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Damon Galgut - South Africa's new voice?
Anna-Christina Mainhart
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Ewald Mengel
DOI
10.25365/thesis.22680
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30198.83863.447761-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Damon Galgut ist ein südafrikanischer Autor, der weitgehend im Schatten von Coetzee und Gordimer steht. Erst seit seinem vierten Roman, Der Gute Doktor, erhält er nationale wie internationale Anerkennung. Ein Kommentar vom Observer betreffend den letzten Roman, In Fremden Räumen, ist der Ausgangspunkt dieser Arbeit. Es wurde behauptet, dass der Autor die "frische und kühne Stimme Südafrikas" ist. Grundlage der Analyse sind sechs Romane Galguts: Small Circle of Beings (1988), The Beautiful Screaming of Pigs (1991), The Quarry (1995), The Good Doctor (2003), The Impostor (2008) and In a Strange Room (2010). Das Hauptaugenmerk der Analyse liegt auf Identitätsentwicklung mit Bezug auf die politischen Umstände Südafrikas. Das theoretische Modell der "place identity", also die ortsbezogene Identität, ist die allumfassende Grundlage. Anhand dieser Theorie lassen sich die Probleme der Hauptcharaktere und ihrer Entwicklung im jeweiligen geschichtlichen Zusammenhang nachverfolgen. Daraus folgt, dass die politische Entwicklung der Nation in allen Romanen eine große Rolle spielt. Aus diesem Grund bietet jedes Kapitel einen kurzen Einblick in die (für den Roman) gegenwärtige Politik des Landes. Eingegangen wird auf Apartheid und die Zeit danach, die sich in folgende Epochen unterteilt: die Übergangsphase zur Demokratie, die von Enthusiasmus geprägt ist, die zweite Übergangsphase, welche sich durch Pessimismus auszeichnet. Die transnationale Phase, in der sich Südafrika (wirtschaftlich) neu orientiert, geht über in die gegenwärtige Entwicklung Südafrikas. Diese politischen Entwicklungen entsprechen den literarischen Epochen. Apartheid - Literatur zeichnet sich durch die Festigung der Afrikaner Ideologie aus, welche Homosexualität und die schwarze Bevölkerung unterdrückt. In den beiden Übergangsphasen wird Literatur dazu benutzt, das "neue" Südafrika aufzubauen. Positive Ausblicke, aber auch Ambivalenz, Gewalt und der Blick in die Vergangenheit beeinflussen die Werke dieser Zeit. Die letztgenannte Phase zeichnen sich durch die Loslösung von Politik aus, allerdings nur bei jungen Autoren. Galgut, der während der Apartheid aufgewachsen ist, verarbeitet immer noch diese Zeit. Es zeigt sich deutlich, dass Galgut immer Bezug auf Geschichte nimmt, meist in Form von Kritik. Homosexualität, Kritik an der Rassentrennung und Probleme der Zeit nach der Apartheid sind Themen, die sich in allen Büchern Galguts wiederfinden. Sein Ziel ist es, die Auswirkungen der Politik auf einzelne Personen darzustellen. Aus diesem Grund sind Identitätsentwicklung und die (politische) Geschichte Südafrikas eng miteinander verknüpft. Die ortsbezogene Identität enthüllt gesellschaftliche Werte und Normen, die meist im Konflikt mit denen des Hauptcharakters stehen. Da es in Zeiten der Rassentrennung kaum möglich war über Homosexualität und die "normalen" Dinge des Lebens zu schreiben, entwickelt Galgut seinen eigenen Stil: die Wahrnehmung der Natur und der Landschaften in denen sich die Hauptfiguren bewegen lassen darauf zurückschließen, dass Homosexualität ein Tabu-Thema ist. Die Einsamkeit der Natur und vor allem der Dunkelheit dienen dazu, dass den "wahren" Identitäten der Personen Ausdruck verliehen wird. Diese Form der Darstellung der Sexualität findet sich in fast allen Romanen wieder. Galgut zeigt dadurch auf, wie problematisch dieses Thema in Südafrika war, und immer noch ist. Obwohl der Autor sich hauptsächlich auf die Probleme junger, weißer Männer konzentriert, findet sich immer wieder Kritik an der (immer noch) vorhandenen Rassentrennung. Meist nutzt Galgut Intertextualität um auf diesen Punkt hinzuweisen. Die meisten Romane mit persönlichen Erfahrungen des Autors durchsetzt, was vor allem bei In Fremden Räumen zum Tragen kommt. Südafrikas ortsbezogene Identität beschäftigt daher nicht nur die Romanfiguren, sondern auch Galgut selbst.
Abstract
(Englisch)
Damon Galgut is a South African writer who is overshadowed by Coetzee and Gordimer. Galgut receives national as well as international recognition after publishing his fourth novel, The Good Doctor. The Observer's commentary regarding his latest novel, In a Strange Room, motivates this thesis. It is said that the author is the "fresh and bold voice of South Africa". The analysis of Galgut is based on six novels. These are the following: Small Circle of Beings (1988), The Beautiful Screaming of Pigs (1991), The Quarry (1995), The Good Doctor (2003), The Impostor (2008) and In a Strange Room (2010).The focus is on identity development in the context of South Africa's politics. Background for analysing the novels is the concept of place identity. This approach helps to identify the main characters and their progress in the given historical context. Consequently, the political development of South Africa has a significant role in all novels. Therefore, each chapter features a small introduction regarding the contemporary situation of the country. Galgut's literary production is placed in four rough categories which resemble political eras. Apartheid focuses on the erection of the dominant white discourse and the breakdown of this establishment. Literature of this time reports on the struggle between black and white people. The transitional period depicts South Africa's transformation into a democracy. It is subdivided in two categories: the euphoric and the pessimistic transitional period. Writers of these two eras elaborate on positive outlooks as well as ambiguity, violence and the country's past. During the transnational, or post-transitional, period South Africa defines itself anew regarding economy. Also the writers' perspectives shift. Politics is no longer the centre of attention. However, this is only true regarding young authors. Galgut, who grew up under apartheid, still tries to come to terms with this period. He always refers to the nation's history in his novels, and almost always it is in form of critique. His works include the problematic issue of homosexuality before and after apartheid, racial segregation and the difficulties arising after democratization. His goal is to portray the implications and effects of politics on individuals. Resulting from that is the close relation of identity development and the nation's progress. Place identity helps to identify social norms and values, which are in conflict with the ones of the protagonists. Thus, South Africa's identity is important for the characters as well as Galgut himself.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Damon Galgut place identity identity development South Africa apartheid post-apartheid
Schlagwörter
(Deutsch)
Damon Galgut ortsbezogene Identität Identitätsentwicklung Südafrika Apartheid Post-Apartheid
Autor*innen
Anna-Christina Mainhart
Haupttitel (Englisch)
Damon Galgut - South Africa's new voice?
Paralleltitel (Deutsch)
Damon Galgut - die Neue Stimme Südafrikas?
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
107 S.
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Ewald Mengel
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.00 Sprach- und Literaturwissenschaft: Allgemeines
AC Nummer
AC10698395
Utheses ID
20257
Studienkennzahl
UA | 343 | | |
