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Integration beginnt in der Schule
Studie zur Integration von SchülerInnen mit Migrationshintergrund in Südtirol am Beispiel der "deutschen" Schule
Sylvia Mayr
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Susanne Binder
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.21895
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29149.32174.231054-3
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Migration ist ein allgegenwärtiges Phänomen. In Südtirol kann man jedoch erst in den letzten zehn Jahren von einer verstärkten, in der Öffentlichkeit sichtbaren Zuwanderung sprechen, sodass der Umgang damit noch in den 'Kinderschuhen' steckt. Dies zeigt sich auch daran, dass erst im Jahre 2011, als letzter Provinz Italiens, ein Integrationsgesetz erlassen wurde, das die Rechte und Pflichten der MigrantInnen festlegt. Während die 'einheimische' Bevölkerung bisher noch größtenteils skeptisch und distanziert die neuen gesellschaftlichen Gegebenheiten beobachtet, werden die Bildungseinrichtungen schon länger mit der Situation konfrontiert und sozusagen zum Handeln gezwungen. Die vorliegende Studie folgt nun der Frage wie die Integration von SchülerInnen mit Migrationshintergrund an Schulen in Südtirol erfolgt. Dabei soll aufgezeigt werden, welche Entwicklung die Strukturen und Maßnahmen im Laufe des letzten Jahrzehnts in Bezug auf die Eingliederung der Kinder und Jugendlichen mit anderen Erstsprachen als den Landessprachen an den Bildungseinrichtungen genommen haben und ob man heute von Interkultureller Bildung sprechen kann, die alle SchülerInnen miteinbezieht. Südtirol ist ein mehrsprachiges Land mit eigenen Schulen für jede der drei offiziellen Sprachgruppen. Diese Forschung konzentriert sich hauptsächlich auf die deutschsprachigen Schulen, die erst später und von weniger SchülerInnen mit Migrationshintergrund aufgesucht werden als die italienischsprachigen Bildungsstätten, und dadurch ein überschaubareres Forschungsfeld bieten. Bei der Untersuchung handelt es sich um eine empirische Studie, die qualitativ durchgeführt wurde. Zunächst wird in der Arbeit der wissenschaftstheoretische Hintergrund dargelegt. Dabei wird auf die Geschichte der Interkulturellen Erziehung, vor allem im deutschsprachigen Raum, und den aktuellen Stand der Forschung in diesem Bereich eingegangen. Anhand der Präsentation von zwei kultur- und sozialanthropologischen Studien an ausgewählten Schulen in Deutschland und Österreich wird dargelegt welchen Stellenwert 'Ethnologie in der Schule' einnehmen könnte und sollte. Nachdem das Untersuchungsfeld Südtirol – seine politischen und gesellschaftlichen Besonderheiten, das Schulwesen und Eckpunkte der Migration im Land – umfassend vorgestellt wurde, folgt die Ausführung der Ergebnisse aus der empirischen Erhebung. Diese 158 speisen sich aus der Analyse und Interpretation von ExpertInneninterviews und Publikationen aus dem Bildungsbereich in Südtirol im Hinblick auf die angeführten Theorien und Ansätze zu Interkultureller Bildung. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass in Südtirol die Rahmenbedingungen und die Konzepte für eine gelungene Integration der SchülerInnen mit Migrationshintergrund wohl gegeben und auch innovative Ansätze vorhanden wären, wie zum Beispiel die Einführung von speziellen Sprachenzentren und der Einsatz von Interkulturellen MediatorInnen. Jedoch mangelt es an einer konsequenten Umsetzung. Vor allem von Seiten der Politik wären mehr Zugeständnisse und Ressourcen erforderlich, um die eigenen ambitionierten Vorgaben erfüllen zu können. Aufgrund der momentan noch überschaubaren Zahl an SchülerInnen mit anderen Erstsprachen, wäre dringender Handlungsbedarf angeraten, um zu verhindern, dass Fehler und Versäumnisse anderer Länder bei der Integration dieser Kinder und Jugendlichen nicht wiederholt werden. Dazu könnte die Förderung von Interkulturellem Lernen in den Schulen, das zur Zeit erst in Ansätzen erkennbar ist, einen wesentlichen Beitrag leisten, vor allem auch um die Akzeptanz von Migration in der breiten Südtiroler Gesellschaft voranzubringen.
Abstract
(Englisch)
Migration is a ubiquitous phenomenon. However, it should be noticed that in South Tyrol its presence could be narrowed to a period of the last ten years, when public immigration became more visible. Therefore, the policy of handling the impacts of migration is still in its infancy. This can be illustrated by the fact that only in 2011, there was finally an integration act introduced in South Tyrol (being the last province of Italy), which clairifies migrants' rights and responsabilities. Up to now the 'local' population has been looking at a new social phenomenon mainly doubtfully and reservedly, whereas educational institutions have been confronted with the situation for quite a long time and, thereby, forced, to take action. The present study depicts the circumstances concerning the integration of schoolchildren with migration background at schools in South Tyrol. It reveals which structures and measures have been developed over the last decade with regard to the rehabilitation of the children and youths with other first languages than the national languages in educational institutions. And 159 whether today one can speak of intercultural education which incorporates all schoolchildren. South Tyrol is a multilingual country where schools are provided for each of the three official language groups. This research concentrates primarily upon the German-speaking schools, which are attended at a later stage and by fewer students with migration background than the Italian-speaking educational institutions, and therefore offer a defined field of research. The study presents an empirical investigation carried out by means of qualitative research methods. It begins by introducing a theoretical background. The history of intercultural education, mainly in the German-speaking region, and the current state of scientific research in this area will be outlined. The presentation of two social and cultural anthropological studies at schools in Germany and Austria demonstrates the impact which ethnology could and should have at school. The comprehensive description of the research field, i.e. South Tyrol – its political and social particularities, its school system and characteristics of the migration in the region – is followed by the illustration of the results from my empirical survey. They are based upon the analysis and interpretation of expert interviews and publications from the educational area in South Tyrol along with the theories and approaches of intercultural education referred to. The survey concludes by emphasizing that the framework conditions and the concepts regarding a successful integration of schoolchildren with migration background does exist in South Tyrol. Accordingly, as shown in my study, the implementation of special language centers and the assignment of intercultural mediators, turned out to be an innovative approach. However, it lacks effective realisation. And therefore, more concessions and resources from policy makers would be necessary to fulfil the ambitious requirements provided by themselves. Due to the still manageable number of schoolchildren with other first languages, it is advisible to take action now to prevent such mistakes and omissions of other countries in the integration of these children and youths from being repeated. The promotion of intercultural learning in schools, as yet only recognizable in its beginnings, could also make a significant contribution, in particular, to the enhancement of the acceptance of migration in the wider South Tyrolean society.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Integration School Intercultural Education Intercultural Learning Migration in South Tyrol
Schlagwörter
(Deutsch)
Integration Schule Interkulturelle Bildung Interkulturelles Lernen Migration in Südtirol
Autor*innen
Sylvia Mayr
Haupttitel (Deutsch)
Integration beginnt in der Schule
Hauptuntertitel (Deutsch)
Studie zur Integration von SchülerInnen mit Migrationshintergrund in Südtirol am Beispiel der "deutschen" Schule
Paralleltitel (Englisch)
Integration begins at school ; a study on the integration of schoolchildren with migration background at "German" schools in South Tyrol
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
161 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Susanne Binder
Klassifikationen
73 Ethnologie > 73.97 Interethnische Beziehungen ,
80 Pädagogik > 80.57 Interkulturelle Erziehung
AC Nummer
AC09573015
Utheses ID
19557
Studienkennzahl
UA | 307 | | |
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