dazu führt, dass sie zunehmend der ‚Verweiblichung‘ bezichtigt wird. Die eingehende Analyse der Projekte offenbart, dass Johnny nach dreizehn Jahren eine wesentliche Veränderung erfahren hat und über die Grenzen einer Kunstfigur hinausgewachsen ist. In Auseinandersetzung mit dem künstlerischen Konzept Mann und in der vergleichenden Analyse mit Aloisia Schinkenmaier – einer weiteren zentralen Figur im Kraus’schen Figurenkosmos – wird deutlich, dass sich Johnny in seiner ‚männlichen‘ Anlage weitaus größerer Beliebtheit erfreut als die weiblichen Figuren von Barbara Kraus. Somit kann die Künstlerin Barbara Kraus anhand der dreizehnjährigen Entwicklung ihrer Kunstfigur Johnny nicht nur aufzeigen, wie stark Geschlechterkonstruktion und -identität in unserer Gesellschaft vorherrschen und bewertet werden und aus diesem Grund das künstlerische Konzept Mann auf der Bühne weitaus erfolgreicher ist, sondern sie kann zudem veranschaulichen, welche Handlungsspielräume einer Kunstfigur zur Verfügen stehen und welche Grenzen ihr gesetzt sind. An dieser Schnittstelle kristallisiert sich die Frage nach dem erfassen und wissenschaftlichen Verorten des Phänomens Johnny heraus und es zeigt sich, welche wegweisende Position die Ausnahmekünstlerin Barbara Kraus in der zeitgenössischen Rezeption einnimmt, in der sie als wichtige Wegbereiterin für zukünftige wissenschaftliche Auseinandersetzungen steht.
Abstract
(Englisch)
The present thesis “Who the fuck is Johnny?” analyzes the “Kunstfigur” (artificial character) Johnny created by the Viennese performance artist Barbara Kraus. Johnny, who was developed and incarnated by the artist for a performance in 1999, since then has become a phenomenon, which is approached for the first time in this paper. Starting from the performance Wer Will Kann Kommen in 1999, the character of Johnny is located within and related to the artistic work of Barbara Kraus. The analysis of Johnny focuses on the definition as a “Kunstfigur” as well as the question of gender construction. In addition theories on gender performance by the philosopher Judith Butler and on identity performance by the theatre scientist Philipp Schulte are applied. The character of Johnny is positioned as ‘male construction’ and his male features created by the artist Barbara Kraus are revealed. As Johnny appears not only on stage but in real life, it is specially the examination of his appearance in public space which shows that Johnny evolves as an independent personality, which is accompanied by the development from a character to a “Kunstfigur” in the following years. Within this context, important steps are real meetings with persons of public life, such as the Austrian State Secretary for the Arts Franz Morak in 2000 and the Minister of the Interior Günter Platter in 2008. Over the years Johnny also shows up in performance projects by Barbara Kraus and even within these contexts he is partially perceived as an independent personality. Important projects of this period between 1999 and 2012 are Demokratie ist Krieg (2005) – a project in which Johnny is confronted for the first time with poverty, Ungeklärte Verhältnisse (2005) – a confrontation with the family of Barbara Kraus and Auf der Flucht (2008-2010) – an artistic work on asylum politics, which deals with inner and outer refugees. Especially in connection with the last project the ‘male’ character Johnny develops sympathy and empathy, which entails that he is accused of feminization. The closer analysis of the projects shows that Johnny has gone through a fundamental development over the past thirteen years and that he has transgressed the border of a “Kunstfigur”. In confrontation with the artistic concept as a male person and in the comparative analysis of Aloisia Schinkenmaier – another important character in the cosmos of Barbara Kraus – it becomes apparent that Johnny, in his ‘male’ construction, is far more popular than the female characters of the artist. In conclusion it must be emphasized that during the thirteen years development of Johnny, Barbara Kraus has not only shown the high presence of gender identity and construction within our society and the popularity of the artistic concept as a male person on stage, but also the space of maneuver as well as the boundaries of a “Kunstfigur”.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Barbara Kraus Performance Johnny artificial character
Schlagwörter
(Deutsch)
Barbara Kraus Kunstfigur Performance Johnny
Autor*innen
Angela Rottensteiner
Haupttitel (Deutsch)
Who the fuck is Johnny?
Hauptuntertitel (Deutsch)
13 Jahre Johnny - die Entwicklung einer soziopolitischen Kunstfigur der Performance Künstlerin Barbara Kraus
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
124 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Gabriele Christine Pfeiffer
Klassifikationen
24 Theater > 24.01 Darstellende Künstler ,
24 Theater > 24.03 Theorie und Ästhetik des Theaters ,
24 Theater > 24.15 Tanzkunst, Bewegungskunst
AC Nummer
AC09593606
Utheses ID
19484
Studienkennzahl
UA | 317 | | |
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