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Multinationale Unternehmen aus Entwicklungsländern
Anna Dulinski
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Betreuer*in
Josef Windsperger
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.22386
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29075.21002.596762-0
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Auslandsdirektinvestitionen (ADI) sind in der globalen ökonomischen Entwicklung von essenzieller Bedeutung, da sie neue Arbeitsplätze schaffen, qualifizierte technische sowie leitende Arbeitskräfte liefern und Technologien transferieren. Multinationale Unternehmen (MNUs) nehmen den Platz von Entwicklungshelfern in der Welt ein und haben einen wesentlichen Anteil an der rasanten Industrialisierung durch ihre Aktivitäten auf internationalem Niveau. Die Markteintrittsstrategien welche MNUs zur Verfügung stehen, um ihre Geschäftsaktivitäten ins Ausland zu erweitern, umfassen sowohl Export, Lizenzierung, Franchising, Vertragsfertigung, Joint Ventures, strategische Allianzen, Managementverträge und natürlich ADI. MNUs verfolgen gewinn-, markt-, sozial- und ökologieorientierte Ziele und sind Träger von neuen Technologien, produktiven Kapazitäten, Know-How Transfer, natürliche Ressourcen und Management Fähigkeiten. Durch ihre Tätigkeiten generieren sie sogenannte Spillover-Effekte, welche den heimischen Unternehmen die Möglichkeit gibt deren Wettbewerbsvorteile zu stärken bzw. überhaupt welche zu kreieren. Zudem können diverse Einflüsse von ADI auf die heimischen Entwicklungsländer erfasst werden, darunter Auswirkungen auf die Zahlungsbilanz, Staatseinkünfte, Industriestruktur, Beschäftigung und Einkommensverteilung, Technologie und Know-How Transfer, sowie gesellschaftspolitische Effekte. Aufgrund ihrer neuen Technologien, reichlichen Kapitals, Produktionskapazitäten, Werbemittel und Vertriebsnetze tätigen MNUs aus Industrieländern schon lange ADI. Die Entstehung von international tätigen und global verankerten MNUs aus Entwicklungsländern ist ein relativ modernes Phänomen. Für eine lange Zeit waren Entwicklungsländer wie Indien, China, Mexiko und Malaysia lediglich Empfängerländer von ADI bzw. multinationalen Aktivitäten. Diese Entwicklungsländer werden in einem eigenen Abschnitt analysiert und teilen eine Vielzahl an grundlegenden Problemen, u.a. geringes Pro-Kopf-Einkommen, niedrige Spar- und Investitionstätigkeit, passive Handelsbilanz, hohe Arbeitslosigkeit, unzureichende Infrastruktur, hohes Bevölkerungswachstum, geringe durchschnittliche Lebenserwartung, unzureichende Ernährung und Mangel an Wasser, Kinderarbeit, unzureichende Bildung, sowie politische Instabilität. Seit Mitte der 1960er Jahre steigt die Anzahl von MNUs aus diesen Entwicklungsländern rapide an. Unter den 100 größten Unternehmen weltweit (gemessen am Umsatz) stammen mittlerweile bereits 11 aus Entwicklungsländern und erstmals lockten im Jahr 2011 Entwicklungs- und Transformationsländer über die Hälfte des globalen ADI an. Viele der Entwicklungsländer wurden bzw. werden auch heute noch aufgrund heimischer Restriktionen und stagnierenden Heimatmärkten von den Weltmärkten abgegrenzt, was zur Folge hatte, dass sie keinen Wettbewerb hatten und keinen Anreiz bzw. Druck, um ihre Technologien oder die Qualität ihrer Produkte zu verbessern. Seit Anfang der 1980er Jahre sind bestimmte Investitionsbarrieren in Entwicklungsländern gefallen und der heimische Wettbewerb somit angekurbelt, Hand in Hand gehend mit sinkenden Margen an lokalen Märkten. Diese Handelsliberalisierung war ursächlich für die internationale Ausrichtung von Unternehmen aus Entwicklungsländern, die auf dynamische Weise Zugang zu Ressourcen, Technologien und Märkten suchten. Die Internationalisierung und die Chancen der Globalisierung wurde von MNUs aus Entwicklungsländern im höchsten Maß genutzt. Die Vorteile von MNUs aus Entwicklungsländern umfassen die Adaptionsfähigkeit von Technologien, den Tätigkeitsumfang welcher diesen eine höhere Flexibilität bereitet, Personalqualifikation für den Einsatz in anderen Entwicklungsländern, Marketingstrategien und ethische Verbindungen in den Gastgeberländer ihrer ADI. MNUs aus Entwicklungsländern tendieren eher dazu im Ausland Partnerschaften einzugehen, als Instrument um hochwertigere Produkte oder neue Produkte zu entwickeln, die ansonsten ausserhalb ihrer Kernkompetenz gewesen wären. Diese MNUs siedeln sich anfangs zumeist in andere Entwicklungsländer an, da sie unter bekannten Bedingungen ihre Vorteile am besten ausschöpfen können. Dunnings OLI-Konzept (ownership, location und internalization advantages) ist eine Erklärung für die Internationalisierung und ADI von MNUs aus Entwicklungsländern. Es bestehen verschiedene Motive für ADI, die je nach Ausprägung der soeben genannten Faktoren unterschiedlich sind, nämlich Markt-, Export-, Ressourcen-, Effizienz-, und Strategische Innovations- und Technologieausrichtung. Den zunehmenden Wettbewerb wirken MNUs aus Entwicklungsländern mit der Diversifizierung ihrer Produktportfolios und weiterer rasanten Expansion entgegen. Es zeichnet sich derzeit der Trend ab, dass sich die Internationalisierung in Richtung Industrieländer bewegt. Um die theoretischen Ansätze zu untermauern, werden in dieser Diplomarbeit zum Abschluss vier Fallstudien zu MNUs aus jenen Entwicklungsländern, die auch in einem eigenen Abschnitt analysiert wurden, behandelt. Diese sind Tata Steel (Indien), Haier Group (China), CEMEX (Mexiko) und Sime Darby Berhad (Malaysia).

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Multinationale Unternehmen aus Entwicklungsländern Multinationale Unternehmen Entwicklungsländer Auslandsdirektinvestitionen Direktinvestitionen Internationalisierung Tata Steel Haier Group CEMEX Sime Darby Berhad
Autor*innen
Anna Dulinski
Haupttitel (Deutsch)
Multinationale Unternehmen aus Entwicklungsländern
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
125 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Josef Windsperger
Klassifikationen
83 Volkswirtschaft > 83.46 Entwicklungsökonomie ,
85 Betriebswirtschaft > 85.00 Betriebswirtschaft: Allgemeines ,
85 Betriebswirtschaft > 85.99 Betriebswirtschaft: Sonstiges
AC Nummer
AC09595566
Utheses ID
19993
Studienkennzahl
UA | 157 | | |
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