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Johann Carl Seyringer
Leben und Wirken eines frühneuzeitlichen Rechtsgelehrten
Gernot Barnreiter
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Andrea Griesebner
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.22839
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30208.49319.133053-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Arbeit bietet einen Überblick über den Lebenslauf des Linzer Rechtsgelehrten Johann Carl Seyringer, der von 1654 bis 1729 lebte. Er war Hofgerichtsadvokat beim Landeshauptmannschaftlichen Gericht in Linz und als Rechtsgutachter in Malefizprozessen für viele Landgerichte des Erzherzogtums Österreich ob der Enns tätig. Einem mikrohistorischen Ansatz folgend, wurden die Lebensdaten und Hinweise auf berufliche Tätigkeiten aus den Linzer Regesten, Kirchenmatrikeln und diversen Archiven zusammengetragen. Gemäß des von Ginzburg und Poni beschriebenen Prinzips, wurde der Name als „ariadnischer Faden“ genutzt. Nach einem Überblick über die Quellenlage und den Forschungsstand folgt eine chronologische Auflistung der Lebensdaten und beruflichen Stationen von der Geburt bis zum Tod Johann Carl Seyringers. Danach wird diese „Biographie“ anhand Pierre Bourdieus Ansatz von der „Biographischen Illusion“ dekonstruiert, um der Kritik an der Annahme, das Leben einer Person sein ein geschlossenes, homogenes Ganzes, Rechnung zu tragen. Eine Fixierung auf den Eigennamen, wie dies bei der Recherche passiert ist, sei demnach irreführend, da der Name durch seine Konstanz über allen sozialen Feldern und Räumen einen fälschlichen Eindruck der Homogenität eines Lebens erwecke. Weil aber Aussagen nur für bestimmte Räume und bestimmte Zeitpunkte gemacht werden können, werden in diesem Abschnitt die unterschiedlichen Rollen skizziert, die Seyringer zeitgleich in den unterschiedlichen sozialen Räumen einnahm. Zur Einbettung Johann Carl Seyringers in einen familiären Kontext werden in einem weiteren Kapitel sowohl seine Herkunftsfamilie als auch die nachfolgenden juristisch tätigen Generationen näher beschrieben. Das vierte Kapitel der Arbeit bietet einen Überblick über die frühneuzeitlichen Strafrechtsgesetze, die rechtlichen Grundlagen der Gutachtenerstellung und die juristische Fachliteratur, welche Seyringer für seine Argumentation in den Gutachten heranzog. Anhand eines Fallbeispiels, dessen abschließendes Rechtsgutachten Johann Carl Seyringer formulierte und das in einer von ihm hinterlassenen Gutachtensammlung überliefert ist, werden der Prozessverlauf und die Praxis der Gutachtertätigkeit beschrieben. Eine vergleichende Analyse des Endgutachtens mit den Strafrechtsnormen und eine Beschreibung der Bibliothek Seyringers runden diesen Abschnitt ab. Der letzte Teil der Arbeit widmet sich den beiden Gutachtensammlungen Seyringers und der Advokatenausbildung sowie Advokatenzulassung zum Landeshauptmannschaftlichen Gericht in Linz. Die theoretischen Bestimmungen zum juristischen Ausbildungsverlauf und der Zulassung von Rechtsgelehrten zu den Höchstgerichten werden dabei mit biographischen Daten Seyringers illustriert.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Johann Carl Seyringer Rechtsgutachter Biografie Kriminalitätsgeschichte Gutachtensammlung Malefizprozess Hofgerichtsadvokat
Autor*innen
Gernot Barnreiter
Haupttitel (Deutsch)
Johann Carl Seyringer
Hauptuntertitel (Deutsch)
Leben und Wirken eines frühneuzeitlichen Rechtsgelehrten
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
143 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Andrea Griesebner
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.07 Kulturgeschichte ,
15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte ,
15 Geschichte > 15.60 Schweiz, Österreich-Ungarn, Österreich ,
86 Recht > 86.04 Ausbildung, Beruf, Organisationen ,
86 Recht > 86.09 Rechtsgeschichte
AC Nummer
AC09579583
Utheses ID
20409
Studienkennzahl
UA | 312 | | |
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