Detailansicht
Die bilateralen Beziehungen zwischen Österreich und Zambia
eine Untersuchung mit Fokus auf die Kreisky-Ära
Philipp Otto
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Walter Sauer
DOI
10.25365/thesis.22576
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29190.90265.323666-3
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den bilateralen Beziehungen zwischen Österreich und Zambia, wobei die sogenannte Kreisky-Ära (1970-1983) als zeitlicher Fokus gewählt wurde, da in diesem Zeitraum die Beziehungen massiv an Fahrt aufnahmen, ihren Höhepunkt erlebten und sehr bald nach Beendigung der Regierungszeit Kreiskys weitgehend aus Eis gelegt wurden.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Zambia zwar ein Schwerpunktland der österreichischen Entwicklungshilfe war, allerdings hatte dieses Engagement vor allem geopolitische Implikationen, da man in Wien vor allem das gute Standing als Apartheitsgegner im Auge hatte, und weniger an Zambia selbst interessiert war – mit Ausnahme des dort lagernden Kupfers, dessen Import den Großteil der wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Staaten ausmachte. Die engsten Beziehungen ergaben sich somit im Rahmen der Vereinten Nationen, des Nord-Süd-Dialogs und im Kontext der südafrikanischen Apartheid, und in abgeschwächter Form bei den Wirtschafts- und Entwicklungshilfebeziehungen. Im öffentlichen österreichischen Bewusstsein oder in der österreichischen Presse spielte Zambia so gut wie keine Rolle, und auch die Entwicklungshilfe nahm – trotz des Schwerpunktstatus Zambias – nur bescheidene Ausmaße an. Die verspätet vollzogene Eröffnung einer Botschaft in Lusaka wurde bald nach Kreiskys Rückzug aus der Politik zurückgenommen, und das Interesse der österreichischen Außenpolitik wendete sich verstärkt Zimbabwe bzw. Südafrika zu.
In Summe passen die bilateralen Beziehungen Österreichs zu Zambia in die generelle Schablone der österreichischen Außenpolitik, wonach die Unterstützung der Position Zambias hauptsächlich erfolgte, um international als Apartheidsgegner reüssieren zu können und mit dem politischen Mainstream nicht anzuecken, wobei immer darauf geachtet wurde, die politischen Imperative nicht allzu sehr in die Quere der wirtschaftlichen Bedürfnisse kommen zu lassen, wobei sich die österreichische Außenpolitik immer wieder als willfähriger Erfüllungsgehilfe des österreichischen Außenhandels gesehen hat. Entwicklungshilfe wurde hauptsächlich verbal und erst in zweiter Linie materiell geleistet, wobei das grosso modo dem Stimmungsbild in der österreichischen Bevölkerung entsprochen hat.
Abstract
(Englisch)
This paper focusses on the bilateral relations between Austria and Zambia in the timespan from 1970 – 1983, which is usually called the Kreisky-Era (the time of Bruno Kreisky as chancellor). The reason for this is found in the fact, that in this era the relations between the two states were growing tremendously, reaching their peak and going through a massive decline right after the demise of chancellor Kreisky.
Zambia was an important country for Austrian development aid, but this engagement originated less from a specific interest in Zambia itself, but from geopolitical implications: Austria was rather trying to score points with the global community by supporting the Anti-Apartheid-front, rather than being interested in Zambia itself – except for the copper deposits found there, resulting in the fact, that Austrian import of copper made up the lion’s share of the external trade relations of the two states.
The driving factors were coming from the collaboration in the context of the United Nations, the North-South dialogue and in the confrontation against South African Apartheid, and to a lesser extend from the relations in the field of economics and development aid. As far as the Austrian public opinion was concerned, Zambia was a negligible factor, and even development aid played – despite the status of Zambia as a development aid focus for Austria – not an overwhelmingly important role. The delayed opening of an embassy in Lusaka was soon undone after the end of Kreisky’s chancellorship, and the general interest soon shifted further south to Zimbabwe or South Africa.
In general, Austria’s foreign policy tried to go along the international mainstream in following an anti-Apartheid standing, which constituted the background for the support of Zambia, while there was a consensus not to let ideology or politics get in the way of economic interests, whereas Austrian foreign policy often worked as an aid for the business world.
Development aid was delivered foremost in a rhetorical sense, which was very much in consensus with the Austrian public opinion.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Zambia Foreign Politics Kreisky Apartheid Third World Frontline States
Schlagwörter
(Deutsch)
Zambia Außenpolitik Kreisky Apartheid Dritte Welt Frontline Staaten
Autor*innen
Philipp Otto
Haupttitel (Deutsch)
Die bilateralen Beziehungen zwischen Österreich und Zambia
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Untersuchung mit Fokus auf die Kreisky-Ära
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
168 S. : graph. Darst., Kt.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Walter Sauer
AC Nummer
AC09573873
Utheses ID
20153
Studienkennzahl
UA | 312 | | |
