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Just a little respect
die Betrachtung der Gehörlosenpädagogik in Österreich unter Aspekten von Pädagogiken der Anerkennung
Eva Hochmayr
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Betreuer*in
Henning Schluss
DOI
10.25365/thesis.23019
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30051.08904.600954-3
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Es gibt etwa 8.000 bis 10.000 gehörlose Menschen in Österreich. Diese erfahren oftmals wenig Anerkennung da deren Leistungsfähigkeiten zumeist unterschätzt werden. Für die Anerkennung von gehörlosen Menschen ist die Anerkennung ihrer Gehörlosigkeit an sich von großer Bedeutung. Wird die Gebärdensprache als Erstsprache anerkannt, hat dies positive Auswirkungen auf die emotionale und kognitive Entwicklung eines gehörlosen Kindes. Darüber hinaus muss der Zugang zur Lautsprache als Zweitsprache gewährleistet werden, da dieser die Möglichkeit zur Kommunikation mit der hörenden Gemeinschaft schafft. Dieser Aspekt spielt auch in Bezug auf die Identität eine wichtige Rolle, die sich durch den Austausch mit dem sozialen Umfeld entwickelt. Denn die freie Kommunikation und der uneingeschränkte Austausch mit der sozialen Umgebung ist für die Entfaltung der Autonomie und der Selbstständigkeit Voraussetzung. Gemäß den Bedürfnissen von gehörlosen Kindern eignet sich die Gebärdensprache für die Vermittlung von Unterrichtsinhalten besonders. Gebärdenspracheunterricht würde sich auch auf das Bildungsniveau von Gehörlosen positiv auswirken.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Möglichkeiten von Anerkennungserfahrungen gehörloser Menschen in Österreich. Die zentrale Fragestellung ist, ob bzw. inwiefern Anerkennung innerhalb der österreichischen Gehörlosenpädagogik zu finden ist und wie diese zum Ausdruck kommt. Des Weiteren wird die Frage behandelt, ob vorherrschende pädagogische Konzepte Möglichkeiten der Identitätsbildung bieten und welche Auswirkungen diese auf die Lebensgestaltung bzw. –führung von gehörlosen Menschen in Österreich haben. Für die Beantwortung der Forschungsfrage wurden die Theorien „Kampf um Anerkennung“ von Axel Honneth (Honneth 1994), die „Pädagogik der Anerkennung“ von Benno Hafeneger, Peter Henkenborg und Albert Scherr (Hafeneger, Henkenborg, Scherr 2007), die „Pädagogik der Vielfalt“ von Annedore Prengel (Prengel 1995) und „Geist und Identität“ von George H. Mead (Mead 1973) herangezogen. Vor dem Hintergrund dieser Theoriemodelle werden verschiedene Lebensbereiche Gehörloser behandelt.
Anhand von Studienergebnissen in Bezug auf die Anerkennungsformen nach Honneth, kann konkludiert werden, dass sich der Raum, dem der Gehörlosigkeit in der Erziehung eines Kindes zugestanden wird, positiv auf die Entwicklung des Selbstvertrauens auswirkt. Denn dann können Bedürfnisse besser erkannt und verstanden werden.
Durch den lautsprachlichen Unterricht entstehen Benachteiligungen für Gehörlose im Bildungssystem, die auch Auswirkungen auf den späteren Berufsweg haben können. Gleiches Recht auf gleiche Bildung ist hier nicht gegeben. Denn für allgemeinbildende Unterrichtsfächer bleibt weniger Zeit, was zwangsläufig zu einem Bildungsdefizit führt, das nur sehr schwer ausgleichbar ist. Die Pädagogik setzt hier insofern Grenzen, als dass die Möglichkeit auf bilingualen Unterricht aufgrund des Lehrplans der Sonderschulen für gehörlose Kinder bestehen würde. Diese werden jedoch nicht in ausgegriffen. Durch die bilinguale Erziehung können Werte und Normen der gehörlosen und der hörenden Gemeinschaft auch in die Identität aufgenommen werden.
Auch gehörlose Menschen müssen die Möglichkeit haben, von Seiten der Gesellschaft Vertrauen in Bezug auf ihre Fähigkeiten und Leistungen zu erhalten, auf das sie sich beziehen können und so Selbstvertrauen aufbauen. Durch zusätzliche Rechte wird die Partizipation am Arbeitsmarkt erleichtert und Erfahrungen der sozialen Anerkennung können vermehrt zustande kommen.
Durch die Öffnung des gesellschaftlichen Wertesystems und des Normalitätsbegriffs werden neue Wege der Lebensführung anerkannt.
Abstract
(Englisch)
There are between 8.000 and 10.000 people affected by deafness in Austria. Deaf people experience a lack of acceptance in society often due to an underestimation of their capabilities. This has to be taken into account, as the pre-requisite for the developement of a defined personal identity is based on positive experiences in interacting with the personal environment. Thus, it is of crucial importance to accept the deafness of children. The acknowlegdement of the sign language as first language is important as it influences the positive emotional and intellectual development of a child. Nevertheless, the spoken language should be propagated as a second language as it enables deaf people to interact and to communicate with their social environment. With regard to the special needs of deaf or hearing impaired children, sign language has to be considered as an appropriate concept in pedagogy as it would increase the educational level and the future prospects of deaf children.
Therefore, this thesis was focussed on the question of whether acknowledgment of deaf people is present in current pedagogy concepts applied in Austria. Furthermore, the aim of this thesis was to investigate whether the current concepts support the possibility of developing a personal identity and which impact they exhibit on the living situation of deaf people. To analyse these questions and the current situation of death people in Austria in more detail, I applied four theories, namely „Kampf um Anerkennung“ by Axel Honneth (Honneth 1994), „Pädagogik der Anerkennung“ by Hafenetger, Henkenborg and Scherr (Hafeneger, Henkenborg, Scherr 2007), „Pädagogik der Vielfalt“ by Annedore Prengel (Prengel 1995) and „Geist und Identität“ by George H. Mead (Mead 1973).
Concentrated on results of different studies and the different forms of acknowledgement, the conclusion can be drawn, that considerating the deafness of a child in the education has a positive influence on its self-confidence. Thereby, the needs of a hearing-impaired child can be recognized and understood better.
The use of the spoken language in class causes disadvantages for deaf pupils. Futhermore, this influences the chances in business life. Same rights to same education is therefore not given. The time spent for general education in schools for hearing-impaired children is less than in other schools. This leads to a deficit on general education, which can hardly be adjusted. Regarding the curriculum of the schools for hearing-impaired children, one can determine, that pedagogy would have the possibility to use sign language as the medium of teaching. Nevertheless, this is not implemeted until today. Bilingual education can not only improve the level of education. It can also help understand the values of the hearing and deaf society, which would influence the development of the personal identity in a positive way.
Furthermore, it is of crucial importance, that deaf people can see themselves as socially trusted related to their skills and achievements. Based on that, self-confidence can be developed. Additional employment rights lead to an easier participation in working life. Thus, experiences of social acknowledgement can be a result out of it. Different ways of life can be acknowledged if the social value system and the normality term opens up to the dissimilarity of the people it incudes.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
acknowledgement deaf sign language
Schlagwörter
(Deutsch)
Anerkennung Gehörlosigkeit Gebärdensprache
Autor*innen
Eva Hochmayr
Haupttitel (Deutsch)
Just a little respect
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Betrachtung der Gehörlosenpädagogik in Österreich unter Aspekten von Pädagogiken der Anerkennung
Paralleltitel (Deutsch)
Nur ein bisschen Anerkennung
Paralleltitel (Englisch)
Just a little respect
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
118 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Henning Schluss
Klassifikation
80 Pädagogik > 80.29 Hörgeschädigtenpädagogik
AC Nummer
AC10513549
Utheses ID
20579
Studienkennzahl
UA | 297 | | |
