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"Frisch gekocht ist halb gewonnen?"
Evaluierung von Ernährungsinformationen im Fernsehen
Edith Schwarz
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Betreuer*in
Petra Rust
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.22322
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29389.03059.728769-5
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Vielzahl an Kochsendungen im Fernsehprogramm und ihre Beliebtheit beim Publikum geben Anlass zur Annahme, dass diese auch für die Ernährungsaufklärung genutzt werden können. Wissenschaftliche Erkenntnisse liegen dazu kaum vor, dennoch sind einige Kommunikationsforscher der Ansicht, dass das Fernsehen ein Potenzial bietet, das Ernährungswissen der Bevölkerung zu verbessern und langfristig Verhaltensänderungen in Richtung eines gesunden Lebensstils zu erzielen. Zumal Kochsendungen bereits das Thema Ernährung beinhalten, diesbezüglich informieren und noch dazu Unterhaltung bieten, könnte diese Kombination eine wirkungsvolle Strategie der Aufklärung darstellen. Anhand einer quantitativen Inhaltsanalyse von Kochsendungen wurde ermittelt, welche Ernährungsinformationen transportiert werden. Zusätzlich wurden Nutzungsmotive von Kochsendungen eingehender betrachtet, um die möglichen Zielgruppen der einzelnen Kochsendungsformate einzugrenzen. Dazu wurden im Zeitraum von 15.10.2011 bis 18.11.2011 neun verschiedene Kochsendungsformate aus dem deutschsprachigen Fernsehprogramm aufgezeichnet. Aus folgenden Kochsendungsformaten wurden je vier Sendungen analysiert: „Frisch gekocht mit Andi und Alex“, „Koch mit! Oliver“, „Lanz kocht!“, „Zu Tisch in …“, „Schlemmerreise Herbst“, „Topfrocker – Lasse tischt auf“, „Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener“, „Topfgeldjäger“ und „Jamie at Home“. Die Analyse hat gezeigt, dass die Informationen zur Zubereitung der Speisen nicht immer im Vordergrund der Kochsendungen stehen, dennoch bilden die Rezepte zumeist den Mittelpunkt der Sendungen. Im Großteil der Kochsendungen werden einzelne Gerichte präsentiert, die in vielen Fällen von männlichen Köchen präsentiert werden. Dabei werden vorwiegend Hauptspeisen zubereitet, die zumeist Fleisch oder Fleischwaren beinhalten. Salate werden in den Sendungen sehr selten präsentiert. Die Verteilung der verwendeten Zutaten ist durchaus zufriedenstellend, so wird beispielsweise in allen Sendungen Gemüse verkocht. Allerdings werden auch alkoholische Getränke sehr oft als Zutat verwendet und als passende Getränkebegleitung dargestellt. In den analysierten Sendungen werden häufig regionale und saisonale Lebensmittel verarbeitet sowie sechs Mal biologische Nahrungsmittel. Fertigprodukte wie beispielsweise Blätterteig oder Tomatenpüree werden nur in einigen wenigen Kochsendungen benutzt. Außerdem werden zahlreiche Informationen zu den verarbeiteten Lebensmitteln transportiert. Die Ernährungsinformationen werden vorwiegend von Köchen vermittelt, aber auch von Lebensmittelproduzenten. Experten mit wissenschaftlicher Ausbildung treten in den analysierten Kochsendungen nicht auf. Die unterschiedlichen Kochsendungsformate sprechen eine große Bevölkerungsschicht an, die je nach Kochsendungstyp variiert. Für jene Zielgruppe, die gerne vielfältige Informationen zur Kultur und zum Alltag erhält, bietet sich der Kochsendungstyp kulinarische Sendung an. Kochshows bieten zum einen gute Kochanleitungen sowie viele Ernährungsinformationen. Aber auch im Kochsendungstyp Hybrid sind einige Formate vertreten, die nicht nur Unterhaltung bieten, sondern auch ausführliche Ernährungsinformationen und Kochanleitungen. Insgesamt bieten Kochsendungen eine gute Basis neben dem Kochen auch Ernährungsinformationen zu transportierten. Diese können mit fachlichem Wissen aufgebessert werden sowie vermehrt in die Sendungen integriert werden. Dazu können beispielsweise Experten mit wissenschaftlicher Ausbildung als Gäste eingeladen werden. Aber auch die zubereiteten Gerichte können im Sinne einer gesunden ausgewogenen Kost, die einfach und schnell zuzubereiten sind, verbessert werden.
Abstract
(Englisch)
A large number of cooking programmes enjoy great popularity. Therefore, cooking shows seem to be useful for nutritional education. However, this is hardly backed up by scientific data. There are some communication scientists who believe that television has the potential to improve the nutritional knowledge of the population via dietary information on TV and to achieve behavioural changes towards a healthy lifestyle. Cooking shows are based on the combination of information on nutrition, providing nutritional advises and entertainment, which represents an effective strategy for education. Cooking programmes were analysed with quantitative content analysis in order to find out which type of nutritional information they provide. Additionally the reasons for watching cooking shows were observed in order to identify the addressees of cooking programmes. Nine cooking shows in German-speaking television were recorded from 15.10.2011 to 18.11.2012. The following cooking shows were analysed: „Frisch gekocht mit Andi und Alex“, „Koch mit! Oliver“, „Lanz kocht!“, „Zu Tisch in …“, „Schlemmerreise Herbst“, „Topfrocker – Lasse tischt auf“, „Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener“, „Topfgeldjäger“ and „Jamie at Home“. The analysis has shown that information on the preparation of meals is not always in the main focus of the cooking programmes. Nevertheless, in most cases the recipes build the centre of the programmes. A large part of the cooking shows presents single dishes, which are often prepared from male cooks. Frequently main dishes are prepared and most of them include meat. Salads are rarely prepared and presented in the analysed shows. All food groups are presented in a satisfying way, as for example vegetables are commonly used in every cooking programme. However, alcoholic drinks are often used for the recipes and presented as suitable drink to accompany the dishes. Most of the time local and seasonal foods are prepared as well as some organic food. Convenience products like puff pastry or tomato puree are used in the cooking shows. Furthermore, cooking programms provide a variety of additional information on the food. In most cases the information on nutrition is given by experts like cooks and food producers. Nutritional experts with a scientific background are not represented in the cooking programmes. The different cooking shows are addressed to a large population, which varies according to the type of cooking programme. For those seeking information on culture and everyday life the “culinary shows” are the most interesting type. The classic “cooking shows” provide guidance for cooking and much nutritional information. The cooking type “hybrid” includes entertainment as well as some parts of the classic “cooking shows” (i.e.: guidance for cooking and information on nutrition). All in all cooking programmes offer a good basis to communicate information on nutrition besides cooking. The information can be improved by professionals. In addition experts with a scientific background should be invited. Furthermore, the presented dishes can be changed to a healthy, balanced diet, which can be prepared in a quick and easy way.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
public health nutrition nutritional information television cooking programme
Schlagwörter
(Deutsch)
Ernährungskommunikation Ernährungsinformation Fernsehen Kochshow
Autor*innen
Edith Schwarz
Haupttitel (Deutsch)
"Frisch gekocht ist halb gewonnen?"
Hauptuntertitel (Deutsch)
Evaluierung von Ernährungsinformationen im Fernsehen
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
XI, 185 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Petra Rust
Klassifikation
30 Naturwissenschaften allgemein > 30.30 Naturwissenschaften in Beziehung zu anderen Fachgebieten
AC Nummer
AC09578051
Utheses ID
19936
Studienkennzahl
UA | 474 | | |
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