Detailansicht
Geri dönemeyeceğiz
Lebensgestaltung von älteren MigrantInnen aus der Türkei
Gabriele Korkutan
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Marianne Six-Hohenbalken
DOI
10.25365/thesis.22551
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29467.56136.930270-3
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Lebensgestaltung und Zukunftspläne Älterer MigrantInnen aus der Türkei zu erforschen. Besonderer Fokus lag dabei auf der Frage nach den Gründen, die die MigrantInnen auch nach der Pensionierung dazu veranlassen Österreich weiterhin als ihren Lebensmittelpunkt zu wählen.
Die empirische Grundlage dazu bilden 13 qualitative Interviews mit ehemaligen Arbeitsemigrantinnen, die sich entweder in Pension oder kurz davor befinden. Die Ergebnisse wurden anhand der Qualitativen Inhaltsanalyse und der Rekonstruktiven Fallanalyse nach Rosenthal ausgewertet.
Des weiteren enthält diese Arbeit einen kurzen Abriss der Geschichte der Arbeitsmigration sowohl aus österreichischer als auch aus türkischer Sicht und bietet darüber hinaus einen Überblick über verschiedene Migrationstheorien bzw. die unterschiedlichen Facetten von (Re)migration.
Meine Untersuchungen führten zu dem Ergebnis wonach die wichtigsten Gründe, die die ehemaligen Arbeitsemigrantinnen an Österreich binden: 1) die Familie und Kinder, 2) der (höhere) Lebensstandard in Österreich, 3) die Tatsache, dass die MigrantInnen keine Notwendigkeit zur Rückkehr verspüren und 4) das demokratische Umfeld in Österreich, sind.
Obwohl fast alle der befragten MigrantInnen nach einem kurzen Aufenthalt in Österreich eine Rückkehr planten, wurde diese von keinem/r auch tatsächlich realisiert. Vor allem die nachgeholte Familie und die inzwischen hier geborenen Enkelkinder ließen die MirantInnen ihren Lebensmittelpunkt dauerhaft nach Österreich verlegen , aber auch der von vielen als höher empfundene Lebensstandard und die bessere Gesundheitsversorgung spielen für viele MigrantInnen im Alter eine wichtige Rolle. Daneben ist vielen nach 30, 40 Jahren ihr Heimatdorf und die Leute dort fremd geworden und sie verpüren, außer ein paar Wochen im Sommer, kein Bedürfnis mehr dorthin zu fahren. Ausschlaggebend dafür ist vor allem auch das starke Eingebundensein der MigrantInnen in ethnische Netzwerke und die über Jahre entstandene ethnische Infrastruktur in Wien, die den MigrantInnen erlaubt ihr Leben wie in der Türkei fortzuführen.
Des weiteren zeigt diese Untersuchung anhand der Biographien zweier weiblicher Arbeitsmigrantinnen, dass es einerseits den typischen Migrationsverlauf nicht gibt und welchen Einfluss andererseits das migrieren aber auch das „zurückbleiben“ auf die Stellung der Frau innerhalb der Familie haben kann.
Aufgrund der wachsenden Anzahl an Älteren MigrantInnen, die ihren Lebensabend in diesem Land verbringen möchten, kann geschlussfolgert werden, dass sich in Österreich endlich mit dem lange nicht beachteten Thema der kultursensiblen Altenpflege befasst werden muss und Angebote für MigrantInnen in diesem Bereich unbedingt ausgebaut werden müssen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Ältere MigrantInnen Türkei Remigration
Autor*innen
Gabriele Korkutan
Haupttitel (Deutsch)
Geri dönemeyeceğiz
Hauptuntertitel (Deutsch)
Lebensgestaltung von älteren MigrantInnen aus der Türkei
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
137 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Marianne Six-Hohenbalken
Klassifikation
73 Ethnologie > 73.45 Einzelne soziale Gruppen, Außenseiter, Randgruppen
AC Nummer
AC08918961
Utheses ID
20131
Studienkennzahl
UA | 307 | | |
