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Was ist grün?
eine explorative Studie über die Bedeutung psychiatrischer Diagnosen und deren Integration in den Alltag aus der Sicht von Betroffenen
Maria Unterguggenberger
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Ruth Kutalek
DOI
10.25365/thesis.22479
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29775.76300.771361-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Aufgrund psychischer Beschwerden nahmen 2009 rund zehn Prozent der österreichischen Bevölkerung Leistungen der Krankenkasse in Anspruch. Für den Bezug eines Großteils dieser Leistungen ist eine entsprechende medizinische Indikation, in Form einer Diagnose, erforderlich. Doch wie stehen die betroffenen Menschen zu der medizinisch und psychiatrisch gefassten Konzeptualisierung ihrer Beschwerden? Welche Bedeutung geben betroffene Personen einer medizinisch definierten, psychiatrischen Diagnose und wie wird diese Bedeutung in den Alltag aufgenommen?
Mit der medizinischen Erfassung von Krankheit setzte ich mich hier in Form des Konzepts der Medikalisierung auseinander. Dem stellte ich entsprechende medizinanthropologische Modelle bezüglich Krankheit und Gesundheit gegenüber. Vor allem im psychiatrischen Bereich ist es unabdingbar, auch Formen von Stigmatisierung mit einzubeziehen. Dabei ergänzte ich den Fokus klassischer Stigmatheorien, welche sich primär auf das Individuum beziehen, mit Ausführungen zur moralischen Dimensioniertheit von Stigma.
Methodisch habe ich mich auf eine explorative, qualitative Ausrichtung gestützt. Als Methode kam die Grounded Theory nach Strauss und Corbin zum Einsatz, wobei ich jedoch auch Aspekte aus der Tradition Glasers’ miteinbezog.
Im empirischen Teil meiner Arbeit identifizierte ich wiederkehrende Schlüsselfelder in den Bereichen der Bedeutungsgabe und deren Integration in den Alltag. Dabei ergab sich, dass die medizinisch definierte, psychiatrische Diagnose keinem statischen Konstrukt entspricht, sondern subjektiv angeeignet wird. Dies geschah in Form einer individuellen Modellbildung, in der Daten selektiv aufgenommen und verworfen werden. Die Entwicklung des Modells war beieinflusst von der jeweiligen Funktionsweise der Diagnose, aktueller oder drohender Stigmatisierung, der erlebten Behandlungpraxis, dem eigenen Problemverständnis, dem sozialen Umfeld sowie dem bestehenden Alltagsleben der betroffenen Person. Die jeweilige Bedeuutung der Diagnose orientierte sich hierbei an bestehenden Bedürfnissen und ist, wie auch deren Integration, als variabel zu betrachten. Die medizinische Konzeptualisiertheit an sich ergab sich als hintergründig. Die dominante Stellung des Medizinsystems empfanden die Betroffenen dabei als beeinflussender als deren spezifischen Inhalte.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Medical Anthropology Psychiatry Diagnosis
Schlagwörter
(Deutsch)
Medizinanthropologie Psychiatrie Diagnose
Autor*innen
Maria Unterguggenberger
Haupttitel (Deutsch)
Was ist grün?
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine explorative Studie über die Bedeutung psychiatrischer Diagnosen und deren Integration in den Alltag aus der Sicht von Betroffenen
Paralleltitel (Englisch)
What is green?
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
98 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ruth Kutalek
Klassifikation
44 Medizin > 44.51 Diagnostik
AC Nummer
AC09591402
Utheses ID
20079
Studienkennzahl
UA | 307 | | |
